Huret, Gregor, Zeichner und Kupferstecher von Lyon , ein ge- schickter Künstler seiner Zeit, von dem auch Watelet sagt, dass er
größere Achtung verdiene, als er wirklich genoss. Er wusste sein Instrument mit Einsicht und Leichtigkeit zu behandeln, und die Schraffirungen immer so zu legen, dass sie für das Auge lieblich oder, je nachdem es der Gegenstand erforderte, auch in Kraft er- scheinen. Glanz des Stiches beabsichtigte er wenig, immer aber sah er auf eine gefällige Abwechslung und auf pikante Wirkung. Dabei sind seine Köpfe ausdrucksvoll, die Gewänder gut geworfen und die Nebenwerke nie überladen. Dennoch ist Huret unter die Stecher zweiten Ranges zu zählen, aber vor vielen zeichnet er sich dadurch aus, dass er grösstentheils nach eigenen Compositionen stach.
Gegen das Ende seines Lebens gerieth er mit de Sallo, dem Redacteur des Journal des savans, in einen heftigen Streit, da Sallo Huret’s Abhandlung über die genaue Regel, das Profil eines Säulenschaftes zu beschreiben, als Plagiat erklärte. Huret wollte sich vertheidigen, machte aber die Sache nicht besser. Im Jahre 1670 ereilte ihn der Tod, 60 Jahre alt.
Seine Werke schätzt Marolles auf 420 Blätter, und darunter er- wähnen wir: —
Die Leidensgeschichte des Erlösers, 33 Blätter in Folio, viel- leicht das Hauptwerk des Künstlers, ‚unter dem Titel: Thea- trum dolorum Jesus - Christi etc. ipse inv. sc. et exc.‘
Die heil. Familie mit dem Jesuskinde, welches auf den heil. Geist deutet,
Die heil. Jungfrau mit dem Jesuskinde auf‘dem Arme in einer Landschaft. Im ersten Drucke vor dem Wappen auf dem
Die heil. Magdalena zu den Füssen des Kreuzes.
Der Jesusknabe in einer Engelglorie, 8.‘
Maria stellt Gott dem Vater den eingebornen Sohn dar, den Engel und Propheten anbeten, Im ersten Drucke mit dem Wappen von zwei Sternen.
Die Büste der heil. Jungfrau, mit einer einzigen Taille ge- stochen.
Die Verurtheilung des heil. Stephan, gr. hoch fol.
Die Bekehrung des heil. Paulus, gr. hoch fol.
Franz von Sales, Bischof.
Die Dreifaltigkeit, welche dem vier Evangelisten ihre Schriften eingibt, in der Ferne der Täufer, gr. qu. fol.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf Wolken, unten zwei Religiosen, Titel, 8.
Notre Dame de Liesse, 1655, gr. fol.
Christus am Kreuze, fol.
Der Leichnam Christi im Grabe von einem Engel gehalten, nach F. Zuccharo, radirt, gr. 8.
Christus mit der Dornenkrone, gr. fol.
Die heil. Familie mit St. Catharina und einer anderen Heili- gen, qu. fol.
Vindiciae praedestinationis et graciae etc. 1640, fol.
Franz de Bonne, Herzog von Lesdiguieres, nach Dumoustier, fol.
Le roi Louis XIII. et la reine Anne vouant le Dauphin à la vierge, 1638, gr. fol.
Kanzler Pierre Seguier, im Rahmen, nach Dumoustier, fol.
La seience heroique du S. de la Colombiere Wulson.
Histoire des guerres civiles de France, par H. Dovila.
Das Bildnis des Cardinals Richelieu, Oval, von der Charitas gehalten. Im ersten Drucke ist im Hintergrunde ein Spitalhof. Im zweiten ist das Portrait mit einem Wappen ersetzt, und im Grunde ein Garten.
Büste einer Frau, im Haarputze und mit Perlen, nach H. Beaubrun.
Portrait des Jacques Boyceau de la Barauderie, nach A. Vries, olio.
Palatium reginae eloquentiae, fol.
La France protectrice de l’Architecture. Vignette, deren Huret eine bedeutende Anzahl gestochen hat.
Der entweihte Parnass. Im ersten Drucke sieht man die Schamtheile der sechs Figuren, im zweiten sind sie beschattet.
Merkur legt Palmen und Lorbeerzweige am Altare nieder. Auf diesem ist Mazarini’s Portrait, welches im zweiten Drucke mit jenem des President à mortier ersetzt ist. Das Wappen besteht aus vier Feldern.
Merkur und der Friede bringen das Bildnis des Grafen d’Avanx in den Gedächtnisstempel. Auf dem zweiten Drucke ist das Bildnis mit jenem eines anderen Mannes ersetzt, und man liest die Worte: Has labor et virtus. Im ersten Drucke steht: Soloque Saloque.
Die Gerechtigkeit mit dem Schilde auf Wolken, unten Vulkan, Neptun und Cybele. Im ersten Drucke mit dem Wappenschilde: Jus quemque suo etc. — Im zweiten ohne Wappen: Disponit omnia suaviter.
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