Hooghe oder Hooge, Romain de

Hooghe oder Hooge, Romain de, Zeichner und Kupferstecher , weniger als Maler bekannt, da Werke dieser Art in geringer Anzahl sich finden. Sein Geburtsjahr ist unbekannt; denn die Angabe bei Basan, nach welcher Romain 1620 im Haag das Licht der Welt erblickt hätte, ist nicht begründet; auch 1638 ist kaum dafür zu nehmen, wie es im Cabinet Paignon-Dijonval red. par Benard p. 100 heißt. Da wird sein Todesjahr um bestimmt, während ihn Füssly noch leben lässt, was wohl auch unrichtig ist. Houbracken und Weyermann geben von R. de Hooghe weniger genügende Nachrichten, als dass sie trachten, ihn von einer schiefen Seite darzustellen. Sie brandmarken ihn als ruchlosen Menschen, aber weit entfernt, ihn aller menschlichen Schwäche zu entheben, glauben wir nur, dass König Wilhelm III. von Oranien seine Gunst einem notorisch schlechten Menschen kaum in dem Grade geschenkt hätte. In seiner Jugend befliss er sich der Rechtsgelehrsamkeit und er war nicht Arzt , wie Füssly in der Gesch. der besten Schweizerkünstler II. 153 sagt. Dort heißt es auch, de Hooghe wäre mit der Arzneigedankt- heit nicht weit gekommen und so hätte er für besser gefunden, sich ganz der Kunst zuzuwenden. Dass er diese eifrig betrieben, beweist die Menge seiner Werke. Doch auch von der Jurisprudenz machte er Gebrauch. Er war 1608–1688 Regierungs-Justiz-Commissär, dann wurde er Bergwerks-Direktor in der Grafschaft, später trat er in die Dienste König Wilhelms III. von England , und dann wurde er wieder in Harlem angestellt; König Johann III. ertheilte ihm 1675 einen Adelsbrief. Im Jahre 1662 scheint er sich in Paris aufgehalten zu haben, denn auf dem Titel von F. van Hoogstraten’s „Voorhof der Zielen“ liest man: R. de Hooge ‚Parisiis fecit 1662. Zwei Künstler dieses Namens wird es wohl kaum gegeben haben, so dass der ältere jener de Hooge wäre, den Basan 1620 geboren werden lässt.

R. de Hooghe war ein wissenschaftlich gebildeter Mann, von grosser Belesenheit, und davon machte er in seinen Kompositionen bei jeder Gelegenheit Gebrauch. Es herrscht in ihnen Reichtum der Phantasie, und diese führte ihn von einem zum andern Gedanken, ohne denselben allgemein verständlich im Bilde zu fassen und mit dem Ganzen in Übereinstimmung zu bringen. Seine Figuren ermangeln der richtigen Verhältnisse, und da bei ihm Alles in Bewegung ist, findet das Auge keinen Ruhepunkt. Auch verstand er es nicht, durch gehörige Wirkung von Licht und Schatten zu imponieren. Die Belege dazu liefern eine Menge von historischen und allegorischen Blättern, so wie solche auf Zeitereignisse. Dazu kommen noch Bildnisse und verschiedene Zeichnungen, die er mit roter Kreide oder mit ostindischer Tinte führt.

Für seine Hauptwerke hält man die Darstellung des Durchbruches des Dammes bei Coeverden, die Belagerung von Naarden, einige Blätter auf englische Verhältnisse unter Jakob II.

Das Bildnis des Admirals Ruyter, eines seiner Hauptwerke. Servatius Galläus, 1686. kl. f. 3. Die Hirtin mit dem Blumenkorbe, zwei Kühe, zwei Ziegen und eben so viele Schafe dabei, nach N. Berghem;

Hooghe oder Hooge, Romain de.

  1. Der Hirte mit der Kuh, mit zwei Ziegen und einem Schaafe, nach Berghem, 4.

  2. Der Hirte führt die Heerde über die steinerne Brücke, nach demselben, 4.

  3. Darstellungen aus dem Leben Leopold I., 12 Bl. gr. 4.

  4. Wunderthaten, durch den Glauben an Jesus bewirkt, 42 Bl.

  5. Das Parlament, eines der reichsten und interessantesten Blät- ter des Meisters, qu. roy. fol.

  6. Sieg der Deutschen über die Türken, grosses Blatt.

  7. Die grausame Behandlung der Brüder Johann und Cornel de Witt, grosses Blatt mit Erklärung.

  8. Die Thaten Alexander Farnese’s, 5 Bl. nach A. Houbracken.

  9. Die Grausamkeiten gegen die Protestanten im niederländischen Religionskriege, 1672.

  10. Die Seeschlacht, in Wolken die Bildnisse verschiedener Ad- mirale: Het belegen onstet van Leyden 1574, auf einer Fahne: Vivent les gueux, gr. fol.

  11. Der König von Spanien, vor dem Sakramente aus dem Wa- gen gestiegen; oben eine Glorie (Le carrosse ou Port-Dieu, die Rutsche von R. de Hooghe genannt).

  12. Der brennende Palast, mit der Schrift: Conquête des Français,

  13. Die Schlacht zwischen Deutschen und Franzosen: Seer furieuse. Attaque etc. 1674, grosses Blatt.

  14. Ludwig XIV. vor Ärger krank über den ungünstigen Erfolg seiner Truppen in Unterstützung. Der König ist von Ärzten und Höflingen umgeben, gr. fol.

  15. Ludwig XIII., empfängt den geflüchteten König Jakob II. in Germain en Laye, fol.

  16. Allegorie auf die Regierung Ludwig XIV., gr. fol.

  17. Die Revocation des Ediktes von Nantes, in vier Abteilungen: Pro sancta sede etc., gr. fol.

  18. Die Verfolgung der Reformirten in Frankreich, in 13 Abthei- lungen, mit franz. und deutscher Erklärung, gr. fol.

  19. Friedensverhandlung zu Breda, gr. qu. fol. Sehr gesucht.

  20. Belagerung der Stadt Narva durch Carl XII., gr. qu. fol.

  21. Die Niederlage der Franzosen bei Höchstädt, gr. qu. fol.

  22. Die Einnahme von Konstantinopel durch die Türken, fol.

  23. Die Unterwerfung der Holländer unter die Macht Ludwig’s XIV., r. fol.

  24. Der Sieg der Venetianer über die Türken, mit deutscher Er- klärung, gr. fol.

  25. Ein maskirter Mann, wie er im Comtoir Gold wiegt: Cambio di Milano.

  26. Die Religion mit dem Flammenschwerte streckt die Laster zu Boden, gr. fol.

  27. Der Mann zu den Füssen einer Frau von der Wache über- fallen, kl. Blatt.

  28. Der Genius bedeckt Luther’s Büste gegen die Unwissenheit und Hypocrisie.

  29. Die Zerstörung des Tempels Salomons.

  30. Ein Fürst gibt ein grosses Fest.

  31. Die Schlacht zwischen Polen und Türken, gr. fol. Sehr selten.

  32. Die Thaten Leopold’s I. und Johann III. von Polen bei der Belagerung von Wien: Acta Leopoldi etc., 11 Bl.

  33. Die wichtigsten Veränderungen vom Jahre 1727.

  34. Wilhelm von Oranien erhält das Bildnis seiner künftigen Ge- mahlin, fol.

  35. Dessen Vermählung mit Maria Stuart, 1677, qu. fol.

  36. Hooghe, Cornelius. — Hooghe, W. H.

  37. Wilhelm’s Ankunft in England, gr. fol. ;

Dessen Krönung zu Westminster, gr. fol.

  1. Allegorie: Guillielmo II Europae filibertator, r. fol. —

  2. Die Judensynagoge zu Amsterdam mit vielen Figuren, Haupt- blatt mit Erklärung, fol.

  3. Niederlage der französischen Flotte bei La Hogue, gr. qu. fol.

  4. Der Catafalck der Königin von England, gr. qu. fol.

  5. Allegorie auf die Prinzen Heinrich Wilhelm von Nassau - Ora- nien: Shovtoneel der Voorvallen Ao,’ 1676. met de gr. fol.

  6. Allegorie auf die Siege und Krönung Leopold I., gr. roy. fol.

  7. Allegorie auf den Frieden zwischen den Niederlanden und

Spanien.

  1. 71 Blätter in N. Petter’s Worstelkunst, Amsterdam 1674.

  2. 12 Blätter Modefiguren.

  3. Die Blätter zur Histoire du v. et n. testament, par H. Bas- nage. Erste Ausgabe. Amsterdam 1704, fol.

  4. Hieroglyphica of Merkbeelden der oude Volkeren, 64 Blätter

von R. Hooghe und das Portrait des Künstlers von Houbra- cken, Amsterdam 1735. Die deutsche Uebersetzung mit den

64 Originalkupfern erschien zu Amsterdam 1744.

  1. Histoire de Guillaume III. par Medailles, Amst. 1602. Mit

vielen Kupfern von R. Hooghe.

  1. Nouveau theatre du Piemont et de la Savoye etce. A la Haye
  1. Mit Kupfern von Hooghe, Nanteuil etc.

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