Heinzelmann, Carl Friedrich

Heinzelmann, Carl Friedrich, Maler und Lithograf, wurde

1705 zu Stuttgart geboren, wo er bis in sein 14. Jahr ebenfalls

den Gymnasialstudien oblag. Nach dieser Zeit kam er zu Direktor

von Seele, um sich der Historienmalerei zu widmen. Im Jahre

1814 unterbrach aber der Feldzug gegen Frankreich seine Bahn,

indem sich auch Heinzmann den Reihen vieler anderer deutschen

Jünglinge anschloss. Er trat als Offizier in die Linie, und da

sein Zugang freiwillig war, so trat er 1815 wieder aus derselben

um seine begonnenen Kunststudien auf der Akademie in München

fortzusetzen, doch bestimmte ihn jetzt das mannichfach abwech-

selnde Leben seines erstverlassenen Standes, besonders auch die

ewig interessante Neuheit der Natur jener Gegenden, die er durch-

zog, ausschliesslich zur Landschaftsmalerei, in welcher er drei

Jahre lang den Unterricht des Professor Kobell genoss. Nach die-

ser Zeit bis zum Jahre 1822 studirte er mit Eifer die Natur, und

als Resultat seiner Bemühungen gab er eine Sammlung bayerischer

Gegenden in lithographirten Blättern heraus. In dem erwähnten

Jahre erhielt er endlich eine Anstellung bei der königlichen Por-

zeilan-Manufaktur in München, und hier arbeitete Heinzmann

noch als königlicher Maler. Er malte mit anderen Künstlern an

der prächtigen Sammlung von Porzellan-Gemälden nach den vor-

züglichsten Meistern aller Schulen, zu deren Anfertigung König

Ludwig noch als Kronprinz den Auftrag ertheilte. Heinzmann zierte

dazu einige Vasen mit landschaftlichen Darstellungen, und auf et-

lichen Platten führte er Gemälde nach Poussin und Claude Lor-

rain aus, auf zwei Teller malte er den Morgen und Abend, nach

Berghem, und auf zwei andere dieselben Tagzeiten nach Vernet;

ferner zwei Pferdestücke nach Wouvermans, zwei Tierstücke

nach H. Roos, zwei solche nach Potter und Du Jardin, und nach

letzterem auch die kranke Ziege. Auf eine Platte kopirte er den

Sturm nach Vernet und auf eine andere die Landschaft von Albanon

und einen großen Ruysdael. Früher als diese prächtigen Porzellan-

Gemälde sind vier Vasen mit der Spitzingalpe, der Gothlandalpe,

der Kapelle bei Fiesole mit Lampenbeleuchtung, und einer Villa

bei Terracina mit Mondschein. Ein glänzendes Werk der neuen

Zeit ist die große Vase mit bayerischem Militär in seinen

verschiedenen Waffengattungen und Uniformen, ein ehrenvoller

Auftrag des Kronprinzen Maximilian von Bayern, der dieses

Prachtgefäß dem Sultan zum Geschenke machte. Heinzmann hat

in diesem Werke Ausserordentliches geleistet, und allgemeine Be-

wunderung erregt. Es ist bereits an Ort und Stelle glücklich

angelangt.

Heinzmann leistet indessen nicht allein in der Schmelzimilerei

Ausgezeichnetes; er liefert auch in der Ölmalerei Treffliches.
Es finden sich von seiner Hand Landschaften in Öl, die, wie
seine Porzellangemälde, mit Zierlichkeit und Sorgfalt behandelt
sind. Sie erfreuen durch die glückliche Wahl des Standpunktes
und durch Schönheit und Frische des Colorits, so wie sich denn
auch überall ein getreues Studium der Natur offenbart. Seine
Genre- und Landschaftsgemälde auf Porzellan gehören zu den bes-
ten Erzeugnissen dieser Art. Es existiren wenige Künstler dieses
Faches, die Gegenstände solcher Art mit treuerer Charakterauffas-
sung der verschiedenen Meister darstellen, und mit mehr Präci-
sion und Wahrheit zu Werke gehen.

Heinzmann malt auch trefflich in Aquarell, und Blätter die-
ser Art besitzen Graf von Schönborn, Graf Tascher de la Pa-
gerie, Graf Arco Valley, Baron Venningen etc. Seine Land-
schaften in Öl gingen in verschiedenen Besitz über. Mehrere
Blätter von den Kunstvereinen zu München und Stuttgart ange-
kauft.

Von seinen Blättern erwähnen wir:

  1. Landleute aus dem bayerischen Gebirge, schön radirt, qu. fol.
  2. Landschaften mit Militär, zierlich geätzt.
  3. Eine Sammlung von Schweizergegenden, lithographirt.
  4. Eine Sammlung von Ansichten bayrischer Gegenden.
  5. Die Palikaren, nach Hess, lithographirt.
  6. Die Kapelle auf dem Rothenberg, nach Steinkopf, für den
    württembergischen Kunstverein lithographirt.

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