Jorhan, Christian

Jorhan, Christian, Bildhauer, der Sohn des Obigen, wurde 1750 geboren, und von seinem Vater zum gelehrten Stande bestimmt. Er schickte ihn deshalb in die Schule der Jesuiten, in welcher er bis zur Aufhebung des Ordens mit Eifer den Studien oblag; dann aber verließ er die wissenschaftliche Bahn, um seiner Neigung zur Bildhauerei zu folgen. Der Vater ertheilte ihm hierin Unter- richt, aber kaum waren drei Jahre verflossen, so suchte der Schü- ler das Weite, was der Vater ungerne sah, weil er ihn weder in artistischer noch in scientivischer Hinsicht hinlänglich vorbereitet sah. Doch der junge Jorhan verließ das väterliche Haus, mit einem festen Willen, das Fehlende zu ersetzen. Diesen Willen konnte selbst eine Bauschaft von einem bayerischen Thaler nicht schwächen, und Jorhan ist durch eigenen Fleiß auch wirklich ein treflicher Künstler geworden. Im Jahre 1775 verließ er Land- shut, und zuerst fand er in Augsburg bei Deutschman Arbeit. Nach wenigen Monaten besuchte er Neuburg an der Donau , wo ihm Kronenwitter einige Arbeit verschaffte, und im härtesten Winter suchte er Wien zu erreichen, aber ohne dort Arbeit zu finden. In Wienerisch Neustadt fand er endlich Beschäftigung, aber schon verließ er Österreich , zur Zeit des Einfalls in Bayern , da der Kaiser nach Maximilian Joseph's Tod Anspruch auf das Land machte. Im Jahre 1779 ging der Künstler nach Augsburg zu In- erle, und von da aus besuchte er Straßburg, wo er bei den Bildhauern Malkde und Ketterer, den besten der Stadt, zwei Jahre arbeitete. Hierauf ging er nach Delle in der Franche-Comté, wo damals der Bildhauer Morin lebte, und auch zu Paris, Dijon und Besançon arbeitete er. In den beiden letzten Städten be- suchte er die Akademie der Künste, da ihm seine Ausbildung so sehr am Herzen lag. Nachdem er sich auch in Langres einige Zeit aufgehalten hatte, ging er nach Thann im Ober-Elsass, und hier fertigte er um 1785 nach dem Plane des Architekten Quelgr für die Münster Kirche einen Altar. Dieses ist jener Kleber, der als General der französischen Republik in Ägypten umkam, und frü- her Baudirektor war. Von Thann wollte Jorhan nach Italien rei- sen; allein die Revolution vereitelte sein Vorhaben, und er fand es für besser, nach Deutschland zurückzukehren. Im Jahre 1785

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