Einleitung

Heinrich de Keyser, Bildhauer und Baumeister , geb. zu Utrecht 1505, gest. zu Amsterdam 1621. Sein Vater, ein Schreiner, brachte ihn anfangs zu dem Vater des A. Bloemaert, um die Baukunst zu erlernen; der Sohn Bloemaert unterrichtete ihn aber in der Zeichen - und Malerkunst. Doch wählte er die Plastik und Architektur zum Hauptfache, und hier erwarb er sich grossen Ruhm, so dass ihn der Dichter P. C. Hooft in einem Briefe „die Ehre seines Vaterlandes“ nennt. Seiner bediente sich die Regierung zu Amsterdam sehr häufig, und Keyser hatte auch den Titel eines Baumeisters und Bildhauers derselben, dieses von 1504 an. Sein Werk ist die Bourse, das Harlemer-Thor, die Zuider-, Noorder- und Wester-Kirche zu Amsterdam, das Stadthaus in Delft , und auch zu vielen andern Gebäuden machte er Pläne, die unter seiner Leitung ausgeführt wurden. Von ihm soll auch die metallene Statue des Erasmus auf dem grossen Markte zu Rotterdam herrühren; besonders berühmt wurde aber sein Name durch das Monument des Prinzen Wilhelm von Oranien, welches ihm die Generalstaaten setzen liessen. Dieses grosse, reiche und würdige Werk entstand zwischen den Jahren 1597 und , unter bedeutenden Kosten. Vier allegorische Gestalten umgeben das Bild des Helden, der ruhend daliegt, und über ihm hebt Fama die Posaune des Ruhms hinaus, leicht auf der Kuspe stehend, in unzweifelhafter Nachahmung des Merkurs von Johann da Bologna. Doch ist Keyser’s Erzbild bekleidet, im lastenden Gewande. Die Einheimischen preisen dieses Werk vielleicht zu sehr, allein wir müssen Schnaase beistimmen (Niederl. Briefe S. 14), wenn er sagt: Die Dankbarkeit für den Gründer der Nationalität, die Trauer, welche bei seiner Bestattung das Volk fast zur Verzweiflung trieb, wirken auch jetzt noch nach, und finden eine Beruhigung in dem Lobe des Monuments. Dieses Denkmal ist auch im Kupferstich vorhanden. J. Suyderhoef hat das Bild dieses Künstlers nach Th. de Keyser’s Zeichnung gestochen: kl. Oval, in einer Einfassung. C. Ketel hat sein Bildnis gemalt auf dem Bilde mit Christus und den Aposteln.

Über diesen Künstler findet man Nachrichten in C. Dankert’s Architectura Moderna und in J. Wagenaar’s Beschreibung von Amsterdam.

Peter de Keyser, Bildhauer und Baumeister, der Sohn und Nachfolger des Obigen in seiner Stelle der Stadt Amsterdam. Von seiner Erfindung ist das Grabmal des 1642 verstorbenen Grafen Wilhelm von Nassau in der Hauptkirche zu Leeuwarden. Dann sind auch die Ornamente am Grabmal des Admiral Tromp in der alten Kirche zu Delft sein Werk.

Das Todesjahr dieses Künstlers ist unbekannt. Von einem P. de Keyser sind Kupferstiche, welche Leichenbegängnisse, Grabmäler etc. darstellen. Einige sind nach Heinrich de Keyser gefertigt.

Nagler’s Künstler-Lexikon, VII. Bd., 1

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