Hopfgarten, Bildhauer und Giesser, der jüngere Bruder des Obigen, wurde 1770 zu Berlin geboren, und auch er wurde im Hause seines Onkels Heimlinger erzogen. Wie sein Bruder, so wurde auch er zur Kunst des Onkels gezogen, und Professor Collmann ertheilte ihm an der Akademie Unterricht im Zeichnen. Allein bald musste er des Tages dem Geschäfte obliegen, und nur die freien Stunden der Nacht blieben ihm zum Zeichnen, Modelliren und anderen Kunstübungen. Nachdem er bereits grosse Fertigkeit im Modelliren und Ciseliren erlangt hatte, begab er sich nach Paris , und in der Folge nach Rom , wo Hopfgarten noch gegenwärtig arbeitet. Im Jahre 1810 bildete er hier mit Jollage den Konstantinsbogen in vergoldeter Bronze nach, und 1820 gossen sie nach Thorwaldsen’s Modellen die colossale Büste und die Basreliefs zum Monumente des Sir Thomas Maitland, welches die Regierung der jonalischen Inseln auf Corfu errichten liess. Sie restaurirten auch die ehernen Thüren der Basilika Ostiense, und dann verdankt man ihnen auch eine Nachbildung der Reiterstatue des Marcus Aurelius im Capitolium. Durch diese und durch die früheren Arbeiten hatten sie sich solchen Ruhm erworben, dass ihnen vorzugsweise die öffentlichen und anderen Arbeiten für die päpstliche Regierung anvertraut wurden. Hopfgarten goss und ciselirte nach Thorwaldsen’s Modell auch das Brustbild des Cardinals Gori, und so verdankt man ihm manch dauerndes Werk: dieser Art; allein wir sind nicht im Stande, ein so reiches Verzeichniss derselben zu geben, wie jenes von den Arbeiten seines Bruders ist. Nur bemerken wir, dass der Künstler zu den trefflichsten seines Fachs gehöret.
August Hopfgarten, Maler, geb. zu Berlin 1807, der Sohn von Heinrich’s älterem Bruder, eines Seidenwebers, der frühe starb, aus Gram über die unglücklichen Erfolge nach den Kriegsjahren von 1813. Der Oheim Heinrich nahm sich seiner an, und er verhalf ihm zum Besuche der königl. Akademie. Hier genoss er den Unterricht des Professors W. Wach, und nachdem er 1825 den akademischen Preis erhalten hatte, ging er zu seiner weiteren Ausbildung nach Rom, wo er von 1827 an über 5 Jahre verweilte. Hierauf kehrte er nach Berlin zurück, wo er gegenwärtig in glück-
lichen Verhältnissen lebt, im Rufe eines trefflichen Künstlers. Man hat von seiner Hand mehrere gelungene historische Bilder, und solche in einem Gebiete, welches zwischen der Historie und dem Genre in Mitte liegt. Auch italienische Szenen hat man von ihm gemalt, voll des kräftigsten Lebens und trefflich geordnet. Ein Preisbild ist seine Danae bei Polydektes und Diktys auf der Insel Seriphus. In diesem Gemälde rühmt man die geistreiche Auffas- sung, den Ausdruck der Figuren, die gute Durchführung, beson- ders des jugendlichen Charakters in der Figur des Diktys. Ein anderes treffliches Bild ist sein Jupiter auf Äreta, von den Nym- phen genährt; ferner Boas und Ruth; eine Mandolinspielerin, und besonders erhoben wurde auch sein Gemälde mit Maria und Martha. Nach Uhland’s Romanze stellte er den Königssohn und die Schä- ferin bildlich dar, und sofort mehrere andere treffliche Bilder. Im Jahre 1856 malte er die Schmückung einer Braut, wo sämmt- liche Figuren Portraite von Berliner Künstlerinnen sind.
Hopfgarten ist ein geschickter Zeichner, und auch mit der Farbe weiss er meisterhaft umzugehen. Er wählt immer interessante Mo- tive und schöne Formen, und wenn man einem öffentlich ausge- sprochenen Urtheile trauen darf, so appellirt dieser Künstler nicht an das Herz; er befriediget den Sinn, denn durch die sinnliche Vollkommenheit der Erscheinungen wird das Wohlgefallen zusam- mengehalten.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_1ITrAAAAMAAJ