Hooghe oder Hooge, auch Hooch

Hooghe oder Hooge, auch Hooch, Pieter de. Maler und einer der berühmtesten seiner Art, wurde 1643 in Holland gebo- ren, und aus seinen früheren Werken kann man schließen, dass N. Berghem sein Meister gewesen ist, denn er hat diesen zum Mu- ster genommen. In der Folge gefiel ihm Mieris, Metzu und Slingelandt besser, doch verwendete er nie solche Sorgfalt auf die Ausführung wie jene Meister. Er ging mit ungemeiner Leichtigkeit zu Werke, und in Kraft der Farbe, so wie in Korrektheit der Zeichnung verdient er nicht geringeres Lob. Die Hände und

Köpfe seiner Figuren kommen in der Kunst jenen des Van Dyck gleich. Im Jahre ereilte ihn der Tod.

Pieter de Hooge hat seine größte Stärke in Darstellung der Wirkungen des Sonnenlichtes in der wunderbarsten Kraft, Hellig- keit und Frische. Er weiß alle Vortheile seiner Kunst durch zarte Abtönungen und schlagende Gegensätze mit dem feinsten Takt gel- tend zu machen. Ja er weiß mit dieser seiner Art das Licht zu handhaben, sogar geistige Stimmungen hervorzubringen. So er- zeugt die lesende Frau in der Pinakothek zu München , wo in einem Zimmer nur ein kleiner einfallender Sonnenstrahl ein allge- meines, ruhiges Helldunkel verbreitet, in einem seltenen Grade das Gefühl stiller, gemütlicher Häuslichkeit und Abgezogenheit. So beurteilt Dr. Waagen diesen Künstler , und einen zweiten Be- weis seiner Behauptung findet er in der Sammlung des Robert Peel zu London an dem Bilde, wo eine Frau mit ihrem Kinde in einer von Mauern umschlossenen Weinlaube weilt, worin die Sonne spielt, ein heiteres fröhliches Sommergefühl. Ein anderes Bild dieser Sammlung zeigt eine andere Frau in einem Thorwege, nur vom Rücken. Es ist mit P. D. H. 1658 bezeichnet, und auch

schon wegen der erstaunlichen Sättigung und Tiefe des Tons und der für de Hooge höchst fleißigen Ausführung zu den Hauptwerken des Meisters zu zählen. Robert Peel bezahlte es 1825 mit 45 Pf. St. Ein anderes Bild, aus der Sammlung des Grafen Pourtales in Pa- ris, zeigt zwei Herren und eine Frau an einem sonnigen Fenster um einen Tisch versammelt. Im Zimmer ist die breite volle Wir- kung des Sonnenlichtes und das Ganze ist auch bewunderungs- würdig durch das treffliche Impasto, die grosse Kraft und Klar- heit, durch die sorgfältige Beendigung.

Die Handlung der Personen ist bei Hooghe meist sehr gleich- gültig, die Gesichter sind einförmig und leer, die Ausführung ge- ring, und Direktor Waagen (Kunstwerke und Künstler in Eng- land und Paris I. 280) findet in seinen Werken den schlagenden Beweis, wie ein Künstler selbst nur in einer unteren Beziehung der Kunst das Vortreffliche zu leisten braucht, um seine Werke in einem hohen Grade anziehend zu machen. De Hooghe ist da- her allgemein geschätzt, und gegenwärtig noch höher geachtet, als zu seiner Zeit. Man trifft daher in den ansehnlichsten Cabi- neten Werke von seiner Hand, in den Niederlanden aber kommen sie spärlich vor. Im Pariser Museum ist das Innere eines rei- chen Zimmers, wo eine Frau ihr Kartenspiel einem hinter ihr ste- henden Militär zeigt. Im Grunde unterhalten sich zwei andere Personen. Ein zweites Bild stellt Frauen vor, welche ein länd- liches Zimmer reinigen. Im Cataloge heißt der Künstler P. de Houoch. In der gräflich Czernin’schen Galerie zu Wien ist ein mit unglaublicher Wahrheit dargestelltes Bild, welches das Atelier des

Künstlers darstellt. Es ist dieses eines der schönsten Gemälde des Künstlers.

Ob der folgende Künstler sein Sohn sei, ist nicht ausgemacht, ob- gleich es Einige behaupten.

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