Huchtenburg, Johann van, berühmter Schlachtenmaler und Ku- pferstecher, geb. zu Harlem 1646, gest. zu Amsterdam 1733. Der erste Meister war sein Bruder Jakob, den er 1667 in Rom be- suchte, und nach dem frühen Tode desselben suchte er in Paris bei van der Meulen Zutritt. Als bereits tüchtiger Künstler kehrte er 1670 nach Holland zurück, und hier gründete er durch eine Menge von Gemälden nach und nach einen ausgezeichneten Ruf. Grosse und vornehme Kunstliebhaber beeilten sich, ihre Cabi- nete mit Bildern von Huchtenburg zu zieren, und gegen 1700 kam er in die Dienste des Prinzen Eugen von Savoyen. Dieser liess durch ihn alle beigewohnten Schlachten malen, und zu diesem Zwecke gab ihm der Prinz die genauesten Schlachtpläne und alle Einzelnheiten des Vorfalles an. Diese Gemälde bildeten eine eigene Sammlung; jedes 4 F. hoch und 5 F. breit, und sie liegen auch in einem Kupferwerke vor, unter dem Titel: Batailles gagnées avec le Prince Eugene de Savoye, peintes et gravées par J. Huchtenburg, avec des explications par J. Du Mont. À la Haye 1725, 8 fol. — Ist jedoch nicht ausgemacht, ob diese Blätter von Huchtenburg herrühren.
Huchtenburg’s Werke sind sehr zahlreich und von ungemeiner Lebendigkeit in der Auffassung. Es herrscht in ihnen Geist und Ausdruck. Die größte Zeit verweilte er im Haag, und nach Amsterdam kam er beinahe nur um zu sterben. Auch hat man von seiner Hand mehrere Blätter, deren Bartsch P. gr. V. 407 ff. 50 beschreibt, Aetzungen, Stich- und Mezzotinto-Arbeiten. Seine Blätter sind mit fester Nadel, im Geschmacke der Schule Audran’s ausgeführt, von verschiedenem Verdienste. Wahre Meisterwerke sind die Blätter in Schwarz- kunst, sowohl in der Zeichnung, als in der Wirkung; doch findet man sie noch seltener in guten Abdrücken, als die anderen.
Blätter in Schwarz-Kunst:
Die Plünderer zu Pferde. H. 8 Z. 3 L., Br. 11 Z.
Die Mahlzeit der Soldaten. H. 8 Z. 3 L. In gleicher Grösse.
Der Cuirassier zu Pferd schiesst mit der Pistole nach einem Janitscharen. H. 8 Z. 3 L., Br. 10 Z. 10 L.
Der Kampf zwischen zwei Reitern. In gleicher Grösse.
Die Frau mit zwei Kindern auf einer Kiste sitzend, daneben ein Cuirassier zu Pferd, rechts in der Ferne mehrere Figuren unter zwei Zelten. Ein prächtiges Blatt. H. 11 Z. 5 L., Br. 13 Z. 9 L.
Der Türke, den ein Reiter vom Pferde schiesst, im Grunde Gefecht. In gleicher Grösse.
Die Ruhe auf der Jagd. H. 11 Z. 2 L., Br. 13 Z.
Geätzte Blätter:
8 — 13) eine Folge von sechs militärischen Scenen. H. 15 Z. L. — 16 Z., Br. 21 Z. 6 L. — Aus folgenden Titeln ist auch der Inhalt zu erkennen:
a) Mercatus equorum bellicorum.
b) Introitus in urbem expugnatam.
c) Lustratio exercitus ad Arenacum (Musterung Wilhelm’s von England bei Arnheim).
d) Proelium in Belgio.
a) Urbs capta, dum arx adhuc obluctatur.
b) Pugna Germanorum et Gallorum in Italia.
14) Die Schlacht bei Höchstädt. H. 15 Z., Br. 21 Z. 5 L.
In Dumont’s Histoire du Prince Eugene, mit noch drei anderen Blättern, die nicht von Huchtenburg herrühren,
15 — 22) Verschiedene Darstellungen in der Histoire militaire de Louis XIV., in Ovalen, nach A. E. van der Meulen. 8 Bl. H. 35 Z. 8 L., Br. 5 Z. 2 L.
23) Ein mit Kisten bepackter Wagen, unter den Bäumen drei Soldaten, nach van der Meulen. H. 4 Z. 1 L., Br. 6 Z. 1 L.
24) Cavallerie-Angriff, links vorn der General zu Pferd, nach demselben. H. 4 Z. 1 L., Br. 6 Z. 1 L.
25 — 30) Folge von sechs Landschaften, nach van der Meulen.
31 — 34) Vier Blätter mit Schlachten, nach demselben,
35 — 44) Eine Folge von sechs Blättern, mit Studien von verwundeten Schlachtpferden, nach v. d. Meulen,
a) Das Pferd auf den Bauch gestürzt, den Schweif in der Luft. H. 6 Z. 4 L., Br. 9 Z. 1 L.
b) Ein anderes in der nämlichen Stellung, doch sieht man hier den Schweif nicht. H. 6 Z. 2 L., Br. 9 Z. 3 L.
c) Das Pferd auf dem Bauch, den Kopf nach links gerichtet, der linke Vorderfuß ausgestreckt. H. 6 Z. 1 L., Br. 9 Z. 4 L.
d) Das Pferd auf dem Bauche, den Kopf nach rechts gedreht, die hinteren Füße ausgestreckt. H. 6 Z. 3 L., Br. 9 Z. 3 L.
e) Das Pferd auf dem Bauche, fast in Profil, nach links gerichtet. H. 7 Z. 4 L., Br. 12 Z. 5 R.
f) Das Pferd, welches sich wälzt, den Bauch zeigend. H. 7 Z. 2 L., Br. 12 Z. 2 L.
g) Eines, von hinten gesehen. H. 7 Z. 4 L., Br. 12 Z. 3 L.
h) Zwei Pferde, welche sich wälzen, beide Köpfe sichtbar. H. 7 Z. 3 L., Br. 12 Z. 4 L.
i) Zwei Pferde in derselben Lage, der Kopf des einen durch das andere verdeckt. H. 7 Z. 3 L., Br. 12 Z. 4 L.
k) Die zwei liegenden Pferde. H. 7 Z. 3 L., Br. 12 Z. 4 L.
45) Landschaft mit Figuren, links ein Dorf, im Vorgrunde sechs Reiter, nach van der Meulen. H. 10 Z. 6 L., Br. 16 Z. 8 L.
46) Eine Reiterschlacht, nach v. d. Meulen, mit der Dedication an den Herzog von Enghien. H. 17 Z. 4 L., Br. 28 Z. 8 L.
47) Der Zug Ludwig XIV. und seiner Garde auf dem Pont neuf: Iter Regis etc., nach van der Meulen, grosses Blatt mit mehr als 1000 Figuren, in drei Platten bestehend. H. 17 Z. 5 L., Br. 35 Z. 3 L. Capitalblatt, bei Weigel 3 Thlr.
48) Ansicht der Stadt Lille, 1607, nach van der Meulen, H. 17 Z.
49) Die Einnahme von Dole in der Franche-Comté, nach v. d. Meulen, 1685; drei grosse Stiche. H. 17 Z. 4 L., Br. 48 Z. 2 L.
Im Cataloge von Weigel II S. 125 ist eine Federzeichnung mit Tusch, ein Reitergefecht bei Felsen vorstellend, auf 36 Thlr. gewertet. Es ist dieses eine der vorzüglichsten Zeichnungen des Meisters, gr. qu. fol..
Schüler, der um 1667 in Rom sich aufhielt, aber nur 30 Jahre alt wurde. Er ist der Bruder Jan’s. Auf einigen seiner Land-
Schaften mit Figuren steht der abgekürzte Name Jakob van Huchten. Sein Todesjahr ist unbekannt, doch erfolgte es schon vor 1670.
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