Jamitzer, Wenzel

Jamitzer, Wenzel,

perspektivische Maschine. Dürer hatte sich gleichfalls eine solche Maschine erdacht, Jamitzer richtete sie aber zweckmäßiger ein und erhielt durch sie interessante Resultate. Wir verdanken ihm auch ein perspektivisches Werk, wovon aber nur die Kupfertafeln mit dem Titel „Jatte ohne den erklärenden Text erschienen. Das Buch führt den Titel: Perspectiva corporum regularium. Das ist,

Ein fleißige Fürweysung etc. Anno . Die Titelblätter der ver- schiedenen Abtheilungen des Werks sind reich verziert. Dieses Werk wurde 1618 zu Amsterdam von Johann Janson nachgesto- chen und neu wieder herausgegeben, ohne dass in der Vorrede des ursprünglichen Erfinders Erwähnung geschieht. Dass J. nicht blos durch perspektivische Zeichnungen, sondern auch als Figu- renzeichner Beachtung verdient, bewähren unbestreitbar die Titel- blätter dieses Werkes. Ein Theil dieser perspektivischen Zeich- nungen, woran Jobst Amman die Kupfer stach, ist noch vor- handen, im Besitz des Freiherrn von Nagler in Berlin . Sie sind mit blauer Farbe auf weißes Papier schraffirt. Dass J. auch an- dere, namentlich figürliche Zeichnungen verfertiget habe, beweisen die nach demselben verfertigten Holzschnitte und Kupferstiche. Die Angaben der verschiedenen Kunstbücher, dass er selbst in Kupfer gestochen, sind sehr abweichend und nicht genug begrün- det, und sie mügen zum Theil aus einer Verwechslung mit Christoph Jamitzer, seinem Neffen, entstanden seyn. Er könnte wohl vielleicht durch seine Kunstfertigkeit sich versucht gefunden ha- ben, auch in diesem Theile der Kunstausübung etwas zu leisten, allein in der Vorrede des perspektivischen Werkes bittet er, man müge es seiner großen schweren Hand verzeihen, wenn etwa der eine oder andere Strich nicht so wäre, wie er seyn solle.

Die Herausgeber des erwähnten Werkes: Die Künstler Nürn- bergs etc. stellen es aber in Zweifel, ob Jamitzer selbst radirt und in Kupfer gestochen habe, und dass seine schwere Hand bei Führung der Nadel ihm hinderlich gewesen. Mehrere jedoch behaupten, dass Jamitzer in Kupfer gestochen habe, und es findet sich wirk- lich ein radirtes Blatt mit „Wenzel Jamitzer 1535“ bezeichnet. Es stellt eine Art Grabmal vor, aus einem Bogen mit zwei canne- förmigen Säulen bestehend, darüber zwei Genien mit einer Krone; unter dem Bogen bemerkt man einen Sarg. Dieses Blatt scheint die Arbeit eines Goldschmiedes zu seyn, und wohl jene des W. Jamitzer, da man neben dem Monogramme auch seinen Namen auf dem Blatte liest. H. 8 Z. 9 L., Br. 4 Z. 8 L.

Dann legt man hie und da dem Jamitzer das Monogramm „W“ mit dem Messerchen auf Holzschnitten bei, allein dieses bedeutet einen anonymen Formschneider, der nach einem gleichfalls unbe- kannten Zeichner RW (verschlungen) gearbeitet hat. Diese Blät- ter stellen architektonische Gegenstände dar, bei Bartsch IX. 168 aufgezählt.

Malpe behauptet, Jamitzer habe mit Amman eine Folge religiö- ser Gegenstände in Kupfer gebracht, aber Heinecke, so wie das Handbuch von Huber und Rost, behaupten, dass Jamitzer durch eine von J. Amman radirte Folge geistlicher Vorstellungen bekannt sei. Hier gilt Jamitzer nur als Zeichner, Malpe will aber auch seine Teilnahme am Stiche glaublich machen. Dieses muss jene Sammlung seyn, unter dem Titel: Jusüi Tigurini pictoris biblicae figurae addita brevi explicatione germanicis rhytmis ab H. Reben- stock facta. Francof. 1571, von welcher Rost und Heinecke sa- gen, es seien darin religiöse Darstellungen nach Jamitzer’s Zeich- nung zu finden.

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