Honthorst, Gerhard

Honthorst, Gerhard, Maler, wurde 1592 zu Utrecht geboren, von ehrlichen guten Eltern, wie Sandrart sagt, und Abraham Bloemaert war sein Meister. Nachdem er sich bereits gründliche Kenntnisse in der Malerei erworben hatte, begab er sich nach Rom , wo er den Beinamen Gerardo dalle Notti erhielt, weil er sehr gerne Nachtstücke malte, diese aber mit großer Meisterschaft ausführte, und Sandrart sagt, dass bei ihm in Kerzen - und Lichterschein Alles in wahrer Natürlichkeit erscheine, dem Leben dermassen ähnlich, dass niemals die Kunst höher gestiegen. Dieses Urteil fiel er im Angesichte einer Darstellung des Verhörs Christi durch Pilatus im Palast Justiniani, vor einem Bilde, das auch Lanzi rühmlich erwähnt. Später kaufte Lucian Bonaparte dasselbe, und aus seiner Sammlung kam es in den Besitz der Herzogin von Lucca. Palmaroli hat dieses berühmte Bild restauriert.

Im königl. Museum zu Paris ist eine Darstellung gleichen Inhalts, ein „Cert, der Triumph des Silen, das Bildnis des Prinzen Carl Ludwig von der Pfalz etc.

Nach Berlin kam aus d. Just. Sammlung die Befreiung des heil. Petrus, und dieses Bild ist als eine Perke derselben zu betrachten. Es ist ein Meisterstück seiner Art, doch nicht der Kunst im Allgemeinen, denn Honthorst ist kein Hauptvertreter und Anhänger des Caravaggio, der zur Zeit der gänzlichen Verirrung der Kunst lebte.

Indessen besitzt Honthorst größere Verdienste als Caravaggio , und jedoch im Colorite. Auch seine Figuren sind edler, von gefälligerem Ausdrucke, und auch in Korrektheit der Zeichnung kommt ihm der Italier kaum nach, keineswegs aber in Transparenz der Farbe. Sein Helldunkel ist meisterhaft behandelt, und das Berli- ner Bild ist vom höchsten Lichte bis zum tiefsten Schatten trefflich behandelt, dass das Gemälde von eigenem Glanze zu leuchten scheint. Honthorst malte in Rom für mehrere Cardinäle, aber diese Bilder sind jetzt zerstreut. Auch an andern Orten Italiens sah man Werke von seiner Hand. Die schöne Anbetung der Hir- ten, welche er für die Kapelle der Familie Guicciardini in St.-Fe- licita jenseits des Arno um etwa 80 Scudi gemalt hatte, ist jetzt in der Gallerie der Uffizi zu Florenz. Auch dieses Bild wurde re- stauriert, und so ist es gegenwärtig eines der besten und auch we- niger manierierten Werke des Gerardo delle Notti.

Honthorst hatte in Italien bereits grossen Ruf erworben, als ihn Carl I. nach England berief, wohin er in Begleitung seines Schü- lers J. Sandrart ging. Er malte in London mehrere Werke, die Walpole beschreibt, und eines der größten kam in eines der Zim- mer der Königin zu Hamptoncourt. Es stellte Carl und seine Ge- mahlin als Apollo und Diana auf Wolken vor, und Merkur, Herzog von Buckingham, führt ihnen die Künste und Wissen- schaften vor. Dieses Gemälde gehört nicht zu seinen Besten, der König gab ihm aber doch 3000 Gulden, ein Silberservice und ein Pferd zur Belohnung. In England malte er auch mehrere Bild- nisse, wie jene des Marquis von Montrose, des Prinzen Ruprecht, des Pfalzgrafen Carl Ludwig etc. Für den Grafen von Arundell soll er nach Holbein die Bildnisse Heinrich’s VIII., des T. Morus, des Erasmus etc. copirt haben.

Von England aus begab sich der Künstler nach Utrecht, und hier malte er noch mehreres für den König von England. In der Folge ward er Hofmaler des Prinzen von Oranien, und im Jahre 1660 starb er zu Grafenhag. Für den Prinzen von Oranien malte er viele Bilder, besonders für das Schloss Busch, und den Chur- fürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg malte er sechzehnmal, und zwanzigmal die Churfürstin. Es lässt sich nicht bestimmen, wo diese Bildnisse überall hingekommen, wir bemerken nur im Allgemeinen, dass Honthorst in einigen Bildern ganz vorzüglich erscheint. Sein eigenes ist in der fiorentinischen Gallerie, gestochen von C. Mogalli.

Noch bemerken wir, dass Honthorst auch mehrere hohe Perso- nen, selbst Prinzen und Prinzessinnen in der Malerei und im Zeichnen unterrichtet habe.

Es finden sich in den Gemäldesammlungen noch viele Bilder von diesem Künstler, in Wien, zu München, Dresden etc. In letzterer Stadt bewahrt die Gallerie sieben Gemälde von Honthorst, darunter ein sehr schönes, welches einen Zahnbrecher vorstellt. Mehrere seiner Werke sind durch Kupferstich bekannt. Longhi stach die Anbetung des heil. Johannes, J. G. Müller Loth mit seinen Töchtern, F. Gebhard Cimon und Peroz auch C. van Da- len, J. Houbracken, P. Sutman, Suyderhoef, C. Visscher u. a. ha- ben nach ihm gearbeitet. Ihm selbst schreibt man ein radirtes

» Blatt zu, welches das Banket des Neptun vorstellt; gr. qu. fol.

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