Jakob, ein Deutscher

Jakob, ein Deutscher, einer der geschicktesten Architekten seiner
Zeit, wurde vom Ordensgeneral Fra Elisa nach Assisi berufen,
um das sacro convento zu erbauen. Diese Kirche wurde zu Ehren
des heil. Franziscus erbaut, der schon zwei Jahre nach seinem
Tode, , darin beigesetzt wurde, und der Bau ist mit solcher
Zweckmässigkeit und Festigkeit aufgeführt, dass er schon seit 6
Jahrhunderten dem dort mit besonderer Heftigkeit tobenden Stür-
men und anderen Ungewittern widerstanden hat. Das Ganze be-
steht aus zwei Kirchen, der oberen und unteren. Die obere Kirche ist
zum Gottesdienst im Allgemeinen bestimmt, und sie ruht auf der un-
teren, die ursprünglich bloss Begräbnisskapelle des Heiligen seyn

sollte, und mit ihren vierfachen Armen die Last des Kreuzes der oberen hält. /

Nachdem Jacopo durch den Kirchenbau von Assisi weit berühmt geworden, ließ er sich zu Florenz nieder und führte dort, wie in der Gegend umher, viele große und öffentliche Bauten aus, z. B. in Florenz die neue Brücke (Ponte nuovo), 1221 die Kirche S. Salvatore und S. Michele (jetzt S. Michele degli Antinori, nach dem Plane des Matteo Nigetti) am Platze Padella, und das neue eigenthümliche Strassenpflaster, das früher von Backsteinen war u. s. w. Zuletzt machte er den Entwurf zu dem Grab- male Kaiser Friedrich II. in der Abtei Monreale in Sizilien , auf Friedrichs’ Verlangen. Vasari erzählt, dass ihn die Florentiner Lapo geheissen, aus dem Namen Jacopo nach der florentini- schen Art verkürzt, und dass Arnolfo di Lapo der Sohn dieses Meisters sei. Baldinucci und della Valle leugnen die Identität dieses Namens mit Lapo, und suchen sogar zu beweisen, dass Ja- copo kein Deutscher gewesen, obwohl nicht befriedigend. Letzterer will auch den Nicola Pisano an die Stelle Jacobs als Baumeister des Domes zu Assisi setzen, aber dieser arbeitete damals zu Bo- logna, und des Bruders Angeli lateinische Geschichte des Klosters, welche den Vasari berichtigt und ergänzt, hebt jeden Zweifel. Den Bau vollendete Philippus de Campello. Auch Cicognara machte diesen Jacopo, jedoch ohne Grund, zu einem Norditalie- ner, die aber selber beim Dome zu Mailand unzweifelhaft Deutsche gebrauchten. -

Ein Werk dieses deutschen Baumeisters ist ferner der Dom zu Arezzo (Vescovato), wo er auch den längst völlig zerstörten Palast Pietramala baute, nachdem er die Kirche zu Assisi aufgeführt hatte. Er führte den Bau zwar nicht weit, und derselbe wurde später erst, von 1277 an vollendet. S. Margaritone; Der Palast der Herren von Pietramala, über dessen Zerstörung man L. ‘Aretino’s florent. Ge- schichte nachlesen kann, scheint auf dem Platze gestanden zu sein, wo jetzt die Kirche und das Hospiz der P. Reformaten des heil. Franziscus ist. Gegen Vasari’s Angabe, dass er zu Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut wurde, streitet der Umstand, dass die Macht des Hauses Pietramala erst zu Anfang des 14. Jahrhunderts gegründet wurde. Vasari und Schorn I, 71.

Jacopo der Deutsche starb 1262. S. auch Arnolfo di Lapo.

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