Hersent, Louis, Historienmaler zu Paris , geboren daselbst 1777. Dieser Künstler, einer der vorzüglichsten in Frankreich , wurde von Baron Regnault in seiner Kunst unterrichtet, und 1707 er- hielt er den zweiten grossen Preis der Malerei . Von dieser Zeit an verbreitete sich sein Ruf immer mehr, und er wurde P. Guerin’s Nebenbuhler. Besonders erhielt er das Lob eines grossen Colo- risten und des Malers der Pariser Grazien. Bei den Kunstausstel- lungen von 1806 und 1819 erhielt er zwei grosse Medaillen; spä- ter wurde er Professor der königlichen Schule der schönen Künste, dann Offizier der Ehrenlegion, und das königliche französische Institut, so wie die königliche Akademie zu Berlin nahmen ihn unter ihre Mitglieder auf,
Auf den Kunstausstellungen zu Paris sah man 1802 das Ge- mälde, welches die Verwandlung des Narciss darstellt, ein Bild, das gerühmt wurde, und bei Landon im Umriss zu sehen ist. Weniger Lob fand sein Achill, der die Briseis den Herolden des Agamemnon übergibt. Im Jahre brachte er ein Bild zur Ausstellung, welches Atala vorstellt, wie sie sich in Chaktas Armen vergiftet, und 1810 sah man jenes Gemälde, welches die Scene schildert, wie Fenelon den Landleuten eine geraubte Kuh zurück- bringt, in der Gallerie von Malmaison. Im Jahre 1814 malte er Las Casas von den Wilden gepflegt, gestochen von P. Adam, und von demselben Künstler ist auch ein anderes Bild gestochen, das Ludwig XVI. vorstellt, wie er im Winter 1788 den Armen Almosen gibt. Dieses Gemälde entstand 1817, und es ist dasje- nige, das den Ruf des Künstlers begründete. Es wird im Schlosse der Tuilerien aufbewahrt. Ein anderes treffliches Werk stellt Gu- stav Wasa vor, im Besitze des Königs Louis Philipp, und gesto- chen von H. Dupont. Ein drittes schönes Gemälde, Ruth und Boas, kam in den Besitz der Mme. Ducalaya und man erklärte es 1822 als das beste Bild des damaligen Salon, gestochen von A. Tardieu. Später malte er die Mönche des St. Bernhard für den Grafen von Artois. Überdies hat man von seiner Hand meh- rere Bildnisse in Lebensgrösse, wodurch er sich allgemeinen Bei- fall erwarb, wie mit jenem des Herzogs von Richelieu, des Prinzen Cariznan, König Heinrich’s IV., der Dame im rothen Gewande mit dem Turban, des Casimir Perrier, Spontini’s etc. In neuester Zeit malte er auch das Bildniss des Königs Ludwig Philipp,
Hersent, Louise Marie Jeanne. — Hertel G. L. 137
ein Gemälde, das seines Rufes würdig ist. Schön, ausdrucksvoll, lebendig, wie kaum ein anderes seiner Bildnisse, ist aber jenes des berühmten Spontini in Berlin.
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