Holbein, Hans,
In den Sammlungen sind viele Bilder von Holbein vorzufinden, doch sei man hier mit dieser
Bezeichnung viel zu freigebig, und scheine oft zu vergessen, dass
dieser Meister an Wahrheit der Auffassung, an Feinheit des Naturgefühls, an Genauigkeit der Durchbildung im Einzelnen auf
einer ausserordentlichen Höhe stehe, so dass seine besten Porträts
neben denen der größten Meister, eines Rafael, Titian, sehr ehrenvoll ihren Platz behaupten. Man sollte
besonders vorsichtig sein, ihm solche Bilder Heinrich VIII., oder von dessen Familie und den bekannten Personen des englischen Adels jener Zeit bei-
zumessen, welche ungefähr seinen Kunstzuschnitt haben, da natürlich von Personen, deren Bildnisse so viel begehrt wurden, die
Originale, welche Holbein nach der Natur gemalt hatte, mit mehr oder weniger Geschick schon während seines Lebens vielfach
kopirt werden mussten.
In der Devonshire-Galerie hält Waagen das Bildnis eines Mannes in mittleren Jahren, fast von vorn, in einem Pelz, für echt.
Es ist von grosser Feinheit des Gefühls und besonders schöner Färbung.
Zu Chiswick sind die Bildnisse von zwei Kriegern, halbe Figuren im Kleinen, aus der späteren Zeit des Meisters, und daher mit
der ihn immer inwohnenden Lebendigkeit besonders geistreich in einer gewissen Breite behandelt.
In Hamptoncourt sind Bildnisse eines Mannes und einer Frau, im Grunde Landschaft mit 1512 bezeichnet, und so muss Holbein
das Bild im 14. Jahre gemalt haben, was Dr. Waagen keineswegs befremdlich findet, denn es zeigt sich, besonders bei der Frau,
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