Hoefel, Blasius, Maler, Kupferstecher und Formschneider , geboren zu Wien 1702, hatte in seiner Jugend mit widrigen Umständen zu kämpfen, und musste auch noch, als es ihm vergönnt war die k. k. Akademie zu besuchen, das kümmernlichste Leben führen. Doch machte er unter dem Direktor Hagenauer und Professor Maurer reissende Fortschritte im Zeichnen und Malen, wendete sich aber zuletzt aus reiner Wahl zur Kupferstecherkunst.
Der Custos Egger nahm sich des jungen Mannes thätig an, und brachte ihn zum Kupferstecher Quirin Mark, wo er die Hälfte des Tages für den Meister arbeitete, und die andere Hälfte zum Brot- erwerbe frei hatte. Portraitmalen und andere kleine Sticharbeiten gaben ihm Unterhalt. Unter Mark’s Leitung führte Hoefel mehrere Copien nach Kupferstichen aus, und auch zwei Galleriegemälde stach er binnen der contractmässigen Frist von vier Jahren.
Im Jahre 1814 lief Hoefel’s Contrakt zu Ende, und bald darauf auch das Leben seines Freundes und Wohlthäters Mark, dessen Tochter er heirathete. In demselben Jahr bekam er den Son- nenfelsischen Preis, und nun gab er das Miniaturmalen gänzlich auf, um sich ausschliesslich auf den Kupferstich zu verlegen, vor- züglich im Portraitfache;
Die erste, vorzügliche Leistung war das Bild der Kaiserin Kö- nigin, das dem höchstseligen König Max von Bayern zugeeignet ist, wofür der Künstler mit einer goldenen Medaille und einem Handschreiben belohnt wurde. Sehr gelungen ist auch das Bildnis des Grafen Mittrowsky. Im Jahre 1820 wurde er Professor der freien Handzeichnung an der Neustädter Militärakademie und später nahm ihn die Akademie der Künste in Wien unter ihre Mitglieder auf. Hoefel ist derjenige Künstler, durch den sich die Kunst des Formschnittes auf eine bedeutende Höhe schwang. Er machte wichtige Entdeckungen im technischen Theile derselben, und es gelang ihm sogar das Eefenbein zum Schnitte zu benutzen. Er brachte die Xylographie auch bei militärischen Kunstfächern, bei Verfertigung von Charten, Plänen u. s. w. in Anwendung. Durch die Aufnahme von Hoizschnitten in Bäyuerle’s Theaterzeitung ist es ihm gelungen, eine Schule dieser Kunst zu gründen, und meh- rere geschickte Künstler, wie Buemann, Tepplar, Zastera, Seipp u. a., sind bereits aus ihr hervorgegangen.
Im Jahre 1833 ahmte er die von den Engländern erfundene Manier, Abdrücke von Münzen und Medaillen mit grosser Genauigkeit in erhaben scheinender Art mittelst einer Maschine zu verfertigen, mit grossem Glücke nach, und 1834 erfand er eine sehr einfache schä- tzenswerthe Methode, Originalkupferstiche, Holzschnitte und Stein- drücke ohne Veränderung der geringsten Eigenthümlichkeit dersel- ben in einem beliebigen verkleinerten Maassstab wiederzugeben. Als Resultat seiner Erfindung einer numismatischen Maschine er- schien von 1835 an im Vereine mit Kunstfreunden ein Werk unter dem Titel: Oesterreichs Ehrenspiegel, welcher Portraite in erhabener Manier darstellt, nach der Zeichnung des k. k. Kammermedailleurs J. D. Böhm. Zuerst erschien das Portrait des jetzt regierenden Kaisers und der Kaiserin, zum Andenken der Huldigungsfeier den 14. Juni 1835.
- Das Bildnis des Kaisers Franz, fol. /
- Das Bildnis der Kaiserin Königin, dessen Gemahlin, das erste gelungene Werk des Künstlers, dem höchstseligen König Max von Bayern zugeeignet; fol.
- Erzherzog Johann als Gemsenjäger in Steyermark, nach Kraft.
- Der Erzherzog Rudolph, Cardinal und Erzbischof von Olmütz, im Ornate.
- Erzherzog Rudolph von Oesterreich.
- Graf Anton Mittrowsky, Gouverneur in Schlesien. Alle diese Blätter sind in grösserem Formate, als: 7–15) die Bildnisse der Erzherzoge Palatinus und Johann; von Ladislaus Pyrker, jetzt Erzbischof von Erlau; F. M. Baron Fa- ber; Sophie Schröder; Dr. Scherer; Castelli; Rath Andre; Pe- ter Kraft etc.
- Der Kaiser Franz; punktirt, in 4,
- Die Kaiserin Gemahlin, punktirt, in 4.
- Kaiser Alexander.
- Ludwig der XVIII. von Frankreich.
- Fürst Carl von Schwarzenberg. 4
- Fürst von Blücher. 10
Hoefel; Blasius.
F. M. Bianchi,
N. Duca die Casalanzi,
Baron v. Haager.
Graf von Klenau.
Graf von Toettenborn.
Graf Moritz von Dietrichstein.
Graf von Trautmannsdorf. Alle diese Bildnisse sind in 4 und punktirt. Dazu kommen noch die Porträts fast aller Glieder der kaiserlichen Familie, und über hundert kleinere Bildnisse, die alle das Verdienst der Ähnlichkeit und einer sorgfältigen Behandlung haben.
Dr. Reimann, Leibarzt, nach Daffinger. 30–33) Vier große Blätter zu einem Missale, nach Ungarn be- stimmt, in Holz geschnitten.
Die vier Evangelisten, nach L. Giordano, im Holzschnitt; U OL.
Die Venus, nach C. Lebrun, Holzschnitt, gr. fol.
Die Alterthümer zu den Akten des k. ungarischen National- museums; punktirt.
Sechs geschichtliche Blätter im größten Quartformat für die Nationalbibliothek zu Warschau. In dem von S. von Perger herausgegebenen Galeriewerke des Belvedere sind von ihm:
Karl I., nach Van Dyck.
Der tote Heiland, nach A. del Sarto.
Lucretia, nach Cantarini,
Der Traum des heiligen Joseph, nach R. Mengs.
Jesus unter den Schriftlehrern, nach Spägnolet, (Hauptblatt.)
Christus mit Petrus und Paulus, nach Crespi. 44–45) Zwei Blätter nach Titian und Maratti. Andere Blätter des Künstlers sind: '
Rudolf von Habsburg an der Leiche Öttokar’s, nach einem Gemälde des Professors Petter meisterhaft ausgeführt. fol.
Die Einweihung des Kreuzbildes auf dem Erzberge, nach Loder.
Der Abschied des Landwehrmannes, nach Kratft gestochen,
Johannes in der Wüste, nach Rafael. ‘
Zwei tote Steinhühner, nach Hamilton, meisterhaftes Blatt, in viel; bem die Federn bis auf die feinsten Nuancen ausgeführt sind.
Mehrere punktirte Blätter zu dem unvollendeten Werke: Clas- sische Momente aus der Vaterlandsgeschichte,
Ein Wandkalender in Form eines Portals mit vier gotischen Säulen, sehr rein geschnitten. fol.
Die siebente Plage in Ägypten, nach Martin und Le Keux, Elfenbeinschnitt von ungemein zarter Behandlung, dem Stahl- stiche ähnlich. Dieses Blatt ist von malerischer Wirkung, scharf in den Lichtern, und kräftig in den Schatten, fol.
Die alte betende Frau, nach Waldmüllers Gemälde, auf Buchs geschnitten, wobei der Künstler nach Art des Kupferstiches Kreuzschraffuren anbrachte. Es ist dieses ein Meisterwerk seiner Art, mit ungemeiner Reinheit und Leichtigkeit behan- delt, und dem Fürsten Metternich gewidmet. H. 7 Z., Br. 53 Z.
Bildnis des Grafen Czernin im Ornate: eines Ritters des goldenen Vlieses. Dieses Bildnis ist in Punktirmanier und in Verbindung mit dem Grabstichel ausgeführt, in einer ganz eigenthümlichen Weise. H. 7 Z., Br. 6 Z.
Die schwebende Madonna. Versuch im Farbendruck, nach Art alter Miniaturen, fol.
Christuskopf, nach Titian, in wohlvollkommener Manier. H. 7 Z., Bl. 54 z.
Christus auf dem See, Allegorie nach Branston’s Holzschnitt,
Blätter für Th. Hell’s Penelope.
Mehrere Vignetten in Holz.
Versuch einer Charte des Schneeberges.
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