Hueber, Joseph, Maler, der um 1730 zu Innsbruck in Tirol geboren wurde und anfänglich zu einem schlechten Maler in die Lehre kam. Nach Verlauf der dreijährigen Lehrzeit schickte ihn der Va-
Er sich nach Salzburg , wo er drei Jahre freundlicheren Unterricht ennoss, als im väterlichen Hause. Endlich trat er die Reise nach Rom an, und bei dieser Gelegenheit hatte er vom Glücke zu sa- sen, da er beim Sturme der einzige war, der gerettet wurde. In Rom war zwei Jahre Wasser und Brot seine Nahrung, und die Kirchenstiege oft sein Nachtlager. Dennoch zeichnete er fleißig und wohlgemütig nach Gemälden der Kirchen und nach Statuen, und diese Zeichnungen führte er mit Kreide und Tusch aus. Von Rom aus ging er durch Deutschland nach Prag , wo er die Male- reien des F. Braendel copirte, und schon hatten ihm seine Talente und sein solides Betragen Achtung erworben, als er ein Mädchen zum Altare führte. Jetzt sewo ihn sein Vater, ein Sattler, sich in Meimath niederzulässen, aber bald jagte er ihn mit Frau und Kin- dern aus dem Hause, weil seinem ledernen Sinne eine vom thnß gemalte Madonna nicht gefiel. Allerdings gefielen seine Bilder nicht Jedermann; seine Schatten waren oft zu hoch getrieben, und auch die Figuren nicht immer anatomisch richtig gezeichnet. Da- gegen fanden Kenner in seinen Compositionen auch wieder gute Ideen und ein reinliches markiges Colorit. Er soll oft beim einem einzigen Kopfe an 200 Farben auf der Pallete gemischt und dabei sich verschiedener Erdfarben bedient haben, welche andere seiner Kunstgenossen nicht kannten. Er malte einige Altarblätter, gewöhnlich aber Staffeleibilder mit Darstellungen aus dem Leben und Leiden Jesu und aus den Legenden, aber seine Werke wur- den so schlecht bezahlt, dass der arme Mann oft im Winter kein Holz kaufen konnte. Doch blieb er heiter und zufrieden, und 1772 schloss der fromme Künstler die Augen. Die Frau mit zwei Kindern und der rohe Sattelfabrikant überlebten ihn.
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