Hess, Hieronymus, Historienmaler und Zeichner zu Basel , wo er 1799 geboren wurde. Nachdem er mit den Elementen der Kunst vertraut geworden war, besuchte er Italien , wo der Künstler in Rom und zu Neapel die eifrigsten Studien machte. Drei Jahre lang betrachtete er neben dem Unterrichte des trefflichen J. Koch die Werke der großen Meister jenes Landes, und er hatte sich schon selbst Achtung erworben, als er ins Vaterland zurückkehrte. Seinen Ruf begründete Hess anfangs durch Zeichnungen , die sich durch Correctheit und sorgfältige Vollendung auszeichnen. Manch- mal hat er sie mit Gold gehöht. Sie stellen liebliche Scenen dar, mehrere auch burleske Figuren. Seine Aquarellgemälde sind öfter so kräftig, dass man sie auf den ersten Blick für Ölgemälde hal- ten möchte. Letztere sind bisher der geringere Teil der Werke dieses geistreichen und genialen Künstlers. Im Jahre 1830 hatte er sich zur Aufgabe gemacht, das traurige Ende Kaiser Albrecht’s von Österreich in einem Ölbilde darzustellen, und dieses ist im Kunstblatt des bezeichneten Jahres, Nr. 25, S. 00, genau beschrie- ben. Der Kaiser wurde von seinem Neffen, dem Hans von Schwa- ben, und dessen Gefährten ermordet, und der Künstler blieb bei der Darstellung den verdientesten schweizerischen Geschichtsschrei- bern, dem Tschudi, Etterlin und J. v. Müller treu. Bei den Um- ebungen hielt er sich mit Wahrheit an das Ortsliche der wirk- lichen Gegend. Hess wählte den Augenblick, in welchem Hans erbittert den Kaiser anfällt und ruft: „Du Hund, jetzt will ich dir deine Schmach lohnen, die du mir bewiesen, und sehen, ob mir mein väterlich Erbe werden mag.“ Die Anordnung des Bildes ist sehr einfach, bei aller Lebendigkeit, das Kostüm getreu, der Aus- druck der Figuren mannichfaltig, charakteristisch, und das Ganze in grossen Massen gehalten. Die Landschaft ist in edlem histori- schem Stil aufgefasst. Die Neuss strömt durch dieselbe und auf entfernten Höhen erblickt man die Schlösser Habsburg und Brun- egg. Dieses für einen Basler Kunstliebhaber ausgeführte Gemälde
soll lebhaft an Holbein’s Arbeiten erinnern.
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