Jamesone, George, berühmter Maler, geb. zu Aberdeen 12586, gest. zu Edinburgh 1642. Dieser schottische van Dyck war der Sohn eines Architekten Andrew Jamesone, man weiß aber nicht, wer ihn im Vaterlande mit den Grundsätzen der Kunst vertraut gemacht. Als Jüngling finden wir ihn zu Antwerpen bei Rubens, und als er heimgekehrt war, hatte er bald den Ruf eines trefflichen Künstlers gegründet. Er malte vorzüglich Bildnisse, die neben der lebendigen Auffassung auch durch die fleißige Ausführung sich empfehlen. Sein Colorit ist markig und hieblich, durchaus harmonisch, und, auch in den Schatten noch durchsichtig. Als Coloristen legt man ihm Rubens’sche Meisterschaft bei. Er erscheint in seinen Werken immer vollkommener, und für die vorzüglichsten achtet man diejenigen, welche er von 1650 an bis zu seinem Tode lieferte. Dieses sind Porträts , die öfter klein sind und im Übrigen kaum die Lebensgröße erreichen; dann Landschaften und Historien, teils in Öl, teils in Miniatur. Als 1633 Karl I. Schottland besuchte, überraschte ihn besonders die Reihe schottischer Könige, welche bei dieser Gelegenheit der Magistrat von Edinburgh durch Jamesone malen liess. Karl sass dem Künstler selbst zu einem Bildnis, und erfreut darüber überreichte er ihm den Ring von seinem Finger. In Schottland besitzen viele vornehme Familien Bilder von Jamesone, die meisten aber sind zu Taymouth auf dem Landsitz des Grafen von Breadalbane, weil Sir Colin Campbell von Glenorchy, einer der Vorgängern des Grafen, den Künstler freigebig unterstützt hatte. Walpole gibt den Auszug aus einer Rechnung über Gemälde, welche Campbell erhalten hatte. Einige der vorzüglichsten Gemälde Jamesone’s in Taymouth hat Th. Sommers auf vier großen Blättern bekannt gemacht. Andere Bilder von diesem Künstler sind in den beiden Collegien zu Aberdeen; neben anderen die Sibyllen, in welchen er schöne Damen der Stadt abgebildet haben soll.
Die Gemälde, deren Walpole und Fiorillo als im Privatbesitze erwähnen, sind wohl nicht alle mehr an Ort und Stelle; auch liegt es nicht in unserem Zwecke, ein vollständiges Verzeichnis derselben zu geben, und wir verweisen daher auf Fiorillo’s Gesch. der Malerei in England. In der „Scottish Gallery, or Portraits of eminent persons in Scotland etc. by Pinkerton 1800, fol.“ sind einige seiner Bildnisse gestochen. Auch von ihm selbst gibt es Bildnisse; worin er sich immer mit dem Hut auf dem Kopfe darstellte, wie einige glauben, weil ihm der König erlaubte, sich in dessen Gegenwart zu bedecken, oder, wie andere wollen, um hierin dem Rubens nachzumahmen. In der Tribune zu Florenz ist sein Bildnis, und dann stach Alexander Jamesone, ein Nachkömmling Georg’s, 1728 das Bildnis des Künstlers mit seiner Frau, Isabella Tosh, und seinem Sohne, von Jamesone 1623 gemalt.
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