Höchle, Johann Baptist

Höchle, Johann Baptist, Maler, der 1754 zu Klingenau im Canton Aargau geboren, und wegen Armuth das Töpferhandwerk erlernen musste, bis ihn 1770 der Abt von St. Blasien aufnahm. Hier genoss er den Unterricht des fürstlichen Hofmalers Mo- rat’s, und nach dem Tode dieses Meisters ging er nach Augsburg . In dieser Stadt nahm sich der Historienmaler Hartmann seiner an, und durch unermüdetem Fleisse wurde er bald einer der ausge- zeichnetsten Schüler der Akademie. Im zweiten Jahre seines Auf- enthaltes bekam er den ersten Preis, und 1780 besuchte er Mün- chen, um die Kunstschätze jener Stadt kennen zu lernen. Bis zu jener Zeit huldigte er dem historisch-kirchlichen Style, auf Anra- then Dorner’s ergab er sich aber dem Genrefache, und eines seiner Bilder gefiel dem Churfürsten Carl Theodor so wohl, dass er den Künstler zum Hofmaler ernannte. Im Jahre schickte ihn der Churfürst mit dem Bilde, welches die Zusammenkunft mit dem Kaiser Franz bei dessen Durchreise nach Frankfurt zur Krönung darstellt, nach Wien, und nach dem Tode seines Churfürsten ging er zum zweitenmal nach jener Stadt, wo ihm 1802 die glückliche Entledigung zweier Aufträge die Stelle eines k. k. Hof- und Kam- mermalers erwarb. Dieses ist das Krönungsgemälde des Kaisers, und die Darstellung des Speisesaals im Römer , beide gegenwärtig in Laxenburg . Überdiess machte er die Vermählungsfeier des Kaisers Franz mit Maria Ludovica von Este, und die Hochzeits- mahlzeit im Redoutensaale, zwei Gemälde, die jetzt ebenfalls in Laxenburg sich befinden. Graf Harrach besitzt sein Gemälde der Bewerbung Napoleons um Marie Louise durch Berthier, und die Vermählung durch Erzherzog Karl. Dann malte er auch viele le- bensgrosse Portraite, mehrmalen den Kaiser Franz etc., und meh- rere Copien nach G. Dow, Teniers, Ostade, Mieris u. s. w. Zwei alte Köpfe in Denner’s Manner, im k. k. Belvedere, zeichnen sich besonders aus. Dazu kommen noch mehrere Genrebilder und Skiz- zen merkwürdiger Hoffeierlichkeiten.

Höchle starb 1832 mit dem Nachrufe eines redlichen Mannes.

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