Kern, Anton, Maler, ein zu seiner Zeit berühmter Künstler, wurde zu Tetschen (böhmisch Dieczin) geboren, und da sich bei ihm schon in den Kinderjahren die Liebe zur Kunst offenbarte; zum Künstler bestimmt. Die Wahl entschied der polnische Hof- maler L. Rossi, der in Mariensteiner Zeichnungen des Knaben sah, und dieser nahm den jungen Kern mit sich nach Dresden. Nachdem er sich ein Jahr in Rossi’s Schule aufgehalten hatte, machte er mit seinem Meister eine Reise nach Venedig , und hier brachte ihn dieser bei J. B. Pittoni in die Lehre. Kern blieb da- selbst sieben Jahre, und nun kehrte er über Dresden in sein Vater- land zurück, wo er in öffentlichen und Privat-Gebäuden reichliche Beschäftigung fand. Bei der Vermählung der Prinzessin Amalia mit dem Könige von Sicilien wurde Kern nach Dresden berufen, um Transparentgemälde auszuführen. Bei dieser Gelegenheit fertigte er auch Skizzen zu den Altarblättern und Deckengemälden der katholischen Kirche, welche dem Könige so wohl gefielen, dass er den Künstler 1738 auf eigene Kosten nach Italien schickte, um in Rom und anderwärts die Meisterwerke der italienischen Schulen kennen zu lernen. In Rom fertigte er das aus Fiorillo und Füssly bekannte Gemälde des Kindermordes, welches dem Künstler die Stelle eines k. polnischen Hofmalers erwarb, und von jetzt an malte Kern mit großem Ruhme in Dresden, und es wurde ihm auch die Ausmalung der neuen Kirche aufgetragen, eine Arbeit, welche die Hochzeitsfeierlichkeiten des Hofes unterbrachen. Man bewunderte den von ihm erfundenen und bemalten Brautwagen und mehrere andere Stücke, welche er bei dieser Gelegenheit ausführte, aber der Künstler starb während der Arbeit an einem heftigen Schlucken, erst 37 Jahre alt, vom Hofe und von allen Kunstfreun- den betrauert.
Kern besass ungemeine Leichtigkeit der Erfindung, so dass er jede Geschichte, welche man ihm vorlas, sogleich mit Stift oder Rothstein bildlich darstellte. Die Anzahl seiner Zeichnungen ist bedeutend, sowohl nach fremden Meistern, als nach eigener Erfin- dung. Sie sind meistens sehr leicht mit der Feder ausgeführt, mit Tusch übergangen, und teils auch mit Kreide gehöht. Die Zeich- nungen in schwarzer oder roter Kreide bilden die geringere Anzahl. In der Malweise folgte Kern anfänglich dem Pittoni, später aber bildete er sich eine eigene Manier. Er zog auch meistens die Natur
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