Hopfer, Daniel

Hopfer, Daniel, Kupferstecher , das vorzüglichste Glied einer Künstlerfamilie, die sich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu Augsburg ausgezeichnet hat. Man nennt ihn zuweilen David, allein dieser Name ist unerweislich, und es soll gar nie einen Da- vid Hopfer gegeben haben. Er war der Sohn eines gleichnamigen Malers, der um von Kaufbeuern nach Augsburg zog, und hier erscheint er bereits im Gerechtigkeitsbuche. Das Ge-

Hopfer, Daniel. ‚297

Das Geburtsjahr des jüngeren Daniel ist unbekannt, doch erfolgte ‚es kaum vor 1400. Auch sind seine Lebensverhältnisse unbekannt, und bei Betrachtung der Werke, welche diesem Daniel Hopfer zugeschrieben werden, entsteht der Zweifel, ob sie alle ihm allein angehören, und nicht teilweise seinem Vater.

Einige Blätter sind im Stile ganz veraltet, während andere in der Kühnheit der Zeichnung an die italienischen Meister erinnern. G. v. Quandt (Entwurf zu einer Geschichte der Kupferstecherkunst) glaubt zwar, Daniel habe uns in mehreren Blättern große Kunst- werke einer weit früheren Vorzeit aufbewahrt, wie in einigen Hei- ligen, im jüngsten Gerichte; allein Hopfer lebte in einer Zeit, wo man anfing, jene älteren Werke zurückzusetzen und sie mit mo- derneren zu vertauschen. Auch ist das Monogramm, welches auf solchen Blättern steht, nicht immer gleich. Neben den Buchsta- ben D. H. sieht man ein der Samenhuülse einer Hopfenpflanze ähn- liches Gewächs, und dieses gleicht manchmal eher einem Bäum- chen, das man mit den Paar Strichen, welche die Basis bilden, für eine brennende Kerze im Leuchter hielt, und daher wurde Hopfer der Meister mit dem Leuchter genannt. Manchmal ist die- ses Zeichen zierlicher gearbeitet, und dann gleicht es jenem des Augsburger Stempels, der alten heraldischen Traube des Stadtwap- pens. Dann sind die Blätter häufig reich mit Laubwerk verziert, und daher glauben G. v. Quandt und Andere, die Hopfer seien Goldschmiede gewesen, und wenn dieses wirklich der Fall ist, so müssen sie sich mit Anfertigung von Goldschmiedswerken nicht gar zu viel beschäftigt haben; denn die Anzahl der Blätter dieser Meister ist bedeutend. Der Nürnbergische Kunsthändler David Funk besass im 17. Jahrhunderte allein 230 Platten von ihnen, und diese gab er unter dem Titel: Opera Hopferiana heraus. Diese Blätter sind numeriert, man zieht aber die früheren Abdrücke ohne Numerierung vor.

Die Werke der Hopfer offenbaren grosse technische Fertigkeit in der Führung der Nadel. Einige dieser Werke sind in Stahl geätzt, und Hopfer scheint Bartsch der Erste zu sein, der sich in Lavismanier versucht hat. Dieses glaubt Bartsch mit zwei Blättern, Nr. 16 und 00 seines Catalogs, nachweisen zu können; allein es sind darin keine Abstufungen zu bemerken, und daher scheinen sie nicht nach Art der Blätter des J. B. le Prince gefertigt, sondern durch die Eau-Forte allein bewirkt zu sein. Bartsch P. gr. VIL 471 beschreibt die Blätter dieses Künstlers, und eines darunter ist mit 1527 datiert. Wie lange er gearbeitet hat, weiß man nicht.

1—2) Adam und Eva, zwei Platten und Gegenstücke, nach Du- rer. H. 10 Z. 7 L., Br. 4 Z. 1 L. 3) David sticht den Goliath, nach Rafael. H. 7 Z. 11 L., Br. 10 Z. 4) Christus gibt den Jüngern Rechenschaft von seinem Vater, in einem Gebäude mit drei Arkaden. H. 12 Z. 7 L., Br. 8 Z. 5) Jesus anerkennt von seinem Fleisch und Blut. H. 8 Z. 3 L., Br. 5 Z. 6) Christus lehrt die Apostel den Unterschied der wahren und falschen Propheten. H. 8 Z. 5 L., Br. 5 Z. 7 L. 7) Die Himmelsbrecherin vor Christus. H. 11 Z. 2 L., Br. 7 Z. 10 L. 8) Christus geht von der heiligen Jungfrau seinem Tode in Je- rusalem entgegen. H. 10 Z. 8 L., Br. 8 Z. 1 L. 9) Pilatus richtet den Heiland. H. 7 Z. 9 L., Br. 5 Z. L. 10) Christus am Kreuze, unten Johannes und Maria, rechts zwei

  1. Christus am Kreuze, die heil. Jungfrau: vom Schwerte durch- drungen. H. 5 Z. 6 L., Br. 2 Z. 6 L.

  2. Eine ähnliche Darstellung. H. 8 Z. 2 L., Br. 5 Z. 6 L.

  3. Das Crucifix in der Nische. H. 8 Z. 3 L., Br. 5 Z. 7 L.

  4. Der Centurio öffnet dem Heiland am Kreuze die Seite. H. 12 Z. 7 L., Br. 8 Z. — —

Auf den zweiten Abdrücken liest man: Dein Leiden, o Herr etc.

  1. Christus erscheint in der Glorie zum Weltgerichte. H. 11 Z.

  2. Das Schweisstuch von zwei Engeln gehalten. H. 3 Z. 2 L. Br. 4 Z. 6 L.

Die ersten Abdrücke sind gestochen, allein die zweiten ha- ben mit der Nadel bewirkte Schatten, nach Art der Lavis- manier.

  1. Eine Art Reliquienkasten mit dem toten Heiland. H. 8 Z. 5 L., Br. 5 Z. 9 L.

  2. Der Heiland mit der heil. Jungfrau, von Heiligen umgeben; St. Peter, rechts die heil. Barbara. H. 9 Z. 9 L.,

  3. Jesus Christus segnet die heil. Jungfrau, zu den Seiten Hei- lige beiderlei Geschlechts. Dieses Blatt besteht aus drei Thei- len. Zusammen H. 10 Z. 9 L., Br. 16 Z. 2 L.

  4. Eine Art Triumphbogen, darunter mehrere Figuren: Gott Va- ter, der Heiland, Maria und Johannes. H. 19 Z., Br. 9 Z. 7 L.

  5. Ein Frontispiz, unten die heil. Familie, im Basrelief darüber die Kreuzigung; dann die Auferstehung und die Apostel Petrus und Paul, in zwei Platten bestehend, zusammen 23 Z. 7 L.

  6. Der 34. und 38. Vers des 10. Cap. bei Matthäus: „glaubet ja nicht, dass ich gekommen, Friede auf Erden zu senden etc. Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt etc. Verschiedene Ge- genstände auf einem Blatt. H. 7 Z. 7 L., Br. 9 Z. 9 L.

  7. Gott segnet denjenigen, der sein Getreide verkauft, und der Teufel bemächtigt sich desjenigen, der es verbirgt. H. 7 Z.

  8. Parabel vom Fleissigen und Trägen, vom Gerechten und Bö- sen, zwei Darstellungen. H. 8 Z., Br. 10 Z. 8 L.

  9. Das Innere einer gotischen Kirche, mit der Parabel vom Bal- ken im Auge. H. 11 Z., Br. 7 Z. 3 L.

  10. Eine ähnliche Kirche mit dem Gebete des Pharisäers und des Publicans. H. 10 Z. 4 L., Br. 7 Z. 2 L.

  11. Innere Ansicht einer Kirche, mit dem Opfer der Wittwe. H. 10 Z. 8 L., Br. 7 Z. 5 L.

  12. Das Gebet des Herrn, in acht Darstellungen. H. 7 Z. 3 L., Br. 11 Z. 2 L.

  13. Der Triumph des Herrn über Leben und ewigen Tod. H. 8 Z. 10 L., Br. 12 Z. 9 L.

  14. Drei Sprüchwörter Salomons: der kluge Sohn ist die Freude des Vaters, der Dumme die Betrübniss der Mutter etc. H.

  15. Die Laster, welche Christus den Pharisäern vorwirft, auf die Mysterien der katholischen Kirche angewendet, in acht Ab- teilungen. H. 9 Z. 8 L., Br. 14 Z. 4 L.

  16. Jesus verkündet den Aposteln ihre Sendung; rechts wie er sie lehrt, dass Falschheit, Mord, Diebstahl und andere Laster den Menschen unrein machen; links: wie St. Paul die Corin-

g Hopfer, Daniel. ; 299 iher vom Tische der Götzen ferne hält etc. H. 10 Z. 10 L., Br. 14 Z. 8 L.

  1. Die Symbole der Apostel, in 12 Abteilungen. H. 16 Z. 4 L., Br. 11 Z. 4 L.

  2. Die Darstellung der Maria im Tempel. H. 11 Z. 6 L., Br. 8 Z.

  3. Die heil. Jungfrau stehend mit dem Kinde, in einer Einfassung von Ornamenten, H. 3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 5 L.

  4. Die heil. Jungfrau sitzend mit dem Kinde, das eine Heilige anbetet. H. 3 Z. 8 L., Br. 5 Z. 1 L.

  5. Die heilige Jungfrau in einem von Ornamenten umrahmten Rund. H. 7 Z. 8 L., Br. 5 Z. 7 L.

  6. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde und einem Buche, H. 8 Z. L., Br. 5 Z. 9 L.

  7. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde unter einem Porticus, mit Elisabeth, welche die Arme gegen letzteres ausstreckt. H. 8 Z. 6 L., Br. 5 Z. 8 L.

  8. Der Tanz der Engel vor der heil. Jungfrau mit dem Kinde, H. 4 Z. 6 L., Br. 12 Z. 7 L.

  9. St. Georg. H. 8 Z. 5 L., Br. 5 Z. 7 L.

  10. St. Paul auf dem Thron, die Getreuen um ihn. H. 8 Z. 4 L., Br. 5 Z. 10 L.

  11. St. Sebastian zwischen zwei Henker. H. 3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 4 L.

  12. Ein Architekturstück mit der Vermählung der heil. Catharina. H. 8 Z. 3 L., Br. 5 Z. 10 L.

  13. Eine Heilige auf dem Throne mit der Eucharistie in den Händen. H. 8 Z. 6 L., Br. 5 Z. 10 L.

  14. Venus und Amor, der die Laute spielt. H. 8 Z. 3 L., Br. 8 Z. 3 L.

  15. Der Kampf zwischen drei Tritonen, nach A. Mantegna. H. 5 Z. 9 L., Br. 8 Z. 4 L.

  16. Der Kampf zweier Tritonen, ein jeder mit einem Meer, nach demselben. H. 5 Z. 7 L., Br. 8 Z. 7 L.

  17. Faunen und Satyrn bei der Wemlese. H. 7 Z. 10 L., Br. 7 Z. 8 L.

  18. Der Tod der Lucretia. H. 8 Z. 4 L., Br. 5 Z. 10 L.

  19. Das Weib, an welchem die Römer das durch Vergil's Zauber- mittel verlängerte ewige Leben anzünden. H. 3 Z. 60 L., Br. 2 Z. 5 L.

  20. Der Tod und der Teufel überraschen ein eitles Weib beim Spiegel. H. 5 Z. 9 L., Br. 8 Z. 3 L.

  21. Die drei guten Heiden: Hector, Alexander der Grosse und Julius Cäsar, nach H. Burgmair.

  22. Die drei guten Juden: Josua, David und Judas Maccabäus, nach demselben.

  23. Die drei guten Christen: Karl der Grosse, Artur von England und Gottfried von Bouillon, nach Burgmair.

C Diese Copien sind 5 Z. 6 — 9 L. hoch und 8 Z. 2 — 5 L. breit.

56–60) Die orientalischen Tiere, 5 numerierte Blätter. H. 8 Z. 6 L., Br. 8 Z. 4 L.

  1. Drei deutsche Soldaten mit Hellebarden. H. 3 Z. 2 L., Br. 3 Z. 1 L.

  2. Der Soldat mit der Lanze und nach ihm das Weib. H. 7 Z. 5 L., Br. 5 Z. 3 L.

  3. Der Soldat mit dem Schlachtschwert und einem Weibe. H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z. 5 L.

  4. Der Soldat mit der Flinte zwischen zwei Lanzenträgern. H. 7 Z. 5 L., Br. 10 Z. 7 L.

  5. Drei Soldaten mit Schwert, Pike und Partisane. H. 7 Z. 3 L., Br. 10 Z. 6 L.

  6. Der Offizier mit dem Frommler, Pfeifer und zwei Soldaten. H. 7 Z. 6 L., Br. 13 Z. 7 L.

  7. Der Fähnrich im Kampf mit zwei Soldaten, anscheinlich von Hopfer. H. 5 Z. 10 L., Br. 8 Z. 4 L.

  8. Drei Bauern im Gespräch nach Dürer. H. 7 Z. 3 L., Br. 7 Z. 3 L.

  9. Drei Frauen, die einen Mann umarmen. H. 3 Z. 2 L., Br. 2 Z. 5 L.

  10. Der Mann am Fusse des Baumes, welcher ein Weib umarmt.

  11. Drei alte Wälder mit Stocken. H. 8 Z. 5 L., Br. 5 Z. 10 L.

  12. Der Mann und die Frau tanzend. Bolikana, Markolfaus. H. 9 Z., Br. 8 Z. 3 L.

  13. Neben Tinzer um die Alte mit dem Kruge. H. 8 Z. 1 L., Br. 12 Z. 6 L.

  14. Das Dorffest, in zwei Platten. H. 13 Z., Br. 18 Z.

  15. Büste des Julius Cäsar. H. 8 Z., Br. 2 Z. 5 L.

  16. Büste Nero’s. H. 8 Z. 4 L., Br. 5 Z. 10 L.

  17. Nero und Galba. In gleicher Grösse.

  18. Fünfzehn Männerköpfe auf einem Blatte. H. 3 Z. 2 L., Br. 5 Z. 4 L.

  19. Kaiser Maximilian I., Halbfigur mit zwei Gremien. H. 8 Z. 2 L., Br. 5 Z. 9 L.

  20. Büste Karl V. H. 8 Z. 3 L., Br. 5 Z. 8 L.

  21. Franz I. von Frankreich. H. 5 Z., Br. 3 Z. 2 L.

  22. Büste Clemens VII. H. 5 Z., Br. 3 Z. 1 L.

  23. Papst Adrian IV. H. 8 Z. 4 L., Br. 5 Z. 10 L.

  24. Papst Leo X. und ein Bruder Julian von Medicis. H. 5 Z. 7 L., Br. 8 Z. 3 L.

  25. Gerolmo, Neffe Papst Pius IV. H. 8 Z. 5 L., Br. 5 Z. 6 L.

  26. Martin Luther, Halbfigur. H. 8 Z. 5 L., Br. 5 Z. 6 L.

  27. Ein Soldat mit dem Schwerte, die Hand auf der Hüfte. H. 10 Z. 10 L., Br. 7 Z. 11 L.

Die zweiten Abdrücke haben die Inschrift: Claus Surtz den Becher. Der Soldat stellt den Conrad von der Rose, den Lustigmacher Maximilian’s I. vor. Die gegenseitige Copie ist 7 Z. 9 L. hoch und 6 Z. 5 L. breit.

88–133) Verschiedene Ornamente, Vignetten, Alphabete, Fontainen etc. Nicht bei Bartsch

  1. Das Jesuskind in einer Schule, unter einem Bogen.

  2. Allein auf den Geiz. Diese beiden Blätter sind im Cataloge der Sammlung des Grafen Renesse - Breitbach angezeigt.

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