Helmle, die Gebrüder, Glasmaler aus dem Schwarzwalde, werden den vorzüglichsten, gegenwärtig in Deutschland lebenden Glasmal- tern angereiht. Sie halten sich zu Freyburg in Breisgau auf, und arbeiten bereits seit mehreren Jahren für das herrsche Münster mehrere Rosetten und andere Gegenstände, womit der Abgang ersetzt wurde, den entweder die Unbild der Zeit oder auch hier und da die Lauigkeit der Zeitgenossen verursacht hatte. Das Vorzüglichste jedoch, was sie für das Münster lieferten, ist die Passion nach Rembrandt, in einer Reihe von Gemälden meister- lich ausgeführt. Der Deutschordenskommandeur, Baron von Stei- nach, dem Freyburg schon so manches schöne Denkmal seines li- beralen Kunstgeschmackes verdankt, hat die Kosten dieser Ma- lereien bestritten. Zeichnung und Colorit sind in diesen Gemäl- den gleich empfehlenswerth, und die Künstler haben sich treu an die Vorbilder gehalten. Sie gehören zu den besseren in diesem Fache. Im Jahre 18290 führten sie ein großes Gemälde für die Hauptkirche zu Sigmaringen aus. Es ist dieses der Tod des Ka- uziners Fidelis von Sigmaringen, der zur Zeit der Reformation in den bürgerlichen Unruhen in Graubündten von einigen Bau- ern erschlagen wurde. Dieses Gemälde ist das größte historische, das die Helmle bisher geliefert haben.
Diese Künstler sind auch Glasschleifer. Dadurch erreichen sie den Vortheil, ihren Malereien gewisse Halbtinten und Lichtpar- thien zu geben, indem sie die farbigen Gläser durch das Abschlei- fen nuanciren. Sie beobachten die bekannte Methode des Ein- schmelzens oder Einbrennens der Mineralfarben, weichen aber ihrer Versicherung nach von Kunkel’s Vorschrift ab. Im Jahre 1732 malten sie für die Schlosskirche zu Pforzheim das Fenster im Chor, welches das Wappen des badischen Hauses vorstellt, ein Werk, das man den schönsten Arbeiten des Mittelalters wür- dig zur Seite stellt.
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