Jarenus, ein Maler von Soest , der erst in neuerer Zeit in die Reihe deutscher Künstler eingeladen wurde, als einer der ausge- zeichnetsten in Westphalen. Er ist älter als Albrecht Dürer, denn sein Wirkungskreis fällt in die Jahre von 1450—1500. Während- dieser Zeit schuf er viele Bilder, deren aber mehrere durch die Zeit und durch die Ungerechtigkeit der Menschen zu Grunde gingen. Das k. preussische Museum bewahrt mehrere bedeutende Bilder von diesem Künstler, „Paul“ Goldgrund emalt, zusammen ein großes Altarwerk bildend. Das Mittelbild stellt verschiedene Scenen aus der Passion dar, mit wirren Gruppen und seltsam hastigen, dürren und scharfgezeichneten Figuren. Im Einzelnen finden sich jedoch auch charaktervolle und anmuthige Köpfe. Jarenus ent- wickelte sich indessen unter den westphälischen Künstlern des 15. Jahrhunderts zu schönerer Eigenthümlichkeit, während früher an die Stelle des milden Adels und der anmuthvollen Ruhe der älteren Schule des Landes ein wildes, bis zur Rohheit und Karikatur über- ziehenes Streben, und eine unruhige Überfüllung des Raumes ge- treten war. Auch Jarenus konnte sich von dieser Weise nicht ganz losmachen, aber seine Gruppen sind besser geordnet, und es finden sich in seinen Compositionen anmuthig gezeichnete Madonnen, schöne deutsche Köpfe mit schlicht herabhängendem blondem Haar. Den Beweis liefern die Seitenflügel des erwähnten Altarwerkes, S. Kugler’s Gesch. der Malerei I. 81.
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