Hess, Carl Adolf Heinrich

Hess, Carl Adolf Heinrich, Pferde- und Séfilachtenmaler, wurde 1760 zu Dresden geboren, und von dem Hofkupferstecher Krüger in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet. Er ver- suchte sich unter Leitung dieses Meisters schon in der Stecher- kunst und ein Gleiches auch bei Inspektor Klass, unter welchem er bis ins 21. Jahr mit allem Eifer dem historischen Fache oblag. In jener Zeit lieferte er einige Studienblätter, welche Genien und andere Figuren darstellen. Mit Talent begabt machte er bald er- freuliche Fortschritte, seine Neigung leitete ihn aber vor allen zum Studium des Pferdes, dem er mit aller Liebe nachhing. Er studirte die Natur und die Meisterwerke der königlichen Gallerie seiner Vaterstadt, und so wurde er bald einer der besten Pferde - zeichner. Seine Bilder zogen bei jeder Kunstausstellung die Aufmerk- samkeit auf sich, und besonders gefiel 1706 ein grosses Oelge- mälde, welches den Angriff der sächsischen Dragoner auf französische Infanterie vorstellt. Als ein Hauptwerk erklärte man später das Charakterbild, welches den Marsch der Uralischen Kosaken durch Böhmen darstellt. Der Künstler liess dieses Bild von Stölzel im Umrisse auf einer Querfolio-Platte stechen und Ab- drücke davon malte er in bunten Tusch- und Deckfarben aus. Der Kaiser von Russland übersandte ihm für ein Exemplar einen Ring von 1000 Rubel Werth, und der König von Preussen gab ihm die rosse goldene Verdienstmedaille der Akademie nebst dem Dip- lome eines Ehrenmitgliedes derselben. Er malte mehrmalen dieses Blatt sorgfältig aus, und zuletzt liess er die Platte durch den Ku- pferstecher Senf in einer kräftigen Aquatinta ausführen. Ausser- dem wurde das Blatt noch auf dreierlei Art behandelt. In der fol- genden Zeit malte er noch mehrere Schlachtstücke, da er in den Kriegsjahren Gelegenheit fand, Augenzeuge von militärischen Auftritten zu seyn. In seinen Gemälden herrscht ein sorgfältiges Studium der Natur. Er verstand es sehr gut zu individualisiren, sei es, dass er Menschen verschiedener Länder, oder Pferde dar- stellte. Er malte in Oel, Pastell und mit Deckfarben, zeichnete sehr schön in Bister und Kreide auf gefärbtes Papier, und seine Feder- zeichnungen rühmte man als Meisterwerke, so wie er auch fortan den Ruf eines berühmten Pferdemalers bewahrte.

Ferner hat man von seiner Hand sechs radirte Blätter mit Pfer- den, und etliche andere Stücke in dieser Art. Dann gab er

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ein Werk heraus, unter dem Titel: Reitschule oder Darstellung des natürlichen und künstlichen Ganges des Gampagnepferdes. Mit Kupfern und kurzen Erklärungen in Beziehung auf das Hühnersdorfische Werk: Anleitung zu der natürlichsten Art Pferde abzurichten etc.

Im Jahre 1825 fing er in Wien an, die Früchte seiner mühevollen, zur genauen Kenntnis des arabischen Pferdes durch Russland, die Türkei etc. unternommenen Reise in lithographierten Blättern bekannt zu machen.

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