Helst, Bartolomeus van der, berühmter Bildnissmaler, der nach Houbraken 1613 zu Harlem geboren wurde, was wohl unrichtig ist, denn er malte 1630 schon eines seiner zwei berühmtesten Werke für das Stadthaus in Amsterdam, und daher möchte der Künstler eher 1600 geboren worden sein, wie das Museo fiorentino bestimmt. Van der Helst führte lange ein ausschweifendes Leben, aber er hatte ein Talent, das mit Rembrandt und van Dyck wetteifern konnte.
Dieser berühmte Künstler malte Bildnisse, einzeln und in Gruppen, auch kleine Historien und Landschaften. Dasjenige Bild, welches man für die berühmteste von allen niederländischen Schildereien erklärt, ist das im Museum zu Amsterdam befindliche Schützenmahl, welches die Amsterdamer Bürgergarde ihrem Anführer Wits zur Feier des Münster’schen Friedens 1648 gab. Auf diesem colossalen Bilde sieht man 24 lebensgrosse Figuren, die mit ausserordentlicher Naturwahrheit hervortreten, kräftige Gestalten im reichen malerischen Costüm jener Zeit, im Ausdruck und Charakter so treffend, wie dieses nur dem feinsten Beobachter der Natur gelingen kann. Berühmt ist auch jenes Bild, welches vier Bürgermeister vorstellt, wie sie berathschlagen, welchem der bester Bogenschützen der ausgesetzte Preis zuerkannt werden soll, im k. Museum zu Paris. Dieses Bild wurde gemalt.
Ein drittes Bild stellt die holländischen Abgeordneten vor, die den Waffenstillstand von 1630 beschwören.
In diesen Werken zeigt sich van der Helst als vollkommener Maler. Sein Schützenmahl ist ein meisterhaftes Werkstück. Er wusste hierin Alles genau und richtig darzustellen von dem reichen Gewande bis zu den Spitzen und dem goldenen und silbernen Geschirr.
B. van den Helst blieb immer im Vaterlande, und wohl die längste Zeit in Amsterdam. Er war Castellan der Doelen auf dem Garnalemarkt, und nach ihm wurden in der Folge die Doelen „van der Helstendoelen“ genannt, wie J. van Dyck in der Beschreibung der Malereien des Stadthauses in Amsterdam erzählt. Mit M. Kretser, N. van Helt Stokade und J. Meurs richtete er die Malergesellschaft St. Lukas auf, und das Einweihungsfest wurde den 21. des Weinmonats 1654 unter dem Vorsitze des Dichters Jöost van den Vondel gefeiert.
Nach Houbracken’s Angabe hatte er auch einen Sohn, der die Malerei übte, aber dem Vater nicht gleichkam. Dieser malte Kriegsszenen und Landschaften, und daher ist es wohl jener van Hels, der in Füssly’s Supplementen vorkommt. Bartolomeus van der Helst schrieb stets seinen Zunamen mit den Anfangsbuchstaben seines Vornamens deutlich auf seine Gemälde.
Das Todesjahr beider Künstler ist unbekannt. Im Cabinet Paignon Dijonval wird Bartolomeus als noch 1668 lebend angeführt. A. Blooteling hat sein Bildnis gestochen, auf einem Folio-Blatte.
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