Juel, Jens, berühmter Maler, geb. im Dorfe Gamborg auf der Insel Fünen 1745, gestorben zu Copenhagen 1802. Die Anfangsgründe
der Kunst erlernte Juel (sprich Jul) in Hamburg bei Gehrmann, und dann besuchte er die Akademie der Künste in Copenhagen,
wo ihm 1771 die grosse goldene Medaille zu Theil wurde, das Preisbild stellt die Salbung David’s dar. Einige Jahre darnach fand
er auch Gelegenheit, Italien zu sehen, und im Laufe von sechs Jahren, die er im Auslande zubrachte, hielt er sich auch einige Zeit
in Genf auf, wo er durch seine Bildnisse allgemeinen Beifall erhielt.
Auf seiner Reise richtete er immer auch auf die schöne landschaft-
liche Natur ein besonderes Augenmerk, und man hat von ihm mehrere Bilder in Öl mit italienischen und Schweizer Ansichten, so wie solche der nordischen Gegend. Juel malt auch schöne Genrestücke in kleinem Formate; vor allem aber machte er sich als Portraitmaler berühmt; so wie er denn überhaupt zu den vorzüglichsten dänischen Künstlern dieser Art zu zählen ist.
Im Vaterlande bekleidete er die Stelle eines k. Malers, auch Mit-
glied und Professor , so wie später Direktor der Akademie zu Copenhagen war er. Dann zählten ihn auch auswärtige Akademien unter die Zahl ihrer Mitglieder; denn sein Ruf war weit ver- breitet, als eines der ersten Porträt maler Europas. Im Bild- nisse hat er auch wirklich Ausgezeichnetes geleistet. Mehrere der selben sind sowohl in Hinsicht auf charakteristische Auffassung,
als in Färbung und Modellierung Meisterwerke zu nennen. Für seine
besten Bildnisse erklärt man jenes des berühmten Kupferstechers, Clemens, ein halblebensgrosses Miniatiick, und das von Carl Bonnet. Dieses Bildnis, welches dem Künstler die Thore der Akademie öffnete, hat C. G. Raspe gestochen. Auch noch andere Porträts
Jügel’s sind gestochen worden, wie jenes von dem dänischen Staats- sekretär Guldberg von Clemens, das von Klopstock von Geyser etc. Er malte auch den König, Christian VII. und die Königin. Das Bildnis des ersteren ist von T. Kleve gestochen. In der k. Gallerie zu Copenhagen ist sein und seiner Frau Bildnis zu sehen, die beide so schön sind, als wären sie von Netscher gemalt. Die An- zahl seiner Porträts ist bedeutend, theils ganze, theils halbe Figu- ren, und auch Familienstücke finden sich von seiner Hand. Jügel’s zierliche Landschaften und Genrestücke, so wie einige Fruchtstücke sind in den Sammlungen der Kunstfreunde zerstreut. In der Samm- lung des Conferenzrathes Bugge in Copenhagen waren 17 Bilder von ihm, grösstentheils Bildnisse, darunter die Skizze zu dem be- rühmten Bildnis des Künstlers und seiner Frau im Besitze des Kö- nigs. Dieses Künstlers wird in verschiedenen Schriften erwähnt; seiner unwürdig ist aber das Urtheil in Acerhi’s Reisen, der ihm fast gar kein Verdienst zugestehen will. Ausser den erwähnten ha- ben auch Haas, Klinger und Bradt nach ihm gestochen, letzterer schöne Landschaften, ‚
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