Jordaens oder Jordaans, Jakob, Maler und Radierer von Antwerpen , war anfänglich Schüler des A. van Oort, und schon gedachte er nach Italien zu reisen, als ihn die Tochter seines Meisters durch das Eheband für immer an das Vaterland fesselte. Doch blieb ihm stets die Sehnsucht nach Italien , die er aber nur dadurch stillen konnte, dass er bei jeder Gelegenheit Werke italienischer Meister kopierte, besonders jene von Titian und Bassano . Auch Rubens zog ihn an, und dieser Meister bewies sich gegen Jordaens jederzeit freundschaftlich. Er verschaffte ihm Arbeit, und man erwähnt besonders Cartons zu Tapeten, welche der König von Spanien bei Rubens bestellte. Für Jordaens konnte dieser Auftrag für den König nur vorteilhaft sein; aber man wollte hierin eine Böswilligkeit des grossen Rubens erkennen, um nämlich durch die Wassermalerei dem Jordaens den Sinn für ein glänzendes Colorit zu verwirren. Eines solchen Neides war Rubens nicht fähig, und überdies war Jordaens noch ein junger Mensch, der damals seine Eifersucht nicht erregen konnte. Sandrart kam auf den Gedanken, dass nach Vollendung der Cartons Jordaens
Jordaens oder Jordaans, Jakob.
Färbung kalt geblieben sei, was aber durchaus unrichtig ist. Sein Colorit ist frisch, und überhaupt sind seine Werke so schön, dass man sie fast dem Rubens an die Seite setzen kann. Nur findet man in denselben keine schöne Auswahl der Form, und oft gefiel er sich in grosser Sinnlichkeit. In der Carnation ist häufig ein durchsichtiges Gläsernes. In der Composition ging er mit ungemei- nem Feuer zu Werke, öfter fast mit Wildheit. Seine Stellungen sind aber natürlich, seine Physiognomien sprechend, es mag sich
darin innere Aufregung oder gemüthliche Ruhe offenbaren. Im
Helldunkel hatte er grosse Stärke und in plastischer Rundung der
Formen suchte er seines Gleichen. Dann war Jordaens ein Mann von edlem Charakter, des Tages arbeitsam und Abends im Kreise guter Freunde, gerne fröhlich. Seine Lebensweise war sehr gere- gelt und er brachte es auf 84 Jahre. Im Oktober des Jahres 1678 wurde er auf dem Leichenacker der reformirten Kirche der Herr- schaft Putten mit seiner Tochter Elisabeth an einem Tage begra- ben. P. de Jode hat sein Bildniss gestochen.
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