Hilton, William, Historien- und Bildnismaler . ‚London , einer der berühmtesten daselbst. Er ist mit reichem Talent begabt, und seine Erzeugnisse gehören zu den besten, welche in unserer Zeit zu London geliefert wurden. Hilton wählt vorzugsweise vaterländische Gegenstände zur Darstellung, und ihm offenbaret er noch größere Freiheit und Kraft des Pinsels, die Wahrheit und Natur, als W. Etty. Zuweilen entnimmt er seine Scenen auch den Dichtern, immer aber weiß er die Sache von einer ele- ganten und auch vaterländischer Seite aufzufassen. Eines seiner besten Werke stellt Sir Calapine vor, wie er, Seremrettet (Spencer's Fairie Queen, Cant. VII). Schon früher, im Jahre 1821, bewunderte man seine Darstellung der Rückkehr des Ulysses, und im folgenden Jahre zog die Jagd des calydonischen Bers an. Im Jahre 1825 brachte er die Dornenkrönung zur Ausführung, ein Bild von hohem Pathos, mit 42 fast lebensehrassen Hauptfiguren, meisterhaft ausgeführt. Im Jahre 1831 findet man die Erlö- sung des heil. Petrus aus dem Gefängnisse als eine ihrer besten und glänzendsten Compositionen gerühmt. Das Bild ist trefflich angeordnet, die Mannichfaltigkeit der Charaktere beunderungs- würdig und die Wirkung ausserordentlich. Dieses Gemälde ge- hört der englischen Schule zur grössten Ehre. Von seinem Sir Calapine, dem erwähnten gleichzeitigen Bilde, heißt's, dass es eben so schön und geistreich erfunden, als ausgeführt sei. Die Färbung soll trefflich und die Carnation von besonderer Zäheit seyn. Serena und ihr Befreier sind beide anmuthige Gestalter, und letz- terer auch noch ein kräftiger Mann.
Als trefflich wird auch das Bild gerühmt, welches ihn vor- stellt, wie er den Amor entwaffnet. W. Essick hält es meisterhaft auf Email copirt. Im Sitzungssaale der Akademie ist Ganymed zu sehen, und 1833 brachte er Rebecca mit Abraham Diener zur Ausstellung, ein seines früheren Rufes würdiges Bild.
Hilton ist von einem lebendigen, dichterischen Geist beseelt und überall offenbaret er den reinsten Geschmack. Seine Figuren sind gut gezeichnet und zu lebendigen Gruppen vereinigt. Die Färbung ist reich und glänzend, vielleicht nur zu sehr dem eng- lischen Geschmacke fröhnend, der sich häufig im bunten Flitter gefällt. Mehrere von Hilton’s Bildern werden auch der Färbung wegen ganz besonders erhoben. So wird sein Comus mit der Dame im bezaubernden Stuhle ein Bild voll-glühenden Krunkes.
und Ueppigkeit genannt, ein zeizendes poetisches Gemälde. Dieser Künstler ist uns namentlich durch das Kunstblatt von D. Sehorn auch in Deutschland bekannt geworden; die englischen Blätter aber sind bezaubert von ihm. Jedenfalls gehört er mit Zitty und Howard zu den ausgezeichnetsten Künstlern seiner Art. W. Hilton bekleidet die Stelle eines Keeper (Inspektor) der Akademie. —— 00 S
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