Hondius oder Hondt, Heinrich

Hondius oder Hondt, Heinrich, Zeichner und Kupferstecher , der „Alte“ genannt, wurde 1573 zu Duffel in Brabant geboren, wie R. van Eynden in der Geschiedenis der vaderland. Schilderkunst I. 40 angibt, während ihn Bryan und Rost 1576, letzterer zu Düssel, das Licht der Welt erblicken lassen. Er war der Sohn eines Willem Hondius, der nicht Künstler war, und den ersten Unter- richt in der Zeichnung ertheilte ihm ein Goldschmied zu Brüssel , Godfried van Gelder genannt. Hierauf unterwies ihn Hans Vredeman de Vries in der Perspektive, und die Stecherkunst erlernte er bei Johaannes Wierix. Bereits mit tüchtigen Kenntnissen ausge- rüstet, begab er sich nun auf Reisen, und in Paris und London hielt er sich längere Zeit auf. Nach der Heimkehr ins Vaterland liess er sich im Haag nieder, wo er fortan eine grosse Anzahl von Werken lieferte, besonders Porträts; auch architektonische und perspektivische Ansichten. Man schreibt ihm auch eine Institutio artis perspectivae, oder Grondregel der Doorzigkunde, Haag 1622, zu. Dieses Werk, das erst nach dem 1610 erfolgten Tode des Künstlers erschien, wurde zu Amsterdam wieder gedruckt. Man meint auch, dass von ihm die lateinischen Gedichte herrühren, die unter den Bildnissen von Wierix stehen; indessen können diese Gedichte auch dem Vater unsers Künstlers angehören. In C. de Bie’s Guldenkabinet ist sein eigenes Bildnis zu finden.

  1. Das Urtheil Salomons, nach C. van Mander, qu. fol.
  2. Die Ehebrecherin vor Christus, nach demselben, , qu. fol.
  3. St. Paul wirft die Viper in das Feuer, Landschaft nach G. Mostaert.
  4. Christus mit den zwei Jüngern auf dem Wege nach Emaus, nach demselben, 1508.
  5. Tobias und der Engel, nach G. de Saen, 1600.
  6. Eine holländische Lustbarkeit, nach P. Breughel, qu. fol. 7 — 11) Die Heilung der Epilepsie zu Meulebeck bei Brüssel, komische Darstellungen in einer Folge von 5 Blättern.
  7. Die Predigt des Johannes in der Wildnis, nach G. de Saen.
  8. Ansichten mit Ruinen, nach Hemskerk, kl. qu. fol.
  9. Musarum officia, oder das Concert der Musen auf dem Par- nass, nach T. Zuccharo; gemeine Gesichter, fol.
  10. Das Innere eines Zimmers, qu. 4,

16 — 21) Die Bildnisse der Reformatoren John Wickliffe, Ph. Mel- anchthon, Joh. Bugenhagen, Joh. Knox, J. Calvin, Hieron. Savanarola, in kl. 4. i

Es ist möglich, dass einige Blätter, welche im Artikel des jüngeren Heinrich Hondius verzeichnet sind, unserm Künstler angehören. Überhaupt werden öfter Beide zusammengenommen. So schreibt ihm Bryan (Dictionary of painters and engravers, London 1816) mehrere der erwähnten Blätter zu, während sie anderwärts als Arbeiten des jüngeren Hondius gelten. Es wird ohne Vergleich schwerer halten, die Blätter richtig zu scheiden. Wir überlassen die Scheidung dem Sammler und geben ihm nur die Auswahl unter den Blättern der

beiden Hondius, angeblich Vater und Sohn, was nach dem Alter

nicht recht wahrscheinlich ist.

Wir haben von Hondius, und zwar von dem älteren, wie wir glauben, auch eine Folge von Künstlerbildnissen, unter dem Ti- tel: H. Hondii pictorum: celeb. germaniae inferioris effigies, Ha- gae, fol. Dieses sind Copien nach Hieronymus Cock, und in ei- ner späteren Ausgabe erscheinen sie unter dem Titel: Theatrum honoris in quo nostri Apelles seculi etc. Amst. 1612 apud Jangson.

Von Künstlerbildnissen erwähnen wir jene von C. Cort, H. van Cleeve, G. Coninxlao, H. Holbein, G. Hoefnagel, J. Mabuse, A. More, H. C. Vroom, M. Mirevelt, J. de Momper, F. Porbus, B. Spranger, O. Venius, H. Golzius, M. Heemskerk, H. Aldegrevers, A. Bloemaert etc.

Einige zählen ihn auch unter die Formschneider, was Heller (Gesch. d. Holzschn. S. 288) nicht zugibt. Wenigstens fügte er bei einigen fremden Holzstöcken die Tonplatte hinzu, wie dieses mit Dürer’s Helldunkel des Rhinozeros der Fall sein dürfte. S. W. Schorn im Kunstblatt 1830 S. 104, oder Dr. G. K. Nagler:

Albrecht Dürer und seine Kunst, München 1837, S. 120, so wie dessen Allgem. Künstlerlexicon unter „Dürer.“

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