Heun, Franz Joseph, Historienmaler zu Paris , der zu Belfort (Haut-Rhin) geboren wurde. Sein Meister war Vincent, unter dessen Leitung er solche Fortschritte machte, dass ihm schon mit dem Gemälde der Rückkehr des verlorenen Sohnes der zweite große Preis der Akademie in Paris zu Theil wurde. Im folgenden Jahre errang er den ersten großen Preis der Malerei, indem er die Aufgabe, welche in der Darstellung des Theseus, als Besiegers des Minotauers, bestand, am genügendsten löste. Hierauf besuchte er Italien und Rom , um auch die Fresken großer Meister und die intransportablen Reste des Alterthums kennen zu lernen; denn, was sonst die Kunst Grosses aufzuweisen hatte, wurde nach und nach ohnehin in Paris centralisiert. Nach seiner Rückkehr wurden ihm ehrenvolle Aufträge zu Theil, auch fehlte es ihm nicht an Belohnung, so erhielt er 1812 bei Gelegenheit der Kunstaustellung eine goldene Medaille erster Classe und auch 1817 erhielt er eine Medaille erster Klasse. Im Salon 1824 wurde er endlich mit dem Orden der Ehrenlegion geehrt.
Heims Werke sind zahlreich, und in allen offenbart er sich als trefflicher Zeichner und als Maler, dem die technischen Mit- tel seiner Kunst vollkommen zu Gebote stehen. Seine Composi-
tionen sind gefällig, von wohl berechnetem Effekte, und von schöner Färbung. Indessen huldigt er mehr oder weniger der französischen Bühne, so wie denn so viele treffliche französische Künstler sich zu sehr in theatralischer Affektation gefallen. Heim hat indessen auch Bilder geliefert, wo er die Natur in ihrer Wahrheit und Einfachheit erkannte.
Im Museum zu Bordeaux sieht man von diesem Künstler die Rückkehr des Jakobs aus Mesopotamien 1812, und in jenem zu Strassburg ist sein schönes Gemälde des Hirten, der an der Quelle trinkt. Im Jahre 1810 erhielt er vom Ministerium des königlichen Hauses den Auftrag, zwei Scenen aus dem Leben des Titus Vespasian zu malen: wie er dem Volke Hilfe leistet, und den Verschwornen verzeiht. In St. Gervais zu Paris ist von ihm die Marter des St. Cyr und seiner Mutter, ein 10 Fuss hohes Bild, und in Notre-Dame daselbst sieht man die Marter des heiligen Hippolit von ihm gemalt. Im Luxembourg ist sein Gemälde der Einnahme von Jerusalem durch die Römer und 1824 sah man jenes von Jazet gestochene Bild, welches die Vertheilung der Orden Karls X. an die Künstler vorstellt. Man sieht hier mehr als 108 Bildnisse der berühmtesten Pariser Künstler und Künstlerinnen, und jede Figur ist handelnd eingeführt, in Übereinstimmung mit dem Ganzen. Die Wirkung ist gefällig und Kleidung und Stellung mannichfaltig. Ein ausgezeichnetes Werk ist auch sein Hyacinth, wie er die heilige Jungfrau anfleht, und trefflich Ptolemäus Philopator, die Restauration der Königsgräber zu St. Denis, St. Adelaide, die Erweckung des Lazarus in der Cathédrale zu Autun, mehrere Porträts u. s. w.
Im achten Saale des französischen Museums ist von seiner Hand
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