Ictinus, berühmter Architekt , der in der glanzenden Zeit des Perikles
in Athen lebte, unter dessen Regierung die griechische Architektur
ihre höchste Blüte erreicht hat. Ictinus, oder nichtiger Ictinus,
erbaute mit Callimachus das Parthenon zu Athen, das in
seiner Beraubung noch immer einen wunderbaren Eindruck erregt, und wie unendlich groß muss dieser gewesen sein, als das Werk noch in seinem Glanze dastand, mit seinem Farben- und Gold- schmuck,
Dieser Tempel war Ol. 85 bereits vollendet, denn zu jener Zeit fertigte Phidias seine berühmte Statue, das Schutzbild des Heiligtums, und dieses stand noch erhalten 1687, als es die Venetianer durch eine Bombe beschädigten; Das Meiste hat das Parthenon durch den Schotten Elgin gelitten, der unseliger Weise um 20 Jahre zu früh nach Griechenland kam. Wer daher die pla- stischen Zierden des Parthenon, so viel nämlich die Zeit und das Meer übrig gelassen, schauen will, der muss nach London in das brittische Museum wandeln, oder sich mit den Abbildungen be- gnügen, welche in dem Werke: 'The Elgin marbles from the Temple of Minerva at Athens', London 1818, sich finden. Cockerell fertigte zu Bröndsted’s Voyage dans la Grèce II. pl. 38 einen Plan des Tempels, und frühere Angaben über das Parthenon sind in den Voyage de J. Spon, Stuart, Wilkins, Leake und Böckh zu suchen. Als die genauesten Wegweiser sind aber vor allen die neue Ausgabe von Stuart’s Werk (s. Eberhard), und Hittorff’s französische Übersetzung von 'The unedited antiquities of Attica' zu bezeichnen. Ictinus selbst hat mit Carpion über diesen Tempel ein Werk geschrieben, aber dieses hat sich nicht bis auf unsere Zeit erhalten. Schon das Altertum hatte die zeichnenden Künste zum Gegenstande von Gelehrsamkeit und Wissenschaft gemacht, Ictinus um Ol. 85.
Das Parthenon oder Hekatompedon ist ein Peripteros octastylos hypaethros, in dorischer Ordnung, auf einer hohen Plattform, ganz aus pentelischem Marmor gebaut. Es besteht aus dem Säulen- gange, dem Vortempel an beiden schmalen Seiten, durch Säulen mit Gittern gebildet, dann dem eigentlichen Hekatompedon oder der 100 Fuss langen Cella mit Säulen um das Hypathron, und dazu kommt das eigentliche Parthenon, das Jungfrauengemach, wo die Bildsäule stand, und der Opisthodomos mit seinen vier Säu- len, nach Westen gerichtet, während der Haupteingang nach Osten sich hinzieht.
Zu jener Zeit, als dieses Parthenon erbaut wurde, trugen die Tempel Athen’s den Charakter des reinsten Ebenmasses, der ge- wähltesten Formen, der vollkommensten Harmonie, und als Mu- ster jenes Stils ist das Parthenon zu nennen.
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