Hoefel, Johann Nepomuk, Maler, Bruder des verdienten Kupferstechers, wurde 1788 zu Pesth geboren. Er widmete anfänglich nur die Erholungsstunden, die ihm seine Schulstudien übrig ließen, der Zeichnungskunst unter Leitung des Malers Krafft, des Vaters der beiden geschickten Künstler dieses Namens, und fasste solche Neigung für die Kunst, dass er die philosophischen Stu- dien verließ und 1804 in die k. k. Akademie der Künste in Wien trat;
Er studierte auf seiner neuen Laufbahn mit allem Eifer, und brachte es schon im Jahre 1811 dahin, dass er einen grossen Inventionspreis in der Historienmalerei, und zugleich einen kleineren im Zeichnen erhielt. Er malte zu dieser Zeit viele Porträts und Figuren auf Goldgrund in den Zimmern der Kaiserin Maria Ludovica; ferner den heil. Christoph, 10 Schuh hoch, auf Eisen- blech, für die Stadt Pesth, und Anderes. Für die neu erbaute Kirche zu Fansall in Ungarn , malte er das grosse Hochaltarblatt, den heil. Martin, und das Seitenaltarblatt, den heil. Anton von Padua vorstellend. Im Jahre 1815 malte er das Portrait des Ladislaus Pyrker, Patriarchen zu Venedig , so wie auch das lebensgrosse Bild- nis des Abtes Joseph. Im folgenden Jahre vollendete er ein Altarblatt für die Kirche in Polotta, den heil. König Stephan vor- stellend.
Von dem Wunsche beseelt, die classischen Kunstwerke Italiens zu sehen und zu studieren, trat Höfel 1818 auf eigene Kosten die Reise nach Rom an, besuchte auch die übrigen vorzüglichen Städte Italiens und kehrte durch Tyrol über München, wo ihn die herr- lichen Kunstanstalten längere Zeit fesselten, nach Wien zurück. In der Kaiserstadt angelangt, erfreute er sich wieder des Wohl- wollens seiner Gönner, und fand sogleich Gelegenheit, durch Aus- führung mehrerer großer Altarblätter seine Kunst zu zeigen. Hier- her gehören: der heil. Egidius, nach Jaslowitz in Mähren; der heil. Erzengel Michael, in der Kirche des Marktes Ort (1810); die heil. Magdalena für die Kirche zu Enzersdorf bei Brünn am Ge- birge (1820). Hierauf folgten die Altarblätter nach den Orten Bismarckberg, zu Ragendorf im Marchfelde, zu Inzersdorf am Wienerberge u. a.;
Ein treffliches Gemälde lieferte er 1820 für die Kunstausstellung in Wien, welches die Söhne des Diagoras als Sieger zu Olympia vorstellt und 5 Schuh hoch ist. Im Jahre 1823 malte er den Mer- kur, 7 Schuh lang, auf die Ponte Barcarolli in Venedig, und den König Mathias Coryinus nach Pesth, in Lebensgrösse. Im Jahre 1825 malte Höfel drei Altarblätter nach Napagell in Mähren, und 1820 zwei acht Schuh hohe nach Pinkafeld, dann für die Gräfin Zichy die unbefleckte Empfängnis, 5 Schuh hoch, in Varsan be- findlich. 1826 vollendete er ein Altarblatt für den Grafen Harrach, den heil. Udalricus und die Krönung Mariens vorstellend, nach Heybach in Oberösterreich. Später malte er den heil. Michael, der den Satan in den Höllenpfuhl stürzt, ein effectvolles Bild in der Kirche des Marktes Wullersdorf. Zu Zierotin in Mähren ist von ihm die Geburt Christi, und in der Pfarrkirche zu Bistritz der heil. Egidius. Diese drei Gemälde waren 1828 vollendet.
Nachrichten über die Künstler Hoefler findet man im Archiv für Geschichte etc., 1826, und in der österr. National-Encyklopädie, Wien 1835–37;
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