Jahn, Johann Quirin, Historienmaler , wurde 1730 in Prag gebo- ren, und nach zurückgelegten Elementarstudien von seinem Vater Jakob in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet. Ausserdem machte ihn der berühmte Ingenieur F. Schor mit den Grundsätzen der Geniekunst vertraut; denn der Vater wollte ihn zu einem ge-
schickten Architekturmaler herangebildet wissen, und Quirin brachte
es durch eifriges Studium auch wirklich zu grosser Vollkommen-
heit in allen Theilen der Malerei. Nachdem er in der väterlichen
Schule einige Jahre zugebracht hatte, begab er sich nach Holland
und den Niederlanden, besuchte Frankreich , und aus Deutschland
kehrte er wieder nach Prag zurück, von wo aus er Wien zum
Ziele seiner Reise setzte. Hier besuchte er die Akademie, hatte
aber bereits selbstständig seine eigene Künstlerbahn betreten, und
als Anerkennung seiner Verdienste nahm ihn die erwähnte Akade-
mie bald unter die Zahl ihrer Mitglieder auf. Dieses entlammte seinen
Eifer, und erregte das Verlangen, die von seinem Vater ererbte
Sammlung mit neuen Kunstwerken zu vermehren, um bei seinen
Unternehmungen an guten Mustern sich zu erkräftigen. Er malte
für Kirchen und Klöster in Öl und Fresco, und bis zu der unter
Kaiser Joseph II. 1782 erfolgten Klosterreform fehlte es ihm nie
an ehrenvollen Aufträgen. Jetzt gab es weniger zu thun und Jahn
beschränkte sich auf das Zeichnen und Skizziren. Nebenbei richtete er sein Augenmerk besonders auch auf die Kunstgeschichte
und das Resultat davon waren mehrere wissenschaftliche Abhand-
lungen, die im Drucke und theils auch im Manuscripte vorliegen.
Er hatte selbst eine schöne Kunstbibliothek und noch reicher war
seine Sammlung von Kunstwerken. Im Jahre 1802 starb er, mit dem
Rufe eines trefflichen Künstlers und eines hraven Mannes.
In den Kirchen zu Prag findet man mehrere Bilder von ihm,
und mehrere seiner Bilder berührt Dlabacz namentlich. Daselbst
sind auch Jahn’s literarische Werke angegeben. J. G. Haid hat
nach ihm eine Madogna: beim Kinde an der Wiege gestochen.
Anderes haben J. Balzer und F. Heger gestochen; letzterer auf
sechs Blättern den Plan des nach Jahn’s Ideen erbauten Saales bei
der Krönungsfeier Leopold II. Sein Zeichenbuch wurde mit gros-
sem Beifalle gekrönt.
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