Helmsdorf, Friedrich

Helmsdorf, Friedrich, berühmter Landschaftsmaler, der 1784 in Magdeburg geboren wurde, wo er aber nur bis verblieb. Zu jener Zeit fand er in Straßburg eine zweite Vaterstadt, und bald gewann sein Talent, so wie sein offenes Gemüt und seine An- spruchlosigkeit, allgemeine Achtung. Er hatte hier bereits eine

Anzahl gelungener Landschaftsgemälde mit Scenerien aus den Vogesen und dem Schwarzwalde geliefert, und einen Kreis von Schülern und Schülerinnen um sich gezogen, als er beschloss, sich auch mit dem Reichtum der italienischen Natur bekannt zu machen. Im Jahre 1816 reiste er zum zweiten Male in jenes Land und verweilte da bis 1820. Aus dieser Zeit (1810) sind mehrere Bilder namhaft bekannt, besonders aber wurde ein Bild erhoben, welches eine Ansicht von Rom und der Campagna und im Vor- grunde die Terasse des Klosters St. Onofrio mit der Tasso’s Eiche zeigt. Es ist dieses ein Meisterstück der Malerei , sowohl in der Anordnung, als in der technischen Vollendung. Einige glauben sogar, der Künstler habe später nichts Besseres mehr geleistet, obgleich auch jene Werke das Gepräge der Vortrefflichkeit tragen. Die ähnliche, doch spätere Darstellung jenes Meisterbildes

ist in den Besitz des Herrn von Humboldt. Das Seitenstück zu diesem Bilde bildet eine malerisch wilde Gebirgsgegend zwischen Rom und Neapel , und auch dieses Bild ist ausgezeichnet; es ist neben einem Seestück an der Küste Siciliens Eigenthum eines Strassburgers. Auch der Baron von Ampach, Baron von Brach, Herr von Quandt, die Fürstin Gallizin, die Frau von Humboldt u. a. besitzen Bilder von Helmsdorf. Viele seiner Gemälde sind den vorzüglichsten Erzeugnissen der neuern Landschaftsmalerei an-

zureihen. Neben der Tasso’s Eiche sind sein See von Nemi, der caucasische Wasserfall und mehrere von seinen italienischen und sicilischen Ansichten, und solche von Gegenden und Schlössern des Rheinthales vortrefflich.

Helmsdorf besitzt gründliche Kenntnisse der Theorie seines Fa- ches, vorzüglich auch der Perspektive, und dabei vollkommene Technik. In seinen Bildern herrscht ungemeine Wahrheit der Darstellung, Mannichfaltigkeit der Töne, Schmelz und Harmonie der Farbe, und dabei beharrlicher Fleiss in der Ausführung. Die herrliche Natur Italiens und Siciliens, das eigenthümliche Colorit jenes durchsichtigen Himmels fasste er mit besonderem Glücke auf, überall aber weiß er die Natur in ihren schönsten Momenten zu fesseln.

Die Skizzen zu seinen Bildern führt er meistens an Ort und Stelle in Farben aus, und daher sind seine Aquarellen das erste schönste Ergebniss begeisterter Anschauung der Natur.

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