Indessen enthält das Werk auch sein Gutes, doch ist nicht alles neu

Indessen enthält das Werk auch sein Gutes, doch ist nicht alles neu, wie die Idee von der Wellenlinie . Er versinnlichte dieses durch eine gestochene Palette mit einer gebogenen Linie, und als man ihm später sagte, dies hätte man schon gewusst, stach er das Blatt mit Columbus und dem Ey. Sein Werk bedurfte auch der Feile, und diese legten Dr. Hoadly und andere seiner Freunde an. Dieses Werk erschien 1753, und es wurde ins Deutsche und Französische übersetzt. Er selbst aber machte in Frankreich kein Glück. Im Jahr 1747 reiste er nach Calais , wo man ihn beim Abzeichnen des Stadtthores als Spion ergriff, was seinen Groll, gegen Alles, was französisch war, noch vermehrte. Er fertigte desshalb viele satyrische Blätter auf die Franzosen, worüber John Bull herz- lich lachte. Indessen verschonte er auch seine eigenen Landsleute nicht, so wie seine Bilder auch sagen, in welcher Gesellschaft der Ur- heber selbst gewesen, doch glaublich nur als Beobachter. Er hat den Ruf eines Mannes von geregelter Lebensweise, dem nur die Galle manchmal überging. Auch war er Feind aller Akademien, oder viel- mehr des akademischen Schulzwanges. Nach seiner Meinung war die Errichtung einer Akademie für die Kunst der Todesstreich. Er hielt eine solche Anstalt als Schule knechtischer Mittelmässigkeit, für

Hogarth, William.

ein Mistbect der Kabale und schmutzigen Nebenbuhlerei, für den Prunksaal eitler und leerer Ansprüche. Und einen solchen Prunk- saal richtete er doch selbst ein. Nach Thornhill’s Tod wurde auf seine Veranlassung auf’s Neue eine Akademie gegründet, die 30 Jahre unter seiner Leitung fortbestand. Das neue Gebäude wurde in der St. Martins Lane gebaut und als Georg III. den Thron be- stieg, räumte er der Akademie die schönen Gemächer in Sommer- sethouse ein. Doch bildeten die Künstler bald eine neue Gesell- schaft, bei welcher Sir Joshua Reynolds auf des Königs besondern Befehl den Vorsitz führte.

Hogarth’s erste geätzte Blätter waren für Bücherzierden bestimmt : für Aubry de la Motraye’s Reise, Apulejus goldenen Esel, But- ler’s Hudibras, Milton’s Gedichte, und er bekam für seine ersten Arbeiten oft nicht viel mehr, als das Kupfer werth war. Seinen Ruf gründete um 1728 die sonderbare Geschichte des berüchtig- ten Madchens, Maria Tost, die vorgab mit Kaninchen schwanger zu gehen. Noch immer wurden ihm aber seine Bildnisse, Genre- und Familiengemälde besser bezahlt. Nach 1730, wo er sich mit Thornhill’s Tochter verheiratete, folgten seine Hauptwerke der Reihe nach. Im Jahre 1733 gab er seine Begebenheiten einer Buhlschwester heraus, und 1735 machte er die Blätter mit dem Leben des Liederlichen bekannt. Doch malte er nebenbei immer fort; um diese Zeit die Danae und den Teich zu Bethesda. Jetzt fingen Swift, Fielding u. a. auch an, ihn öffentlich zu erheben. Im Jahre 1745 erschien seine Heirat nach der Mode, die ihm viel besser gelang, als das Gegenstück, die glückliche Ehe. Die Zahl seiner Blätter wurde immer bedeutender, und auch nachgestochen wur- den sie, wogegen der Künstler 1757 eine Parlamentsakte erwirkte. Im Jahre 1757 wollte er lächerlicher Weise mit seinem Gemälde der Sigismunda mit Correggio’s gleicher Darstellung wetteifern, und behauptete noch dazu, er wolle den Meister Allegri übertreffen.

Spott war sein Lohn, statt der 400 Pf. St., die Lord Richard Gros- venor im Falle des Gelingens ihm bezahlt hätte. Walpole sagt, seine Sigismunda sei einer heulenden, aus dem Dienste gejagten Dienstmagd ähnlich. Dieses Bild kaufte Boydell, und 1807 wurde es doch um 400 Guineen verkauft. In der letzten Zeit seines Le- bens bekam er mit Wilkes Streitigkeiten, wozu jenes Werk Ver- anlassung gab, welches unter der Benennung »Zeitläufe« bekannt ist.

Er liess sich hier in politische Verhältnisse ein. Sein letztes Werk betitelte er, wie in Vorbedeutung, »das Ende aller Dinge«. Wenige Momente vor seinem Tode sagte er zu einem seiner Freunde, er wolle zunächst das Weltende vornehmen, und als ihn einer auf sein eigenes Ende aufmerksam machte, erwiderte er seufzend: Je eher ich schliesse, je besser wird es sein. Er machte sich nun mit Eifer an das Blatt, und es war das letzte. Hogarth nannte es selbst „Tailpiece“, und es ist auch unter der Benennung Finis be- kannt. Nach einigen Monaten begrub man ihn zu Chiswick, wo dem Künstler ein Denkstein mit Garrick’s Grabschrift errichtet wurde.

Über Hogarth, den Maler, verbreitet sich Direktor Dr. Waagen in seinem Werke: Kunstwerke und Künstler in England etc.

Hogarth hatte ein entschiedenes Talent für Malerei, doch fand er bei seinem Auftreten in England weder ein technisches Fundament, noch eine höhere und lebendige, geistige Richtung in der Kunst. Und an diesem doppelten Mangel sah der Dr. Waagen die englische Malerei, wenn auch in abnehmendem Grade, bis auf unsere Tage zu kranken. Denn jener hohle und leere, und mit aller Natur in Widerspruch stehende Idealismus, welcher damals für die histo-

rienmalerei als einziger Heilsweg gepredigt wurde, musste jedes echte Kunsttalent, dessen erste Bedingung ein lebhafter Natursinn ist, abstoßen, und wie es dann immer zu gehen pflegt, in eine einseitige Opposition treiben. Dieses war nach Dr. Waagen’s richtiger Ansicht der Fall mit Hogarth. Er hatte ein eminentes Talent für Auffassung des Charakteristischen in der Natur, und für Verwendung desselben zu dramatischen Vorstellungen. Wäre ein Naturell, wie Hogarth, im 15. Jahrhundert in Florenz zum Vorschein gekommen, so hätte er aus dem Kreise der religiösen Vorstellungen jener Zeit ohne Zweifel so viele höchst dramatische Scenen aus dem Mönchsleben mit großem Beifall behandelt, wobei auch seine humoristische Ader in so manchen burlesken Zügen des Klosterlebens seine Rechnung gefunden haben würde. Da ihm aber seine Zeit keine allgemeine Form bot, worin er sein Talent hatte geltend machen können, erfand er, um sich in seiner Weise auszusprechen, eine neue Gattung der Malerei, nämlich die moralisch-historische, welche in dem allgemeinen Gebiete der Malerei nach Waagen ungefähr die Stelle einnimmt, wie das bürgerliche Drama in der Poesie, so dass Hogarth sich etwa zu Raphael verhält, wie Molière zu Sophokles. Diese moralisch-historische Gattung ist, nach Waagen’s Behauptung, das Einzige, worin die Engländer das Gebiet der Malerei im Allgemeinen erweitert haben; in allen andern Gattungen werden sie mehr oder minder von den andern Schulen übertroffen. Hogarth’s und Reynolds Behandlung ist breit und frei; jeder Zug ist aber noch in der Natur erschaut, bestimmt ausgedrückt, während bei den meisten späteren Malern selbe in Flüchtigkeit und Nachlässigkeit ausartete, so dass von allen Gegenständen nur ein schroffer, oberflächlicher und allgemeiner Schein wiedergegeben wird, und manche Bilder den grellen Effekt einer Theaterdekoration machen, andere wieder in rabulistischer Unbestimmtheit verschwimmen. Viele ihrer Bilder sind verblichen oder eingeschwarz geworden, andere haben Risse bekommen und die Farbe ist flüssig geworden, da es diesen Meistern an einer guten Technik fehlte.

In der Nationalgalerie zu London ist Hogarth’s Mariage à la Mode, in 6 Bildern, nach Waagen’s Meinung die geistreichste von dessen Folgen, bekannt durch Kupferstiche und durch Lichtenberg’s witzige Beschreibung. Der Künstler hat hier die Vermählung des hohen, aber hohlen Stammbaumes mit der schmutzigen, aber vollen Geldkatze, wobei die Personen nur als zufälliges Anhängsel betrachtet werden, sammt ihren Folgen mit dem seltensten Aufwande von Erfindung, Beobachtung, Humor und dramatischer Energie dargestellt. In diesen Bildern fand Waagen auch einen ausgezeichneten malerischen Werth, während Hogarth’s Landsmann, H. Walpole, sagt, derselbe habe als Maler nur ein geringes Verdienst besessen. Mit seltener Meisterschaft und Leichtigkeit sind hier die feinsten Nüancen seines Humors in den Köpfen hineingeschrieben, und alles Andere ist mit Sicherheit und mit Fleiß ausgeführt. Die Färbung ist im Ganzen unscheinbar, ohne Lasur, die Bilder sind nur in Deckfarben gemalt, sie haben mehr den Eindruck von Gouache- als Ölgemälden; es herrscht aber darin ein so feiner Sinn für harmonische Wirkung, dass sie, nach Waagen’s Behauptung, auf einer unglaublich höheren Stufe stehen, als so viele Erzeugnisse der neuesten englischen Schule mit ihren schreienden grellbunten Farben. Nur der Tod des Ehemannes hat nachgedunkelt.

Für diese sechs Bilder erhielt Hogarth armselige 110 Pf. St. Ankerstein bezahlte dagegen 1797 dafür 1381 Pf. Sie sind auf Leinwand. 2 Sch. 3 Z. hoch, 2 Sch. 11 Z. breit.

In der Nationalgalerie ist auch Hogarth’s eigenhändig gemaltes

Bildnis. Festigkeit und eine gewisse Derbheit des Charakters, große

Gelassenheit des Sinnes sind die hervorstechendsten Züge des Kopfes, der lebendig aufgefasst, fein gezeichnet und in einem warmen Ton fleißig ausgeführt ist. Das Bild ist in einem Oval, und davor ist eine merkwürdige Zusammensetzung der Gegenstände, die ihm lieb waren, Auf Leinwand, H. 2 Sch. 11 Z., Br. 1 Sch. 3 Z.

Eine merkwürdige Folge von Gemälden dieses Meisters wurde 1810 erst entdeckt, und zwar in einem Hause zu London, wo sie am Getäfel eines Zimmers angebracht waren. Sie wurden nicht für den Verkauf bestimmt, sondern von Hogarth während seiner Mussestunden in der Zeit der schönsten Blüthe seines Geistes gefertigt. Der Künstler stellt in fünf Abteilungen die Schicksalsgöttin dar, wie sie aus höherer Region ihre günstigen, so wie ihre unheilbringenden Ga- ben auf die Bewohner der sublunarischen Welt, worunter nament- lich die Helden der Dunciade sind, herabfallen lässt. Man erblickt hier unendliche Mannigfaltigkeit der Züge, und eine Lebendigkeit und eine Meisterschaft in allen Dingen, wie sie nur einem Hogarth eigen war. Ausführlich beschrieben ist es im Kunstblatte 1829, nach den Annals of fine arts Nro. 26 desselben Jahres.

Ein anderes Werk dieses humoristischen Malers, das um die- selbe Zeit wieder entdeckt wurde, ist eine sehr launige und be- wegte Darstellung eines Bacchantenzuges, ungefähr 5 Fuß hoch, und 4 Fuß breit.

Im Jahre 1825 entdeckte man in London ein drittes, längst für verloren geglaubtes Bild, welches Garrick bei der Probe eines neuen Stückes vorstellt, mit den Bildnissen der Mrs. Abington, Mrs. Pope, Machkins, Palmers etc. Dieses kostbare Stück gehörte 1825 dem Buchhändler Wheatley.

Die Gemälde der Parlamentswahlen besitzt jetzt Architekt Soane. Ueberdies malte Hogarth mehrere Historien, sie stehen aber alle seinen satyrischen Darstellungen nach; er konnte aber selbst in solchen Bildern die Satyre nicht zurückdrängen. In seiner Dar- stellung des Teiches von Bethesda, womit er das Bartholomäus- Hospital beschenkte, jagt der Bediente einer mit Geschwüren be- deckten reichen Dame einen armen Mann fort. Auch mit der My- thologie treibt er seinen Scherz. Seine Danae ist eine feine Dirne aus Drury Lane, und ihre Begleiterin ein altes Weib, die eine Guin- ee zwischen die Zähne gesteckt, um die Aechtheit der Zeus’schen Münze zu versuchen.

Im Jahre 1757 machte er sich mit dem Gemälde der Sigismunda mit Tancred’s Herz sogar lächerlich, und ein Kupferstich mit der Überschrift: Eine Hure, die über eines Stiers Herz heult, zielt auf den Verfertiger der Sigismunda.

Seine königliche Maskerade in Somersethause, ein Gemälde, wel- ches zu Anfang unsers Jahrhunderts Roger Falmer an sich brachte, hat Th. Cook sehr gut gestochen.

Zwölf andere Gemälde, mit Darstellungen aus Butlers Hudibras, wurden 1800 an einer Treppenwand in Jermyn Street unter Staub begraben, erst wieder entdeckt, und diese sind ebenfalls durch 12 große Kupferstiche bekannt; die Gemälde aber, deren etliche bedeutenden künstlerischen Werth haben sollen, sind noch figurenreicher, als die Stiche. Alle diese Gemälde haben lächer-

liche Züge, und sein Garrick in der Rolle Richard’s M. ist viel- leicht eines derjenigen, deren Gegenstand ganz ernsthaft ist. Al- lein Meister Garrick erfüllt fast mit Schrecken, Hogarth hat es mit C. Grignon gestochen.

Kupferstiche:

  1. William Hogarth Engraver, mit zwei Figuren und zwei Liebesgöttern, 1720.

  2. Eine emblematische Darstellung auf den Südseehandel, Hogarth inv. et sc., 1728, kl. qu. fol.

  3. 13 Blätter für Aubry de la Motraye’s Reisen, 1723.

  4. 7 Blätter mit Darstellungen aus Apulejus goldenem Esel, 1724.

  5. 15 Blätter zu Beaver’s Military Punishments of the ancients.

  6. Eine Burleske auf Kent’s Altargemälde in St. Clement, 1725.

  7. A Masquerade, invented for the use of ladies and gentlemen by the ingenious Mr. Heidegger, 1725.

  8. Masquerades and Operas, Satyre auf Lord Burlington, der den Schmierer Kent dem berühmten Thornhill vorzog, 1725.

  9. A just View of the British Stage, eine richtige Vorstellung der englischen Bühne, oder: Drei Köpfe sind besser als einer.

  10. 12 grosse Blätter zu Butler’s Hudibras, 1726.

  11. Eine kleine Folge dieser Darstellungen, 17 Blätter, mit Butler’s Bildnis.

  12. Mary Tofts the rabbit woman (Kaninchen Weib) of Godalming, 1727.

  13. Rich’s Glory or his triumphant entry into Covent-Garden. Rich’s glorreicher Einzug in Covent-Garden, 1728.

  14. Sara Malcolm, 1732 als Verbrecherin hingerichtet. Dieses Weib hat der Künstler vor der Hinrichtung noch gemalt.

  15. A Midnight madness conversation, eine nächtliche Burschengesellschaft, 1733 gr. qu. fol.

  16. Southwark faire, der Jahrmarkt in Southwark, 1734, gr. qu. fol. Bei Auktionen 4–5 Thlr.

  17. The Harlots progress, das Leben einer Buhlerin, 1733–34, 6 Bl. gr. qu. fol. Ging auf Auktionen zu 12 Thlr. weg.

  18. The Rake’s progress, das Leben eines Liederlichen, 1735, 8 Bl. gr. qu. fol. Auf Auktionen 10–20 Thlr.

  19. Before and after, vor und nach, zwei freie Darstellungen für einen Wüstling gemalt, 1736, fol.

  20. The Sleepy Congregation, die schlafende Versammlung, 1736, und 1762 retouchirt, fol.

  21. The distressed Poet, der unglückliche Poet, 1736. Auf den Abdrücken mit dieser Jahrzahl ist im Grunde ein Gemälde, wie Pope den Dichter Curll ausprügelt; 1740 wurde es in eine peruanische Aussicht verändert, qu. fol.

  22. The lecture, die Vorlesung, 1736, 4 Bl.

  23. The four Times of the Day, die vier Tagszeiten, 1738, 4 Bl.

  24. Struggling Actresses in a Barn, die widernden Schauspielerinnen in der Scheune, 1738, gr. qu. fol. Auf Auktionen circa 4 Thlr.; im ersten Abdrucke, wie sich eine das Haar mit Talg bestreicht.

  25. The enraged Musician, der wütende Musikant, 1741, qu. fol. Beim Erscheinen dieses Blattes sagte man, dass man vom Ansehen schon taub werde.

  26. Mariage à la mode, die Heirat nach der Mode, von Hogarth gemalt und unter seiner Aufsicht von Scotin, Ravenet und Aaron gestochen, 1745. 6 Bl. gr. qu. fol. Auf Auktionen 8–12 Thlr. Man hat darnach auch einen trefflichen Stich von Earlom.

  27. Garrick in the character of Richard III., Garrick in der Rolle Richard III., mit Grignion 1746 gestochen, gr. qu., fol.

  28. The Stage-coach, an Election Procession in the yard, die Landkutsche im Hofe des Wirthshauses, oder die Wahlpro- zession im Hof, 1747, qu., fol.

  29. The Effects of Industry and Idleness, die Wirkungen des Fleisses und der Faulheit, 1747, 12 Bl. qu. fol.

  30. The Gate of Calais, or the roast Beef of old England, 1749, Satyre auf seine Gefangennehmung in Calais, mit Mosely ge- stochen, gr. qu. fol.

  31. Das Bildnis Hogarth’s mit der Mütze, und der Dogge, 1749, fol.

  32. The March of Finchley, der Marsch nach Finchley in Schott- land, von P. Sullivan unter Hogarth’s Leitung gestochen 1748, gr. qu. fol.

  33. Beerstreet, die Bierstrasse, 1751. Circa 5—6 Thlr.

  34. Gin Lane, Branntweingässchen, 1751, fol. Steht ohngefähr in gleichem Preise.

  35. The Stages of Cruelty, die Grade der Grausamkeit gegen Hunde geübt, 1751, 4 Blätter von höchstem Ausdrucke, fol.

  36. Paul before Felix, scratched in the manner of Rembrandt, Paul vor Felix, in Rembrandt’s Manier gekratzt, qu. fol. Im ersten Drucke ohne Felix Frau.

  37. Paul before Felix, after the picture in Lincoln’s Inn Hall, eine ernsthafte Darstellung, 1752, gr. qu. fol. Im ersten seltenen Drucke mit der später unterdrückten Stelle aus Pope.

  38. Moses brought to Pharaoh’s Daughter, Moses zu Pharao’s Tochter gebracht, mit Sullivan gestochen, gr. qu. fol.

  39. Columbus breaking the Egg, Columbus zerschlägt das Ei, Subscriptiensbillet zur Analysis of Beauty, 1755, 4. Für dieses Werk stach er noch ein anderes Blatt, die Palette.

  40. Four Prints of an Election, die Wahl eines Parlamentsmit- gliedes, 4 Blätter von Hogarth, Grignion, la Cave und Ave- laine, 1755. Circa 24 Rthlr. im ersten Drucke.

  41. The Portrait of Hogarth, painting the Comic Muse, Hogarth die comische Muse malend, 1758, fol.

44—45) France, plate first, — England, plate second, Frank- reich und England, 1756, 2 Bl., qu. fol.

  1. The Cockpit, das Hahnengefecht, 1750.

  2. The five Orders of Periwigs, die fünf Perückenordnungen, 1761.

  3. Credulity, Superstition and Fanatism, Leichtgläubigkeit, Aber- glaube und Fanatismus, 1762, fol.

49—50) The Times, plate I, and II., die Zeitläufe, Satyre auf Pitt, 1762, fol.

  1. John Wilkes, 1763, fol.

  2. The Bruiser C. Churchill, in the character of a Russian Her- cules, der Hauptfechter C. Churchill, 1765, fol.

  3. Die vier Tagszeiten, gr. fol. Ohngefähr 415 Thlr.

  4. Oxford heels.

  5. Finis, die Schlussleiste, 1764. 4.

  6. The Pathos, or manner of sinking in sublime paintings, Pa- thos, oder die Kunst, in erhabenen Gemälden zu sinken, 1764, qu. fol.

  7. Good Samaritan, der gute Samaritan.

  8. King Henry the Eighth and Anna Bullen.

  9. Die Schlacht der Gemälde, Einlasskarte zu einer Auktion.

Hogarth’s Werke bedürfen eines Commentars, um dieses Ag- gregat launiger, satyrischer Züge in seiner historischen und mo-

ralischen Seite zu erfassen. Er, als zweiter Swift, schrieb ein
Buch mit Pinsel und Radierpinsel, und dieses bedurfte schon
nach dreißig Jahren eines zweiten gedruckten Buches von Ir-
lands, um verstanden zu werden. Zwanzig Jahre später richtete
Lichtenberg dieses Buch für seine Landsleute zu, und zwar
so geistreich, dass man sogar glaubte, Hogarth verdanke nur den
Commentatoren seinen Ruhm. Hogarth selbst gab schon Inschrif-
ten und von Hoadley fabricierte, Mottos hinzu, um die Sache ver-
ständlicher zu machen, doch sind diese nur moralische Nutzan-
wendungen. Noch zu Lebzeiten Hogarth’s erschienen die Lettres
de Mr. *** (Rouquet) à un de ses amis à Paris, pour lui ex-
pliquer les estampes de M. Hogarth. Paris 1746. Ann gab J.
E rusler eine ähnliche Arbeit von größerem Umfang heraus: Ho-
garth moralised, London 1768, mit 80 Kupfern; aber Walpole
war es erst, der in Hogarth’s Werken auch neben der moralischen
Seite auch das artistische Verdienst des Künstlers hervorhob. In der
Folge erschienen theils als Erklärungen, theils als vollständige
Commentare über Hogarth’s Werke: Essay on prints, by Mr. Gil-
pin; J. Nicholl’s Biographical anecdotes of W. Hogarth, 1782 in
2ter Ausgabe; Hogarth illustrated by John Ireland, 3 Voll. London
1791, und die Graphic illustrations of Hogarth, from pictures,
drawings etc., 4 Voll. London 1794, mit 60 Kupfern. Die beiden
Ireland sind nicht verwandt, und das Werk des letzteren ist
gleichsam ein Supplement zu den früheren Werken, indem darin
frühere Blätter Hogarth’s vorkommen, welche Hogarth selbst und
die Sammler weglegten. Auch ist das Werk interessant. Alle diese
Commentatoren übertraf aber Lichtenberg durch seine witzigen Er-
läuterungen, die er anfänglich (1784) in der Folge der Göttinger-
schen Taschenkalender, seit 1784 aber einzeln und weitläufiger
herausgab, unter dem Titel: Ausführliche Erklärung der Hogarth’-
schen Kupferstiche. Die ersten fünf Lieferungen sind jedoch nur
von ihm selbst, die übrigen von verschiedenen Verfassern. Lich-
tenberg versprach auch, das Leben des Künstlers zu schreiben,
was aber nicht geschehen ist. Indessen gibt es zahlreiche Biogra-
phien, von ihm, von Walpole bis A. Cunningham. Auch in drei
deutschen Quartbänden sind die biographischen Anekdoten Hö-
garths zu lesen. Im Jahre 1817 erschien von Nichols wieder ein
lavis Hogarthiana, or illustrations of Hogarth.

Seine Kupferplatten kamen nach dem Tode seiner Frau 1789
an eine Nichte, Namens Mrs. Lewis, und diese überließ sie
gegen eine Leibrente an Boydell, bei welchem sie noch nicht re-
touchiert wurden, und die neueren Abdrücke haben in Vergleich
zu den früheren noch den Vorzug der besseren mechanischen Ein-
richtung des Druckes. Boydell verkaufte 410 Platten in einem Fo-
liobande für 20 Guineen. Später wurden die Blätter retouchiert.

Von den früheren Verzeichnissen der Hogarth’schen Werke ist
wohl das erwähnte Werk von Nichols, welches 1783 in einem
deutschen Auszuge, unter dem Titel: Beiträge zu W. Hogarth’s
Lebensbeschreibung, mit einem chronologischen Verzeichnis er-
schien. Im Jahre 1817 erschienen von diesem Nichols: The ge-
nuine Works of W. Hogarth, with biographical anecdotes by J.
Nichols and G. Steevens. 3 Voll. Im Jahre 1853 erschienen zu
London: Anecdotes of W. Hogarth, written by himself, with
essays on his life and genius etc. by J. B. Nichols, mit 48 Ku-
pfern und Nachbildungen seltener Blätter. Im Jahre 1820 wurde
zu London eine neue Ausgabe von Hogarth’s Werken veranstal-
tet, und das Ganze sollte sich auf ungefähr 130 Blätter belaufen,

Sehr schätzbar sind die Copien Riepenhausen’s zu den Erklärungen von Lichtenberg. In Umrissen gab sie J. G. Mansfeld zu G. C. Lichtenberg’s Schriften. Wien 1811, bei Gassler.

Eine sehr interessante Copie ist die von C. Rahl in Wien, welcher sie nach den Stichen der herzoglich-albertinischen Sammlung in kl. fol. fertigte.

Dieses berühmte Cabinet besitzt neben den Originalen die seltensten Varianten. Hogarth nahm an seinen Platten mancherlei Änderungen vor, so dass frühere Abdrücke manchen interessanten Vergleich bieten. Diese Copien, mit geistreicher Nadel gefertigt, erschienen mit Lichtenberg’s Erklärung in 12 Heften. 1836 erschien bei Pönicke et Sohn in Leipzig eine Ausgabe von Hogarth’s sämmtlichen Werken in 74 Bl. Steindruck, qu. gr. fol. 6 Rthlr.

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