Henschel arbeitete jetzt für sich, besuchte aber auch die Akademie in Cassel, und so fand er sich 1805 bereits fest genug, um im Auslande mit Vortheil sich umzusehen. Er reiste über Frankfurt, Köln , und Düsseldorf nach Paris, wo er mit Savigny und mit Jakob Grimm zusammentraf. Diese Stadt bot ihm damals im Musée Napoléon, in der Bildergalerie und im Antiken-Saal reichlichen Stoff zum Studium, und der Künstler benützte gewissenhaft die Gelegenheit. Er modellirte colossale Büsten und Figuren, zeichnete unter David’s Leitung nach der Natur, und versuchte sich zugleich auch in der Malerei . Seine erste plastische Arbeit, die er im zwanzigsten Jahre zu Stande brachte, war eine Gruppe mit Herkules und Omphale; dann stellte er die Statue des Frühlings von Flora bekränzt, und jene des Paris dar. Hierauf führte er mehrere Basreliefs aus; ferner eine Madonna mit dem segnenden Kinde, vor ihm zwei Engel in Anbetung.
Nach fünfjährigem Aufenthalte in Paris kehrte er wieder in die Vaterstadt zurück, und hier führte er ebenfalls eine Reihe schöner Werke aus, und seit fünf Jahren ist er Professor an der kurfürstlichen Akademie in Cassel . Er hielt sich in Paris von aller Nachahmung und Manier frei, indem er seinen eigenen Weg ging. Aus seinen Werken offenbart sich ein geistreicher Künstler, der, voll tiefer Empfindung, vorzugsweise für religiöse Gegenstände geeignet zu sein scheint. Hierin steht er den besten jetzt lebenden Bildhauern gleich. Auch auf die Ausführung verwendet er grossen Fleiss.
Die Belege zu diesem Lobe geben folgende Werke: das Monument des General Du Cudras; die Büste des berühmten Lichtenberg und jene der Prinzessin Caroline von Hessen; eine lebensgrosse Charitas mit zwei Kindern; die Figuren der Stärke und der Weisheit; die Büste der jetzigen Herzogin Maria von Meiningen, jene des Malers Bury, zwei 12 Fuss hohe, reich decorirte Öfen von Gusseisen im Palais des Churprinzen, jeder mit den vier allegorischen Figuren der Jahreszeiten geschmückt; das Monument des jungen Grafen von Reichenbach mit den vier Engeln, der Ergebung, der Auferstehung, Fürbitte und Belohnung, auf dem Gottesacker in Cassel; das gotische Monument aus Gusseisen mit den drei bronzenen Gestalten der theologischen Tugenden daselbst; eine liegende Löwin in Bronze; ein stehender Löwe, und ein Tiger, in halber Lebensgrösse. Er fertigte auch Medaillen für den hessischen Landwirthschafts-Verein und andere kleinere Sachen.
Im Jahre 1830 vollendete er das Modell zum colossalen Standbilde des heiligen Bonifacius, welches zur Aufstellung in Fulda in Erz gegossen wird.
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