Hermann, Johann M. von — Zeichner und Maler, besonders aber als Kupferstich-Restaurateur berühmt. Er war der Sohn eines deutschen Edelmanns in Österreich , und als solcher sollte er sich den Studien widmen, doch nebenbei auch die Musik erlernen. Allein Hermann fand sich mehr zur zeichnenden Kunst als zur Letzteren hingezogen, und daher übte er sich in den Nebenstun- den mit beharrlichem Fleisse in jener. Endlich gestattete ihm der Vater den förmlichen Uebergang von den Studien zur Kunst, und so trat er 1805 als Zögling in die k. k. Akademie zu Wien , wo er noch in demselben Jahre für eine von Hagenauer eingegebene Ornamentenzeichnung den ersten Preis erhielt. Hiedurch aufge- muntert besuchte er jetzt mehrere Jahre die historische Zeichnungs- schule, übte sich im Zeichnen nach der Antike und beschloss endlich Maler und Kupferstecher zu werden, als ihn der Verlust seines Vaters in den unglücklichen Jahren von 1800 und 1811 auf Erwerb zu sehen zwang. Er fertigte jetzt mehrere kleine Zeich- nungen und Bildnisse in Miniatur, richtete aber vor Allem das Augenmerk auf die mögliche Wiederherstellung von beschädigten kustbaren Kupferstichen, und hierin brachte er es zur höchsten Vollkommenheit. Seiner Kunst bedienten sich der Herzog von Sach- sen-Teschen, die k. k. Hofbibliothek in Wien, die Grafen Fries und Harrach etc. Auch aus Italien , Paris , London , Berlin und anderen Städten wurden ihm bedeutende Arbeiten zugeschickt. Seinem Zwecke der Restauration gemäss, ist die Art und Weise seiner Zeichnung eine täuschende Nachahmung des Grabstichels. Er hat Blätter geliefert, in welchen die Reinheit, der Schwung, die Sicherheit und Gleichheit der Linien, mit dem nützigen Hell- dunkel in der Haltung, so vollkommen täuschend sind, dass man keine Zeichnung mehr, sondern einen zierlich gestochenen Kupfer- stich vor sich zu haben glaubt. Über die Weise der Restauration hat Professor, jetzt Domherr, Späth im Kunstblatte 1821 Nro. 74 berichtet.
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