Krieger, krank und entstellt

Krieger, krank und entstellt, in ärmliche Lumpen gehüllt, durch die

Thore von Brügge hereinwankte und das Mitleid der Bürger in

Anspruch nahm, die in ihm ihren ehemaligen Mitbürger und Zunftgenossen

nicht erkannten. Sie führten den Armen in das von dem Stifter zu solchem

Behufe errichtete Johannis-Hospital. Dort wurde er verpflegt und geheilt,

und der Genesene schmückte zum Beweis seiner Dankbarkeit das Haus,

das ihn aufgenommen hatte, mit bewunderungswürdigen Gebilden, und mit

frohem Erstaunen erkannte man jetzt in ihm den großen Hemling wieder.

Viele Gemälde gingen in diesem seinem Wohnort unter des Meisters schöpferischen Händen hervor; viele sind in der Folge zerstreut worden und untergegangen, doch vieles ward auch dort erhalten.

Von Brügge scheint der Meister nach Löwen gezogen zu sein,

und von da vielleicht nach Miraflores in Spanien , wo ein Juan

Flamenco erscheint, den die spanischen Schriftsteller loben.

Brügge ist diejenige Stadt, in welcher man Hemling vorzüglich

kennen lernt und lieb gewinnt, denn hier finden sich noch mehrere

Bilder dieses Meisters. In St. Salvator ist von ihm die Martyriozierung

des heiligen Hippolyt, ein etwa 1} Fuss hohes Flügelbild, das

bei geschlossenen Thüren die Heiligen St. Carl, Hippolyt, Elisabeth

und Margaretha statuarisch grau im grau zeigt. Besonders

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