Hondekoeter, Melchior

Hondekoeter, Melchior, Maler, wurde 1636 geboren, bis in sein 17. Jahr von seinem Vater Gisbert in der Kunst unterrichtet, und dann unterstützte ihn auch sein Onkel J. B. Weeninx mit Rath und That. Hondekoeter war in einem eigenen Kreise der Thiermalerei ausserordentlich glücklich, und wenn man seine Pfauen, Hähne, Hühner, Gänse, Enten etc. als die Helden des Stückes betrachtet, so ist er Historiker in seiner Art; Diese Thiere sind mit grösster Treue dargestellt, von der charakteristischen Stel- lung bis zum kleinsten Gefieder. Er hatte eine ganze Menagerie solcher Haustiere, die schönsten Exemplare, und ein Jammer war es für ihn, wenn sich eines den Pips oder gar den Tod herbeige- fressen. Er hatte einen Hahn, der vor ihm jede beliebige Stel- lung annahm, mit der ruhigsten Ausdauer. Seine Bilder wurden der Vortrefflichkeit wegen immer sehr geschätzt; nur ein grosser Viehkenner seiner Zeit meinte, dass man sich um das Drittel des Preises das schönste lebendige Federvieh haufen könnte.

Hondekoeter war bis zu seiner Verheiratung ein moralisch guter Mensch, eine unglückliche Ehe brachte ihn aber aus seinem ruhigen Geleise und er verfiel in Ausschweifungen jeder Art. Im Jahre 1605 stürzte ihn sein liederliches Leben in die Grube. Pro- ben seiner Kunst sind in verschiedenen ansehnlichen Gallerien, und ein bewundertes Meisterwerk ist der Hühnerhof mit dem Raub- vogel in der Gallerie zu Dresden. Einiges wurde nach ihm auch gestochen. Auf den Stichen von Prenner nach den Gemälden der Wiener Gallerie heisst er irrig Hangoder.

Hondhorst s. Honthorst,

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