Hohe, Friedrich, berühmter Lithograph und Maler, der Sohn eines Malers, wurde 1802 zu Bayreuth geboren. Er besuchte bis zum 14. Jahre das dortige Gymnasium, leistete hierauf bei dem daheim garnisonirenden Regimente zwei Jahre Füsilierdienste, erhielt sodann von seinem Vater den ersten Unterricht in der Malerei , und diesem stand er auch drei Jahre in seinem Erwerbe bei. Sein Drang nach weiterer Ausbildung führte ihn im Jahre 1820 nach München, wo er sich durch Decorationsmalerei und Portraite en Miniature seinen Unterhalt erwarb, und nebenbei in den Antikensälen der königl. Akademie zeichnete. Nach dem Verlaufe eines Jahres kam er nach Erlangen, wo er beiläufig 7 Monate verweilte, um nach der Natur eine Reihe von Zeichnungen zu einem anatomischen Werke des um die Chirurgie hochverdienten Hofrathes Dr. Schreger zu verfertigen. Nach München zurückgekommen,beschäftigte er sich wie früher daselbst, besuchte fleißig die Säle der Akademie, bis ihn seine Mittellosigkeit bestimmte, bei dem damals von seiner Reise nach Brasilien zurückgekehrten Hofrath Dr. v. Martius Erwerb zu suchen, und bei diesem Gelehrten zeichnete er bis zum Jahre 1823 Pflanzen und andere naturhistorische Gegenstände zu dessen bekannten Werken. Ein Antrag der Unternehmer des Galleriewerkes in München, Piloty und Comp., veranlasste ihn zu diesem Werke ein Bild: Seestrand von Peter Wouwerman, zu lithographiren, nach dessen Beendigung er eine Reise in die Schweiz und in seine Heimath unternahm; jedoch nach vier Monaten kehrte er zurück, worauf er zu dem kgl. Galleriewerke eine Pferdeschwemme, einen Stall nach Philipp Wouwerman, und einen Wasserfall von Ruysdael lithographirte. Im Dezember 1824 lithographirte er in Folge einer Uebereinkunft mit dem Hofmaler Peter Hess eine Reihe kleinerer Gemälde von demselben, nämlich ein Österreichisches Lager, einen wallachischen Pferdefang, Plünderung eines französischen Bauernhauses durch Kosaken und eine Morgenscene (Dorf Partenkirchen im bayrischen Hochlande). Nebenbei zeichnete er das erste Geschenk des Kunstvereins in München, Pflegestall von Heideck, und einen gleichen als Pendant von demselben. Im März 1826 unternahm er mit dem Landschaftsmaler Carl Rottmann eine Reise nach Italien, von welcher er im September desselben Jahres zurückkehrte, worauf er zum kgl. Galleriewerke eine Landschaft von Milet, ferner drei Gemälde von Peter Hess: ein italienisches Wirtshaus, einen Überfall eines Dorfes von Kosaken, und eine Scene aus dem Freischütz, Freiburg in der Schweiz nach Dominik Quaglio, mehrere landschaftliche Blätter zu naturhistorischen Werken und andere Gegenstände lithographirte, bis er in Folge einer Uebereinkunft mit Herrn von Cotta 1828 die Begründung und Leitung der Herausgabe der Herzogl. Leuchtenberg’schen Gallerie übernahm. In der Folge ging auch das kgl. Galleriewerke in den Cotta’schen Verlag über, und Hohe lieferte zu beiden Werken folgende Blätter: ein Cavalleriegefecht von Heideck, eine Alme und eine Viehweide von Wagenbauer, ein Vorpostenbivonak von Pet. Hess, Gefängnisscene von Granet, eine sterbende Frau von Metsu, einen Schimmel von Philipp Wouwerman, und die Amazonenschlacht von Rubens. Zu den Arbeiten dieser Zeit gehören auch einige Ansichten
aus dem bayrischen Gebirge, die Sendlingerschlacht von Linden- schmitt und eine Ruhe von Palikaren nach Heideck,
— Da im Jahre 1833 dieses Verhältniss zur Cotta’schen Handlung nach dem Tode des Hrn. v. Cotta in Uebereinkunft mit dessen Erben gelöset wurde, beschäftigte sich Hohe bis zum Jahre 1835 fast ausschliesslich mit Naturstudien, und lithographirte in dieser Zeit nur ein Bild von Monten, den Abschied der Polen vom Vater- lande. Im März 1835 folgte Hohe seinem Freunde Franz Hanf- stängl nach Dresden, um denselben beim Beginne der Herausgabe der kgl. Gemäldesammlung dortselbst zu unterstützen, und er li- thographirte zu diesem Zwecke das bekannte Bild der Jagd und eine Allee von Ruysdael, so wie ein Gefecht bei einer brennenden Windmühle von Philipp Wouwerman.
Im Juli desselben Jahres kehrte er nach München zurück, wo- selbst er das neueste grosse Gemälde von Peter Hess, den Einzug des Königs Otto von Griechenland in Nauplia zeichnete, wodurch die grösste und reichste bisher erschienene Lithographien. Nach Beendigung dieses Bildes beschäftigte er sich wieder längere Zeit mit Naturstudien und dann ging er nach Dresden, wo er während eines Aufenthaltes von beinahe einem Jahre für Hanfstängel’s Werk ein Lager, eine Schmiede, einen Stall, eine Jagdscene und einen Pferdemarkt von Philipp Wouwerman, ferner eine Abend- landschaft von Joh. Both und ein Thierstück von Heinr. Roos zeichnete.
Ende Juli 1837 nach München zurückgekommen, beschäftigt sich Hohe auf eigene Rechnung mit Herausgabe einer „Auswahl von Gemälden in München lebender Künstler aller Fächer“, welches Werk in gleicher Grösse und Ausstattung wie die Galleriewerke in München und Dresden erscheint, und als eine Gallerie neuerer Kunst gleichsam eine theilweise Fortsetzung jener Werke bildet. Dieses Unternehmen erfreut sich schon in seinem Beginne der thätigen Mitwirkung der betheiligten Künstler, und eine namhafte Zahl von Lithographien ausgezeichneter Werke der bedeutendsten
Maler sind bereits ihrer Vollendung nahe.
Hohe gehört zu den ausgezeichnetsten Lithographen, sowohl was den technischen Theil dieser Kunst betrifft, als in Bezug auf das Eindringen in den Geist des nachzubildenden Originals. Er zeichnet mit eben so viel Geschmack als Gefühl, und dabei geht er mit beharrlichem Fleisse zu Werk, selbst in den mannigfaltigen Beiwerken. Seine Behandlung ist ungemein gefällig, vor allen Dingen aber ist die Gewissheit erfreulich, dass der Künstler mit besonderer Liebe das Wahre und Charakteristische der Vorbilder zu erfassen strebt.
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