Jarvis, Thomas, ein in England gerühmter Glasmaler , dem Dallaway einen ganz neuen Stil in der Glasmalerei beilegt, in Folge dessen er diesen Künstler über alle anderen zu setzen geneigt ist. Allerdings bewirkte er in England einen neuen Umschwung in der Glasmalerei , aber nicht zum Besseren. Er blieb ferne von der Vollkommenheit der älteren deutschen und flämischen Maler, da er ihre alte ehrwürdige Kunst nur zur Nachahmung der Öleren Jahrhunderte aufweisen, keine Rede ist. Anfangs malte Jarvis nur kleine Stücke, deren Lord Cremorne in seiner Villa zu Chelsea allein an die zwanzig besass. Besonders schön fand man die Darstellung des Inneren gotischer Dome und Schlösser, mit einfallenden Lichtstrahlen. In den Jahren von 1777–89 führte er die Malereien des westlichen Fensters in der Capelle in New-College zu Oxford nach Cartons von Reynolds aus. Oben in der Mitte sieht man die Geburt Christi, wo sich Joshua Reynolds und Jarvis in der Gestalt zweier Hirten selbst abgebildet haben. In der unteren Abteilung sind in 7 Feldern eben so viele allegorische weibliche Figuren dargestellt, die Charitas und die Cardinaltugenden, grau in grau gemalt. Die Kosten dieser düsteren Malerei beliefen sich auf 1028 Pf. St. Die grauen Bilder sind hier noch die heitersten, die Farben der oberen Gemälde aber undurchsichtig, ganz dem Charakter der alten Glasmalerei entgegen. Auch werden sie der Zeit nicht so lange trotzen, als diese, da es dem Jarvis an hinlänglicher Kenntniss im Einschmelzen der Gläser gebrach. Die traurigste Wirkung aber macht eine noch viel größere Arbeit zu Windsor, wo er mit seinem Schüler Forrest in der St. George’s Chapel nach einem Gemälde von West die Auferstehung Christi malte. Kaum dringen die Sonnenstrahlen durch die bräunlichen düsteren Farben dieses Fensters, welches dennoch an 4000 Pf. St. kostete. Im Angesichte der herrlichen neuen Glasmalereien in München würde es dem Dallaway kaum eingefallen sein, das Verfahren Jarvis ruhmwürdig und durchaus eigenthümlich zu nennen. Warton hat die Geburt Christi in einer Ode an Sir Joshua Reynolds besungen. Im Jahre 1801 ereilte diesen Künstler der Tod.
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