Herrera, Francisco de, genannt el Mozo, der Sohn des Obi-
gen, geb. zu Sevilla 1622, gest. zu Madrid 1685. Sein Vater un- terrichtete ihn in der Kunst; doch auch ihn entfernte die Härte des Vaters. Er floh nach Rom mit einer Summe Geldes, die er im
väterlichen Hause entwendete; allein anstatt sich in jener Stadt an
die Werke der großen Meister und an die Antike zu halten, war sein einziges Trachten auf eine glänzende Färbung gerichtet. Auch die Architektur bekümmerte ihn, und diese diente ihm in der Folge häufig zur malerischen Verzierung. Nach seiner Entfernung sah er den Vater nicht wieder, denn erst nach dessen Tod ging er ins Vaterland zurück, wo er sich großen, zum Teil nicht un- verdienten Beifall erwarb. Doch war die Meinung, welche Herrera von sich hatte, übertrieben, und sein arrogantes Wesen machte ihn bei den übrigen Künstlern verhasset. Er betrachtete sie mit Verachtung und er behauptete, dass seine Werke unter Trom- peten- und Paukenschall ausgestellt werden sollten. Sein Ruf war schon in Italien gegründet, wo seine Bambocciaden, ähnlichen Inhalts, wie die seines Vaters, großen Beifall fanden. Vorzüglich natürlich malte er die Fische, und desswegen nannte man ihn in Italien Spagnolo degli pesci. Im Vaterlande erwarb er sich beson- ders mit dem Bilde der heil. Hermenegildis Beifall, ein Gemälde, das er für die Barfüsser Carmeliten zu Madrid ausführte, bei wel- cher Gelegenheit er die obige Prahlerei beging. Als er nun auch in S. Philipp el real eine Frescomalerei mit Beifall ausgeführt hatte, erhielt er von Philipp IV. den Auftrag, in der Kapelle der Madonna de Atocha die Himmelfahrt der heil. Jungfrau in Fresco zu malen, und das Werk gefiel so wohl, dass ihm der König den Titel eines Hofmalers ertheilte. Im Jahre 1677 ernannte er ihn Zum Maestro mayor de las obras reales, und jetzt nahm seine In- solenz noch zu. Fiorillo IV. 217 verbreitet sich näher über diese Verhältnisse, und erzählt auch, dass der Künstler mit dem Ver- drusse gestorben, die wirkliche Kammermalerstelle nicht erhalten zu haben.
Herrera’s Werke sind zu Madrid und in Sevilla verbreitet, und neben den erwähnten wird noch sein heil. Franciskus, die Kir- chenväter, welche das auf Wolken schwebende hl. Sakrament an- beten, und die Empfängnis Mariä in der Cathedrale zu Sevilla gerühmt. Die beiden letzteren hat Arteaga gestochen. Überdies malte er viele Genrebilder und Blumenstücke. Auf seine Werke brachte er öfter Hunde, Ratten, Eidechsen und anderes Ungezie- fer an, wie dieses an einem Blatte mit seinem Namen naget, wo- mit er auf seine Neider deutet.
In Don Fernando de la Torre’s Werk über die Canonisatiow des Königs Ferdinand III. sind Blätter von seiner Hand. Dieses
- erschien 1671 zu Sevilla, a
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