Kerver, Jakob

Kerver, Jakob, Zeichner, Formschneider und Buchdrucker , ein Deutscher von Geburt, der aber in Paris seine Kunst übte, schon 1510. Von jenem Jahre ist eine seiner Zeichnungen, die im Cabinet Paignon Dijonval p. 51 beschrieben wird. Sie stellt das Innere eines Tempels dar, in welchem man die vier Evangelisten sieht, wie sie die Evangelien schreiben, mit Feder und in Bister laviert, H. 14 Z., Br. 10 Z. Im Jahre 1510 muss Kerver noch jung gewe- sen sein, denn man will seine Thätigkeit bis 1560 ausdehnen, ohne seine Lebensverhältnisse angeben zu können. Seine Werke werden nach einem Monogramme bestimmt, welches aus den zusammenge- zogenen Buchstaben I. K. oder aus einer Art K, besteht; in wel- chem der erste Strich zugleich das I. bildet, wobei zu bemerken, dass man dieses Zeichen auch dem Jakob Köbel beilegt, doch mit noch weniger Grund. Die Zahl dieser Werke ist nicht unbedeu- tend, und wir lassen daher solche folgen. Dass Kerver sie geschnit-

ten habe, mag in jeder Hinsicht grössere Richtigkeit haben, als wenn Papillon behauptet, dass Jean Cousin, Kerver’s Zeitgenosse, alle Formschnitte jener Zeit in Paris gefertiget, während er gerade auch den Kerver als Formschneider bezeichnet.

  1. Die Ansicht des Stadt Eger, in S. Münster Cosmographia, — Basel 1550, fol. Dieses Blatt trägt das verschlungene I, R., von Bartsch als anonym bezeichnet.

  2. Noe, berauscht, von seinen Töchtern überrascht.

  3. Der Tod der Lucretia,

/ Diese beiden Blätter sind mit einem H. bezeichnet, wobei der erste Strich das I, bildet.

  1. Das Abendmahl, nach Dürer, ein Blatt, dessen Zani erwähnt.

  2. Ein Weib in Pontificalibus (Päpstin Johanna), wie es bei der Prozession entbunden wird. Mit den Buchstaben I. K. im Täfelchen. H. 2 Z. 10 L., Br. 5 Z. 3 L. (?)

  3. Gori II. 168 legt diesem Künstler auch die 128 Blätter zu Francesco Colonna’s Traum des Polyphilus bei, wozu Rafael die Zeichnungen gemacht haben soll. g) F. Colonna.

  4. Dann können ihm auch die Schnitte angehören, welche sich in Jakob Köbel’s Werk: Wappen des heil. römischen Reichs Teutscher Nation etc., Frankfurt am Main 1545, finden. Man findet hier ebenfalls das erwähnte K. mit dem I., das Einige auch auf J. Köbel deuten; allein dieser Stadtschreiber von Oppenheim sagt in der Vorrede selbst, dass er die Stöcke zum Schnitte weit habe fortschicken müssen. Das Zeichen bedeutet daher nicht diesen Köbel, sondern den Formschneider, da öfter das Messerchen dabei zu finden ist.

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