Holzer war ein richtiger Zeichner und mit einer reichen Erfindungsgabe ausgerüstet. Sein Colorit ist wahr und angenehm, seine Gruppen sind glücklich verteilt, Licht und Schatten gehörig beobachtet und im Ausdruck der Leidenschaften besass er nicht gemeine Stärke. Er wurde gross, ohne Rom und Italien gesehen zu haben. Indess entging er doch dem Tadel nicht. Man sagte, seine Grazie habe sich fast immer in einen gewissen Undulismus
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verirret und er sei in der Architektur und in den Ornamenten dem falschen Geschmacke seiner Zeit gefolgt. Diese Fehler hätte er aber sicher vermieden, wenn ihm reinere Muster zu Theil ge- worden wären. Man findet auch Zeichnungen von seiner Hand, in Kreide, Bi- ster und Tusch; auch mit der Feder ausgeführt, öfter weiss gehöht. Holzer hat folgende Blätter geliefert: 1 — 14) Blätter in Rembrandt's Manier, nach Bergmüller und ei- gencr Zeichnung, für Bergmüller’s Verlag. 15) Die Enthauptung des Täufers Johannes. 16) Judith und Holofernes. 17) Die Anbetung der Hirten, J. Holzer inv, et fec. 4 18) Die Anbetung der Könige, nach Bergmüller, 4. 19) Die vier Temperamente, nach demselben, 4. 20) Pilatus stellt Christum dem Volke dar, geätzt, qu. 4 21) Maria in einer Engelglorie, kl. fol. 22) Die fünf Sinne, in Arabeskenform, nach Bergmüller. 23) Die vier Jahreszeiten, in derselben Weise, nach Bergmüller. G. Ch. Kilian schrieb das Kunst- und Ehrengedächtniss des J. B. Holzer, Augsburg 1765, und dieser Schrift folgten alle Biogra- phen, mit mehr oder weniger richtigen oder unrichtigen Zugaben. Mährer bekannt wurde der Künstler 1830 aus den im literarischen Anhange zum Boten von Tirol und Vorarlberg gelieferten biogra- phisch-artistischen Notizen, welche in den Beiträgen zur Ge- schichte etc. von Tirol und Vorarlberg 1834 VIII. S. 272 f., wie- der Berichtigungen erhielten. Nach diesen Biographien des treff- lichen Künstlers ist unser Artikel bearbeitet, und dahin müssen wir denjenigen verweisen, der noch Näheres über ihn aus der sichersten Quelle wissen will.
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