Jordaens, auch Jordaans genannt, hat zahlreiche Werke gelie- fert, und solche findet man in den ausgezeichnetsten Gallerien, Compositionen in grossem und kleinerem Formate. Unter seinen Hauptbildern nennt man das Bildnis des Prinzen Friedrich Hein- rich von Oranien auf einem Triumphwagen von vier weißen Pfer- den gezogen, ein Werk, das im Saale des grossen Hauses im Busch beim Haag aufgestellt wurde. Das Bildnis des Prinzen mit seiner Gemahlin ist auch in der Gallerie von Devonshire House in London zu sehen, ebenfalls ein Hauptbild, und mit viel mehr Naturgefühl ausgeführt, als gewöhnlich. Das Fleisch ist hier von solidem Impasto, in einem, dem Rubens nahekommenden Gold- ton. S. Dr. Waagen’s Kunstwerke und Künstler in England I. 254. In der Sammlung zu Chiswick in England ist das Fest des Bohnenkönigs, ein von Jordaens oft behandelter Gegenstand, häu- fig übertrieben und gemein in den Gesichtern. Weniger ist dieses mit dem Bilde in Chiswick der Fall, und es ist dabei von sehr länzender und kräftiger Wirkung. Im Nordthumberlandhouse ist eine achte, aber gemeine heilige Familie. Ein gerühmtes Bild ist auch sein Philemon und Baucis, das dreimal gestochen wurde, schön von Lauwers. Es ist dieses eines seiner ersten Cabinetsstücke auf Holz, das 1801 mit der Sammlung des Kästneraths Stenglin in Hamburg verkauft wurde. Als Meisterstück erklärte man das Gemälde mit lebensgrossen Figuren „der König trinkt, das erwähnte Bohnentfest“, gestochen von Pontius. Ein Gegenstand,
den Jordaens öfter behandelte, ist sein Satyr, vom Bauer zum Gaste
geladen, nach Aesop’s Fabel. Den Kalt und Warm Bläser hat Vorsterman gestochen. Für den König Karl Gustav von Schweden malte er zwölf Passionsdarstellungen, und auch für die Gallerie Christian IV. von Dänemark malte er Bilder. Auch in den Kirchen seines Vaterlandes sind Altarstücke von seiner Hand. Darunter rühmt man Christus unter den Schriftlehrern in der Walpurgis- kirche zu Furnes.
In der königl. Pinakothek zu München sind mehrere Werke von diesem Künstler, und darunter zeichnet sich vorzüglich der Satyr aus.
Die königl. Gallerie in Dresden besitzt Meisterwerke von Jor- daens: den trunkenen Silen, die Magdalena, die Sänger, Diogenes mit der Laterne von Menschen und Thieren umgeben, ein grosses Bacchanal, den verschwenderischen Sohn, den Silen mit Bacchan- tinnen, die Darstellung im Tempel,
Im königl. Museum zu Berlin sieht man den Bauer mit dem
Satyr, woran auch Rubens Theil hat, dann das Sprichwort: Wie die Alten sungen, so pfeifen auch die Jungen, bildlich dargestellt.
In der k. k. Galerie zu Wien sind Philemon und Baucis mit Jupiter und Merkur, lebensgrosse Figuren, dieselbe Darstellung, welche Graf von Brabeck in kleinerem Formate besass; das Fest des Bohnenkönigs mit Figuren in natürlicher Größe; ein schönes Bacchanal.
In der gräflich Schönborn’schen Galerie ist ein prächtiges Bild von Jordaens, Seegötter vorstellend, die einen ungeheueren Fisch- zug thun.
Im königl. Museum zu Paris ist von ihm die Vertreibung der Käufer und Verkäufer aus dem Tempel, auf ziemlich komische Weise aufgefasst, aber trefflich. Daselbst ist auch das Dreikönigs- fest, oder „Le Roi boit.“
Im Museum zu Lyon ist eine schöne Anbetung der Könige.
In der Galerie Orleans war das Bild des Herzogs von Alba, von Jordaens gemalt.
Überdies finden sich von Jordaens noch viele andere Werke, die wir aber hier nicht verzeichnen können.
Eine bedeutende Anzahl von Werken dieses Künstlers wurde kupferstochen, neben den oben erwähnten von H. Guttenberg (die vier Evangelisten, Mus. Nap.); von P. Pontius (Flucht in Ägypten, das Dreikönigsfest, oder „der König trinkt“); Marinus (Christus vor dem Hohenpriester, Martyrium der heil. Apollonia, Anbetung der Hirten, Christus vor Caiaphas); von Bolswert (Jupiter und Amalthea, Pan mit der Flöte vor der Herde, heil. Familie, so d’oude Söngers etc., Merkur tödtet den Argus, Christus am Kreuze, Ärgus und Jo, das Concert); von P. de Jode (Martin von Tours); L. Vorsterman (der Linsenesser, der Satyr bei der Bauernfamilie, etc.) ; J. Neefs (Christus vor Pilatus, der Satyr bei dem Bauer, der verliebte Schäfer); J. F. Poletnich (der Bohnenkonig); P. A. Moitte (Erregung der Tafel); G. Keatting (kindliche Liebe); Fr. Lucas (der betrunkene Bacchus); J. Rymsdyck (Bildnisse von Friedrich Heinrich und Emilie von Oranien) etc.
Jordaens hat auch in Kupfer radirt, und folgende Blätter werden ihm selbst zugeschrieben:
Die Vertreibung der Verkäufer aus dem Tempel. J. Jordans inv. 1652. fol. Im ersten Drucke ohne Bloetelings Adresse selten.
Die Kreuzabnehmung. J. Jordans inv. 1652. H. 10 Z. 7 L. Br. 8 Z. 7 L.
Die Flucht nach Ägypten, ebenso bezeichnet, fol.
Jupiter als Kind von der Ziege Amalthea ernährt. J. Jordans inv. 1652. fol.
Jupiter und Jo, während Juno den Nebel zerstreut, 1652. H. 10 Z. 3 L., Br. 13 Z. 5 L.
Merkur tödtet den Argus, 1652. Die Abdrücke mit Bloeteling’s Adresse sind retouchirt. H. 8 Z. 4 L., Br. 12 Z. 4 L.
EiÖn Ba;1e}r hält vor mehreren Zuschauern die Kuh beim Schweife,
- fol.
Saturn auf Wolken verschlingt eines seiner Kinder, ein seltenes Blatt ohne Bezeichnung und dem Jordaens beigelegt, 4.
Cacus entführt dem Herkules die Herde, dem Jordaens zuge- schrieben.
Brabantiae, Flandriae, Zelandiae, a N. J. Vischer in Jucem editum 1660. Die Blätter sind mit Figuren staffirt, und der unbekannte Stecher ist P. Schutt. H. 7 Z. 9 L., Br. 10 Z.
Speculum Zelandiae etc. By een vergadert door N. Vischer. Die Namen der Künstler fehlen, doch
sind sie wahrscheinlich die Obigen, H. 10 Z. 3 L., Br. 7 Z. 7 L.
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