Hummel, Johann Erdmann, Geschichtsmaler von Cassel, wurde schon früh in die Zeichenkunst eingeweiht, und kam er als sechzehnjähriger Jüngling zum Hofmaler Böttner in die Lehre. Nach vier Jahren, der bedingten Lehrzeit, studierte er auf der Akademie und in der Gemäldesammlung seiner Vaterstadt, und jetzt richtete er auch ein Hauptaugenmerk auf die Mathematik, da es zu jener Zeit in Cassel an einem gründlichen Unterrichte in der Perspektive und Optik fehlte. Im Jahre 1792 ging er zur Ausbildung in der Malerei nach Italien , und nachdem er sich in Rom zu diesem Zwecke alle Mühe gegeben hatte, besuchte er 1790 Neapel und Paestum , dann die naheliegenden Inseln, und nach einigen Monaten traf er wieder in Rom ein.
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zweiten Reise in dieselben Gegenden widmete er sich in Rom mit Vorliebe der landschaftlichen Darstellung, und bis zum Jahre 1700 boten ihm Tivoli , Albano, Subiaco und andere schöne Gegenden reiche Studien dazu. Jetzt trieb ihn die Revolution nach Deutsch- land, und von Cassel begab sich der Künstler nach Braunschweig , wo ihn der Herzog sehr gut aufnahm und ihm riet, in Berlin sein Glück zu versuchen. In dieser Stadt, wo er seit 1800 in Thä- tigkeit lebt, malte er Porträts , historische und landschaftliche Bil- der, auch verschiedene Zeichnungen lieferte er, und als Zeichner hatte er sich überhaupt schon früher großen Beifall erworben. Im Jahre 1800 wurde er Professor der Architektur, Perspektive und Optik an der königl. Akademie zu Berlin, und bei dieser seiner Anstellung führte er zuerst die Projektionslehre und die geometri-
sche Schattenkonstruktion ein, so wie auch das architektonische
Zeichnen nach besonderen Prinzipien, ferner die freie Perspektive und Optik.
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