Jakob, Formschneider von Straßburg, der aber in Venedig seine Kunst übte. Die Lebensverhältnisse dieses Künstlers sind unbekannt, nur einige Blätter sprechen von seinem Dasein, wenn wir auf denselben „Jacobus fecit, oder Opus Jacobi“ lesen.
Im Jahre 1503 gab er einen großen Fries, den Triumph des Julius Cäsar auf 12 Blättern darstellend, heraus, unter dem Titel: Triumphus Gaii Julii Caesaris, qui quinquies triumphavit. — Manibus propriis hoc praeclarum opus lucem prodire fecit Jacobus Argentoratensis, Germanus, Archetypus soJertissimus, anno virginei partus M. D. Ill, idibus februarii sub hemispherio Veneto finem imposuit.
Ein sehr seltenes Werk der alten Formschneidekunst, mit der Aufschrift: Im 15290 Jar Am 5 Tag Novembris. Ist der aller-durchleichtigist grosmechttigest vnyberwindlichist cristlichen: Kayser Karolus der 5 zu Bononia eingeriten etc. Ist aller Nazion ain Wenig angezaigt: gedruckt und gemacht in Venedig am ersten Tag Julius als man Zalt 1530 Jar. — Diese sehr grosse Composition besteht aus 16 Blättern, zusammen 332 Z. lang und 154 Z. hoch. Vollständig trifft man dieses Werk selten, und es ist noch zu bemerken, dass man nur mutmasslich den M. Jacopo als Urheber nennen kann.
Die heil. Johannes auf dem Throne mit dem Kinde, welches die Weltkugel trägt. Der Thron ist verziert, und in den Abtheilungen sieht man Darstellungen aus der Leidensgeschichte. An den Stufen sind St. Rochus und St. Johannes. Rechts oben ist das Täfelchen mit den Worten: Jacobus fecit, und in jenem zur Linken liest man: Benedictus pinxit. Dieser Künstler soll B. Montagna seyn. H. 18 Z. 2 L., Br. 14 Z. 7 L.
Eine allegorische und satyrische Darstellung mit der Inschrift: Istoria Romana. Links sitzt die Hoffnung unter dem Baume und rechts am Piedestal ist eine Figur mit dem Januskopf und einer Fackel. Unten speit der Drache Feuer gegen einige Figuren, von denen eine den Merkurstab, eine andere den Drei zack und die dritte ein Pferd hält. Daneben ist ein Krieger und Pferde. Links ist die Fortuna und hinter ihr ein Mann mit Faunusohren. Auf dem Täfelchen liest man: Opus Jacobi. H. 16 Z. 9 L., Br. 14 Z. 8 L.
Andere Blätter von Meister Jacobus sind in einem anatomischen Buche, dem ersten seiner Art, unter dem Titel: Incipit fasciculus medicihae tompositus per excellentissimum — Joannem de Ketham Alamanum tract. de anathomia etc. Nec non anathomia Mundini. Impressum Venetiis per Joannez et Gregoriuxz de Gregoriis fratres. Anno dni. MCCCCXCV. die XV. octobris. fol. —
In diesem Buche sind neun Compositionen und anatomische Figuren von Jakob in Holz geschnitten, nach vortrefflichen Zeichnungen des Andrea Mantegna oder vielleicht noch richtiger des Benedetto Montagna. R. Weigel (Catalog von Kunstsachen III. S. 29) meint, dass auch der Formschneider ein Italiener sei, näm-
lich der Maler. Jacobus de Montagnana von Padua, G. Bellini’s J
Schüler. Wenn dieses sich so verhält, dann sind beide Jakob ver- schiedene, l_‘ersonen; der erstere nennt sich deutlich Jacobus Ar-
gentoratensis. Ob der Umstand, dass der Verfasser des anatomi- mischen Tractatus ebenfalls ein Deutscher ist, in einigen Betracht komme, wollen wir den trefflichen Kenner Weigel selbst entschei- den lassen. Dieser Tractat ist äusserst selten, bei Weigel auf 12 Thlr. gewerthet.
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