Huysum, Jan van

Huysum, Jan van, berühmter Blumenmaler , geb. zu Amsterdam 1682, gest. 1740. Sein Vater Justus, ein geringer Maler, ertheilte ihm den ersten Unterricht und dann ging er zur Mutter Natur in die Lehre, die sich seiner auch so sehr freute, dass sie ihm ihre schönsten Töchter zum Muster bot. Er ist der Rafael des Blumen- reichs und die Bewohner desselben stellte er mit unnachahmlicher Treue dar. Die Blumen prangen in den schönsten Karben und in

natürlicher Frische, als wenn der Thau gerade seine Perlen über sie gegossen. Dann brachte er dabei auch Insekten, Schmetterlinge, Vögel, deren Nester mit den Eiern u. s. w. an, alles in reichem Prachtgewande der Natur. Die Blumen setzte er öfter in Vasen, mit schönen Basreliefs verziert. Und was nun die Ausführung an-

. belangt, so herrscht hier der höchste Fleiss und bei Bereitung der Farben, der Öle und Firnisse vermied er sorgfältig jeden

Huysum, Jakob van. — Hydrnisl 87

fremden Blick; er beobachtete das tiefste Geheimnis. Er lasierte ins Unendliche, selbst die Deckfarben, und dabei bediente er sich der hellsten und dauerhaftesten Farben, die auch bis auf diese Zeit ihre Frische erhalten haben. Diejenigen Blumen, die auf hellem oder bräunlichem Grunde gemalt sind, zieht man jenen auf dunklem Grunde vor, und diese werden sehr teuer bezahlt.

Weniger geschätzt sind seine Früchte, da sie wie von Wachs bossirt oder wie gemaltes Elfenbein erscheinen. Dann hat man auch Landschaften von seiner Hand, die grösstentheils aus seiner ersteren Zeit herrühren. Sie sind mit Ruinen aus der Umgegend von Rom geziert, auch mit Figuren versehen, und auch diese Landschaften sind von Werth. In Rom selbst war van Huysum nicht, und da- her ist die Staffage nur nach Kupferstichen oder Zeichnungen

gemalt. 1

In der letzten Zeit seines Lebens verlor er aus Verdruss, den

ihm einer seiner Söhne verursachte, so ziemlich den Verstand, aber

dieses hatte auf seine Kunst keinen Einfluss. In den letzten Tagen gelangte er wieder zu heller Einsicht.

Die Werke dieses Künstlers sind in den ausgezeichnetsten Cabi- netten zu finden und Meisterstücke bewahren die Gallerien zu Mün- chen, zu Wien und Dresden. Zwei vorzügliche Bilder kamen aus der Gallerie von Cassel nach St. Petersburg in die kaiserliche Ere- mitage. Mehrere seiner Bilder wurden gestochen von Pichler, Earlom, Elgersma, Kirkal, L.’du Bourg etc.

Es finden sich auch Zeichnungen von seiner Hand, und solche sind in R. Weigel’s Catalog, II. 125, zu Z. 4 und 0 Thaler und einige Groschen gewerthet.

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