Hemling, auch Memling

Hemling, auch Memling, Memmelink, Hans.

von späterer Hand, und sie trägt keine Spur von Hemling’s ge- wohnter Meisterschaft. Es möchte auch die Vermuthung wenig Gewicht haben, dass nämlich Hemling das Gemälde nur angelegt, und wegen seiner schnellen Abreise nach Italien unvollendet hinterlassen habe, woher man gezwungen war, dem Bilde durch fremde Hand die Vollendung geben zu lassen. Nach Spanien mag er gekommen sein, aber auch dieses kann nicht bewiesen werden. Einen Anhaltspunkt gibt uns Don Alonzo Ponz, Sekretär des Königs und der Akademie von St. Ferdinand in seiner Viage de España, en quo se da noticia de las cosas mas apreciables y dignas de saberse que hay en ella. Von dieser Reisebeschreibung er- schien zu Madrid in den Jahren 1776 bis 1794 eine zweite Aus- gabe in 8 in 18 B. mit K. A. Ponz spricht in diesem Werke mit ziemlicher Ausführlichkeit von dem Carthäuserkloster Miraflores nahe bei Burgos . Zu diesem Kloster lieferte, zufolge seiner Er- zählung, ein deutscher Baumeister im Jahre 1454 den Plan und er- hielt dafür 3350 Maravedis. Dieser Baumeister hieß Johann von Cöln, und war mit dem Bischof von Carthagena, Don Alonzo, bei dessen Rückkehr vom Baseler Concilium nach Spanien gekom- men. Ihm folgte Garcias Fernandez de Matienzo als Baumeister , und diesem Simon, der Sohn Johannes von Cöln. In dem Chor

dieser Carthause fand Don Alonso Ponz einige sehr alte Gemälde

an einem Altar, deren hohe Vortrefflichkeit seine ganze Aufmerk- samkeit regte. Sie stellen Epochen aus dem Leben Johannes des Täufers dar, welches Hemling, wie bekannt, oft und mit ausgezeichneter Liebe behandelte, wahrscheinlich weil er diesen seinen Namensheiligen besonders verehrte. Ponz fühlte sich durch den edlen Ausdruck der Gestalten, die hohe Vollendung je- der Einzelnheit, und die seltene Pracht der noch ganz frisch er- haltenen Farben dieser Gemälde höchlich angezogen. Als er sich

um Nachricht von dem Meister bemühte, fand er im Archive des

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