Ketel oder Kettel, Cornelis

Ketel oder Kettel, Cornelis, Maler, der 1548 zu Gouda das Leben der Welt erblickt haben soll. Den ersten Unterricht ertheilte ihm sein Oheim, den man aber nicht namentlich bezeichnet, und dann nahm sich A. von Montfort in Delft seiner an. Nach einem Jahre ging er nach Paris und Fontainebleau , wo damals seine Landsleute F. von Mayer, H. Frank und Dionysius von Utrecht arbeiteten; allein er hatte kaum Zeit, die Werke Rosso’s und Prima- ticcio’s zu studieren, da der Religionsunruhen wegen alle Flücht- linge aus dem Lande ziehen mussten. Ketel ging jetzt in sein Vaterland zurück, wo ihn nach sechs Jahren gleiche Ereignisse zwangen, nach England zu fliehen. Zum Glück brachte er einige schöne Proben seines Talentes mit, und daher fand er bald bedeutende Aufträge, besonders im Portraitfache. Im Jahr 1578 malte er die Königin, dann mehrmals den Grafen von Oxford , und andere vornehme Herren und Damen. Im Jahr ging er nach Amsterdam zurück, und auch hier malte er zahlreiche Porträts, neben anderen die ganze Amsterdamer Schützengesellschaft mit ihrem Hauptmanne Hermann Rodenborgh Beths an der Spitze. Dieses Bild ist meisterhaft ausgeführt, und nicht minder jenes der Schützen- gesellschaft des heil. Sebastian, welches Ketel 1589 malte. Dann führte er auch verschiedene Altarblätter aus, worin er die Bild- nisse der berühmtesten Künstler, vorzüglich jenes des Architekten Heinrich de Keyser, in den Figuren Christi und der Apostel dar- stellte. Einmal malte er sich selbst als Christus, und seine Freunde als Apostel. Mit dem Ideale hat sich also der Künstler nicht so viel abgemüht, als Leonardo. Zuletzt kam er auch auf den Ein- fall, mit dem Finger zu malen, und damit noch nicht zufrieden, versuchte er es auch mit den Fusszehen zu malen, was gerade

nicht am glänzendsten mag ausgefallen sein. Dann hatte Ketel

auch gediegene Kenntnisse in der Architektur, modellirte in Ton

und Wachs, und als Dichter wird er ebenfalls gerühmt. Das Todes-

jahr dieses Künstlers kennt man nicht, Descamps will wissen, dass

Ketel 1600 in Leipzig gelebt habe.

Gestochen wurde wenig nicht ihm; von Saenredam ein allegori-

risches Blatt, welches die Dankbarkeit und den Undank vorstellt,

C. Boel eine säugende Madonna, J. Zetler den Mucius Scävola,

und J. Sadeler eine heil. Allegorie. Papillon zählt ihn auch unter

die Formschneider.

Keteltrom, Beinamen von J. Bunnik.

Kettel, s. Ketel.

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