Horemans, Peter

Horemans, Peter, Maler, Bruder und Schüler des Obigen, der Onkel eines gleichnamigen Künstlers, der zu Antwerpen geboren und zuletzt als Lehrer an der dortigen Akademie angestellt wurde. Er malte Bildnisse und Genrestücke, doch ist er weniger bekannt als der ältere Peter Horemans, welcher 1700 in Antwerpen das Licht der Welt erblickte. Nachdem er sich mit den Grund­sätzen der Kunst vertraut gemacht hatte, begab er sich auf Reisen, und traf er in München ein, wo er auch sein Glück fand. Der Churfürst Carl Albrecht, nachmaliger Kaiser Carl VI., nahm ihn zum Hofmaler auf. Für diesen Fürsten zeichnete er den Bauerntanz, welchen damals die höchsten jungen Herrschaften aufführten, und 1723 die Feierlichkeit des St. Georgi-Brittenfestes. Dann malte er mehrere Caroussele und Jagdstücke für die Amalienburg nach Nymphenburg . Das Gemälde des Caroussels, welches zur Feier der Geburt des Churfürsten Max. Joseph zu Fürstenried gehalten wurde, gab die Bildnisse aller anwesenden höchsten Herrschaften, und ein Gleiches verhält sich mit dem Tourniere, welches zu jener Zeit bei Allach nächst dem grünen Hause gegen einige Dammhirsche angestellt wurde. Ueberhaupt liebte damals der bayerische Hof solche Feierlichkeiten, und Horemans fand dabei volle Beschäftigung. Die anwesenden hohen Personen sind immer Porträts, die Amalienburg glich einer Galerie solcher Hoffeste;

Ein figurenreiches Bild ist jenes, welches die Mitglieder der churfürstlichen Familie Bayerns und die 1761 in München befindliche Familie des Königs August III. von Polen und Churfürsten von Sachsen vorstellt, nebst einigen Herren und Damen vom ersten Range; in 32 kleinen Figuren nach dem Leben abgebildet. Die Anwesenden sind zu einem Concerte, einer Quadrille und zu einer Kaffeeparthie vereinigt. Eine nähere Beschreibung verbietet hier der Raum.

Ähnliche Gesellschaftsstücke malte Horemans mehrere, und er hatte auch den Titel eines kaiserlich-churfürstlichen Conversationsmalers. Ueberdies malte er verschiedene einzelne Bildnisse, besonders von Hoffräulein. Für Amalienburg malte er allein mehr als 200 Porträts. Auch Blumen und Früchte, Architektur, Geflügel u. s. w. stellte er dar, die Historien aber bilden den geringeren Teil seiner Werke. In der letzten Zeit seines Lebens hatte er das Unglück teilweiser Erblindung, und er wurde unfähig zur Arbeit. Im Jahre 1776 ereilte ihn der Tod.

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